Bleibt die Seilbahn, wenn die Blumenschau geht?
Koblenz - Die Buga 2011 neigt sich ihrem Ende entgegen. Schon Mitte September schrieb Koblenz Bundesgartenschau-Geschichte, als die 3 000 000. Besucherin das Gelände betrat. Seit der Einführung des elektronischen Zählsystems 1997 gab es noch keine Buga, die mehr Gäste zählte.
Mit einer solchen Resonanz hatte wohl niemand gerechnet. Nicht unschuldig an dem riesigen Erfolg der Buga ist die Seilbahn, das neue Wahrzeichen von Koblenz. Trotzdem ist die Zukunft der Gondeln noch mehr als ungewiss.
Am 16. Oktober endet die Bundesgartenschau - und dann wird zunächst auch die Seilbahn stillgelegt. Erst ab Frühjahr 2012 soll sie ihren Betrieb wiederaufnehmen und zeigen, ob ein Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll ist. Etwa Ende 2012 wird es von der Firma Doppelmayr verbindliche Aussagen über die Zukunft der Seilbahn geben.
Die Firma hat die Seilbahn innerhalb von 14 Monaten gebaut und 12 Millionen Euro in den Bau investiert. Dieser stellte durchaus eine Herausforderung dar: Immerhin überquert die Seilbahn den Rhein, eine Eisenbahnlinie und eine Bundesstraße. Zunächst plante die Firma in Übereinkunft mit der Unesco, die Gondeln bis zum Herbst 2013 zu betreiben und danach abzubauen. Doch schon beim dreimonatigen Testbetrieb im Sommer 2010 erwies sich die Seilbahn als Touristenmagnet: 180 000 Gäste ließen sich in dieser Zeit über den Rhein gondeln.
Lange hieß es, dass die Seilbahn wieder abgebaut werden müsste, um das Welterbe Oberes Mittelrheintal nicht zu gefährden. Seit Anfang Juni ist jedoch klar, dass die Bahn das Landschaftsbild keineswegs zerstört. Der Präsident der deutschen Unesco-Welterbe-Kommission, Walter Hirche, sieht den Status Welterbe nicht gefährdet, er lobt sogar die gute Verbindung vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein.
Doch es gibt gute Gründe, die Seilbahn für Koblenz zu erhalten. Die Bahn wurde von der Firma Doppelmayr mit einem verbrauchsarmen Elektromotor ausgestattet und wird mit Naturstrom betrieben. Gerade im Vergleich zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln geht die Seilbahn mit ihrer positiven Ökobilanz als Gewinnerin hervor.
Um die Seilbahn über das Jahr 2013 hinaus zu erhalten, könnte sie in den ÖPNV und damit in ein einheitliches Tarifsystem eingebunden werden. Für den Ticketverkauf müssten Kassengebäude gebaut werden. Während der Buga ist der Fahrpreis im Eintrittspreis enthalten, danach kosten Berg- und Talfahrt für Erwachsene 8, für Kinder 5 Euro. Ohne Zweifel stellt die Seilbahn eine moderne Art dar, Koblenz zu erschließen. Das Festungsgelände zog vor der Bundesgartenschau im Jahr durchschnittlich 300 000 Besucher an. Es soll ein Kombiticket geben, in dem die Fahrt mit der Seilbahn und der Festungseintritt inbegriffen sind, denn der Erfolg der Seilbahn hängt nach der Buga vor allem vom Erfolg der Festung ab. Wenn die Festung dadurch mehr Besucher anlockt, würde sich der Weiterbetrieb lohnen.












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