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  • SimmernEin Hunsrücker Original: Das Zementgretche in Simmern

    Die Hunsrücker hatten schon immer Talent zum Geschichtenerzählen. Da gibt es kaum einen Ort, in dem nicht etwas Unglaubliches oder zumindest Erzählenswertes passiert ist. Kein Wunder also, dass die Heimatfilme so viele Folgen hatten. Während Edgar Reitz in seiner Familiensaga die historischen Umstände akribisch genau nimmt, ist das bei den Storys rund um den Hunsrück-Räuber Schinderhannes nicht unbedingt der Fall.

    Foto: Heidrun Braun/Rh

    Genauer nimmt es da die Ausstellung im Schinderhannesturm in Simmern. Der weiße, runde Turm an der Ostecke der einstigen Stadtbefestigung war ursprünglich das Pulvermagazin, diente aber auch als Gefängnis. Seinen Namen trägt er, weil der Räuber Johannes Bückler 1799 dort fast ein halbes Jahr hinter Gittern saß. Obwohl der Turm als ausbruchsicher galt, gelang Schinderhannes die Flucht. Danach erstürmte er mit seiner Räuberbande Häuser begüterter Kaufleute, überfiel Reisende und erpresste Schutzgelder. Erst 1803 wurde er gefasst, verurteilt und fand den Tod unter der Guillotine. Sein Schweineraub war den Simmerern immerhin eine Bildhauerarbeit in der Nähe des Turms wert.

    In der Fußgängerzone von Simmern stellt sich den Leuten eine Statue ganz anderer Art in den Weg. Es ist das Zementgretche, das im zunehmenden Alter immer exzentrischer geworden sein soll. Sie war stadtbekannt und wurde fast 90 Jahre alt. Nach ihrem Tod 1994 wurde sie als Hunsrücker Original in Bronze verewigt. Ihr Spitzname hat natürlich auch eine Geschichte: Bei einem Autounfall 1951 wurde Grete, die es als Waisenkind sowieso schon schwer genug hatte und sich später als Haushaltshilfe durchschlug, teilweise von der Zementladung eines Lkw verschüttet.

    Man darf schon jetzt gespannt auf die Geschichte sein, die bei den diesjährigen Schinderhannesfestspielen vom 30. Juni bis zum 23. Juli aufgeführt wird. Am Beispiel der Kaufmannsfamilie Jacob Faber zu Simmern wird das Stück "Wexeljahre" in der Reformationszeit spielen. Karten und weitere Informationen gibt es unter Telefon 06761/837 296 und www. wexeljahre.com

    Informationen: Hunsrück-Touristik, Hahn-Flughafen, Telefon 06543/507 700. Weitere Ausflugstipps aus der Region gibt es im Internet unter www.gastlandschaften.de/hunsrueck

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