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  • Rheinland-Pfalz holt bei der Windkraft auf

    Berlin. Die Windkraft legt kräftig zu. Es gibt deutschlandweit immer mehr Anlagen.

    Vor allem werden ihre Ausmaße immer gigantischer. Galten vor Jahren noch Anlagen mit 70 oder 80 Meter Höhe als groß, gelten diese heute längst als veraltet - als klarer Fall für ein sogenanntes Repowering, das Ersetzen alter Anlagen durch neue.

    Die Anlagen, die dieser Tage überall in Deutschland errichtet werden, gehören zur neuesten Generation der 3-Megawatt-Klasse, inzwischen gibt es sogar Anlagen, die 7,5 Megawatt Leistung bringen können. Die weißen Flügel drehen sich dabei in Höhen von bis zu 200 Metern. Je größer die Rotoren sind, desto gewaltiger ist dabei auch die Energieleistung.

    Noch vor 15 Jahren lag die durchschnittliche Leistung eines in Deutschland neu errichteten Windrads bei knapp über 0,5 Megawatt, heute erreichen die Windräder in Deutschland durchschnittlich fast den fünffachen Wert.

    Nach Angaben der Windenergieanlagen-Hersteller gab es am 30. Juni 2011 genau 21 917 Anlagen in Deutschland - innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl damit nahezu verdoppelt: Ende 2001 wurden 11 438 Anlagen in Deutschland gezählt. Verändert hat sich dabei vor allem die installierte Leistung, sie ist um das Dreifache gestiegen: 2001 lag der Wert bei gut 8 750 Megawatt, Mitte 2011 war er bei knapp 28 000 Megawatt angelangt - Tendenz exponentiell steigend. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind die Zahlen geradezu explodiert: Ende 2006 gab es in Deutschland noch 18 685 Anlagen, die installierte Leistung lag damals bei gut 20 600 Megawatt.

    Seit Jahren gehören die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu den Vorreitern in Sachen Windkraft, im Jahr 2001 stellten beide Länder zusammen noch mehr als die Hälfte aller deutschen Anlagen. Zum Vergleich: Ende 2001 gab es in Rheinland-Pfalz 479 Windkraftanlagen, Ende Juni 2011 waren es 1125.

    Rheinland-Pfalz holt gewaltig auf: Das Land liegt, gemessen an der Gesamtzahl der Anlagen, im nationalen Vergleich zwar "nur" auf Rang sieben, aber im ersten Halbjahr 2011 wurden nur in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehr Anlagen in Betrieb genommen als im südwestlichen Flächenland, das als windanfällig gilt. Rheinland-Pfalz installierte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 39 neue Anlagen, in Baden-Württemberg waren es im selben Zeitraum lediglich 3.

    Der Trend bei der Windkraft ist gerade in Rheinland-Pfalz klar erkennbar: Im Land wurden 2001 nur 2,61 Prozent des Stromverbrauchs durch die Windkraft abgedeckt, 2006 waren es bereits 5,88 Prozent, Ende 2010 dann schon 8,5 Prozent. Dieser Wert soll in der Zukunft vervielfacht werden. Zum Vergleich: Sachsen-Anhalt bezog 2010 bereits 47,2 Prozent der verbrauchten Energie aus der Windkraft - dicht gefolgt von Brandenburg (46,2), Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (beide 44,6). Bayern lag bei 1,1 Prozent, Baden-Württemberg bei 0,9 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 9,5 Prozent. Und Rheinland-Pfalz holt weiter auf: Im Jahr 2011 wird voraussichtlich lediglich in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehr "Windleistung" installiert als in Rheinland-Pfalz.

    Die vielfach diskutierten Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee hinken im bundesweiten Windanlagenvergleich deutlich hinterher. Nur rund 200 Megawatt Leistung sind hier bislang insgesamt verankert, also nicht einmal ein Siebtel dessen, was heute in Rheinland-Pfalz installiert ist.

    Volker Boch

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