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    MainzNeuer Aufsichtsratschef am Flughafen Hahn - Land hofft auf Neuanfang

    Rote Zahlen, Verdacht auf Vetternwirtschaft und Personalquerelen: Der hoch verschuldete Regionalflughafen Hahn im Hunsrück bekommt inmitten zunehmender Turbulenzen einen neuen Aufsichtsratschef - direkt aus der rheinland-pfälzischen Landesregierung.

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    RZ-Umfrage: Kehrt jetzt Ruhe am Hahn ein?

    Chaostage im Hunsrück: Vetternwirtschaft, Mauscheleien, Sanierungsfall. Am Donnerstag hat der Flughafen Hahn von der Landesregierung einen neuen Aufsichtsratschef verordnet bekommen.

    Endlich. Jetzt hat der Hahn eine Chance, saniert und zukunftsfähig gemacht zu werden.
    43%
    Das kommt alles zu spät. Der Flughafen Hahn ist nicht mehr zu retten.
    57%
    Stimmen gesamt: 341

    Der 39-jährige Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro soll es richten. Verkehrsminister Roger Lewentz (beide SPD) stellte ihn am Donnerstag in Mainz als Nachfolger von Johannes Endler vor, der darum gebeten habe, ihn von seinem Amt zu entbinden. Auch Co-Geschäftsführer Wolfgang Pollety habe seinen Weggang angeboten. Offen ist, ob er bleibt.

    Mit dem Hahn ist nach dem Nürburgring ein weiteres Großprojekt des Landes in Schwierigkeiten geraten. Die Rennstreckengesellschaft des Rings hatte 2012 Insolvenzantrag gestellt. Die Flughafen Frankfurt Hahn GmbH gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Sie schreibt seit mehreren Jahren rote Zahlen. Die Fracht- und Passagierzahlen gehen zurück.

    Der Flughafen will von 2017 an wieder ins Plus kommen: Dazu sollen 28 von 378 Jobs wegfallen, Gebühren fürs Parken und für Airlines sollen steigen. Lewentz machte klar, dass der Flughafen unter Druck steht: In zehn Jahren laufen EU-Subventionen aus. „Die rheinland-pfälzische Landesregierung steht zum Flughafen Hahn. Er ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor.“

    Barbaro hat bereits Erfahrung als Aufsichtsratschef, unter anderem bei der Landesförderbank ISB. Er räumte ein: „Wir wissen alle, dass wir da vor großen Herausforderungen stehen.“ Er habe aber die nötigen Kenntnisse der wirtschaftlichen Situation und der Perspektiven des Flughafens. Die Mitarbeiter des Airports will er eng einbinden: „Mein Wunsch wäre, dass wir am Hahn mehr miteinander reden.“ Er sieht wirtschaftliches Potenzial für den fünftgrößten Frachtflughafen. Barbaro will mit Geschäftsführer Pollety über dessen Zukunft reden. Lewentz kündigte an, dass für den Flughafen Berater mit Branchen-Sachverstand gesucht würden.

    Hinter dem Personalkarussell stehen die Gerüchte, dass sich der ehemalige Fraport-Vorstand Endler und Geschäftsführer Pollety nicht gut mit Co-Geschäftsführer Heinz Rethage verstehen sollen. Rethage ist erst seit Februar im Amt und war für Jörg Schumacher gekommen, der ein Branchenkenner war. Aufsichtsratschef Endler hatte die Zuständigkeiten von Rethage beschnitten, indem er ihn von der Leitung einer Arbeitsgruppe entband, die mögliche Unregelmäßigkeiten wie den Verdacht auf Misswirtschaft prüft. Lewentz versprach „lückenlose Aufklärung“. Rethage war vorher kaufmännischer Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz.

    Der CDU-Politiker Hans-Josef Bracht trat überraschend als Aufsichtsratsmitglied zurück. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion warf dem Land vor, es habe ihn nicht über die Personalpläne informiert, der Aufsichtsrat sei an den Entscheidungen nicht beteiligt worden. „Darin sehe ich als Aufsichtsratsmitglied einen erheblichen Vertrauensbruch.“ Lewentz bedauerte den Schritt. Der Flughafen sei seit dem Weggang des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport als Gesellschafter 2009 nicht nach vorn gebracht worden. Die CDU beantragte eine Sondersitzung des Innen-, Wirtschafts- und Finanzausschusses im Landtag.

    Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) forderte strengere Regeln gegen Korruption für den Flughafen. Die Betriebsabläufe müssten durchleuchtet werden, sagte sie der „Rhein-Zeitung“ (Donnerstag). Es sei „völlig unverständlich“, warum diese Maßnahmen noch nicht ergriffen worden seien. „Das müsste Priorität haben, um den Hahn für die Zukunft aufzustellen.“

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