RZ-INTERVIEW mit MP Beck: "Ring-Affaire ist nicht wahlentscheidend"
Rheinland-Pfalz - Kurt Beck, Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011, sieht dem Wahlkampf entspannt entgegen. Er geht davon aus, dass die Nürburgring-Affäre kaum noch Brisanz hat.
Ein ungewohntes Bild: Kurt Beck streichelt die Bearded Collies „Balou" und „Camy" und genießt hoch über Cochem den Blick übers Moseltal. Seit Jahren macht er hier mit seiner Frau Urlaub, radelt oder wandert. Immer dabei sind die zwei Hunde des Hotelbesitzers. Das entspannt, wie das Sommer-Interview zeigt.
Warum ist Cochem für Sie so erholsam?
Wir entdecken immer wieder etwas Neues in den vielen Seitentälern der Mosel oder auf den Höhen. Das ist sehr erholsam. In welcher Region im Süden macht es im Sommer schon so viel Freude, zu wandern oder zu radeln? Außerdem freue ich mich, dass so viele ausländische Gäste, viele Briten und Holländer, in diesen schönen Landstrich unseres Landes kommen.
Tanken Sie hier schon Kraft für einen der härtesten Wahlkämpfe im März 2011?
Mein erster großer Wahlkampf hat 1979 stattgefunden. Und immer heißt es: Es wird der härteste. Das sehe ich mit Ruhe und Gelassenheit.
Wen fürchten Sie mehr: die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner oder die Ringaffäre?
Weder noch. Der Nürburgring wird die Wahl genauso wenig entscheiden wie der CDU-Finanzskandal. Entscheidend ist, wem die Menschen die bessere Zukunftsentwicklung unseres Landes zutrauen.
Aber die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Nürburgring-Affäre könnten im Wahlkampf heißlaufen.
Das Thema interessiert die Menschen nur noch wenig. Außerdem bleibe ich dabei: Das Investment wird am Ende ein Erfolg. Ich will den Finanzierungsablauf und Managementfehler nicht schönreden, aber der Nürburgring zieht. Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000.
Nach dem Verdacht der Staatsanwaltschaft wurde bei der Finanzierung getrickst, um staatliche Gelder als private zu kaschieren. Fühlen Sie sich auch getäuscht?
Ich äußere mich nicht zu den Ermittlungen. Aber ich kann sagen: Ich bin mir sicher, dass ich nicht bewusst getäuscht worden bin.
Zurück zu den Wählern: Deutschland erlebt eine Volksentscheid-Euphorie. Wie viel Macht wollen Sie denn im Land ans Volk abgeben?
Wir wollen die direkte Demokratie auf der kommunalen Ebene mit unserer Kommunalreform stärken, weil hier die unmittelbare Erfahrung am größten ist. Aber wir sind auch bereit, auf Landesebene die Quoren zu senken. Aber sie müssen so sein, dass sich nicht völlig unbedeutende Mehrheiten durchsetzen können.





















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