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    BerlinTrolle im Netz

    „Don´t feed the trolls“ – gib den Trollen nicht noch Futter, ist eine der ersten Regeln, die man im Internet lernt. Aber kann die Welt gar ein bisschen besser werden durch die Menschen, die völlig unsachlich auf Krawall gebürstet im Internet kommentieren? Sascha Lobo liefern die Trolle Futter, er setzte auf der re:publica in Berlin seine Trollforschung fort.

    Sascha Lobo analysiert Trollverhalten - auf der re:publica in Berlin.
    Sascha Lobo analysiert Trollverhalten - auf der re:publica in Berlin.

    „Don´t feed the trolls“ – gib den Trollen nicht noch Futter, ist eine der ersten Regeln, die man im Internet lernt. Aber kann die Welt gar ein bisschen besser werden durch die Menschen, die völlig unsachlich auf Krawall gebürstet im Internet kommentieren? Sascha Lobo liefern die Trolle Futter, er setzte auf der re:publica2010 in Berlin seine Trollforschung fort.

    Lebenshilfe für den Fall eines „Shitstorms“: Damit meint Sascha Lobo einen Ansturm der Trolle: Innerhalb von kurzer Zeit hagelt zu einem Thema kritische Beiträge, die zum Großteil ohne ernsthaften Diskussionsbeitrag, sondern beleidigend sind. Und die Angst vor so einem "Shitstorm" könne Unternehmen im Vorfeld zu verantwortlicherem Handeln bewegen. Eine gesellschaftliche Funktion gesteht er ihnen zu - als „Korrektiv auf Speed“. Einerseits. Andererseits hat Lobo noch eine andere These.

    Wer wie er polarisiert und provoziert, darf als sturmerprobt gelten. Er hat schon mit Fotos der Handelnden zur Trollforschung gebloggt und kokettiert fast mit der Erfahrung von 35 solcher Unwetter. Und er erzählt, dass er eines Morgens 46.000 Kommentare vorfand, alle von „test1234“ und jede 57,6 kb groß: „In 57,6 kb passt etwa 4000 mal das Wort Arschloch“, erzählt er.

    Vier Stunden lang hat er gelöscht („oder man sieht in der ersten Stunde, dass man ,alle´ anwählen kann“) - dabei hätte eine 184-millionenfache Aufreihung des Schließmuskels denen vielleicht die Lust genommen, die fundiert Kritik üben wollen. Und da ist die andere These: Gibt es vielleicht schon Unternehmen, die selbst mit heftigen unsachlichen Beiträgen Diskussionen so steuern, dass schon wieder eine Solidarisierung mit der so übel attackierten Firma aufkommt und die Aufregung sich auf die

    unsachliche Kritik konzentriert? Dass Unternehmen wie die Deutsche Bahn Agenturen durch Foren und Blogs schickte, damit bezahlte Schreiber positiv Stimmung machen, ist schon ans Licht gekommen. Aber gefakte Trolle? Lobo weiß es nicht, sagt aber auch als Botschaft für die „sieben Leute mit Businessticket hier“: Wenn aus einem Sturm substanzieller Kritik ein Shitstorm werde, „dann diskreditiert das die ursprüngliche Quelle der Kritik. Shitstorm ist eine Art Anti-Kritik, kann im Sinne der Kritisierten sein und von berechtigter nötiger Kritik ablenken.“ Also doch keine bessere Welt durch die Trolle? Zumindest nicht, wenn Lobo den verantwortungslosen Firmen jetzt die Angst vor dem Exkrementsturm genommen hat.

    Er hat für sie aber noch einen anderen Schauer bereit: Das, was oft ein Sturm im Wasserglas ist, erreicht sehr viel schneller als früher aus der „Mikroöffentlichkeit“ – Blogs und Foren – die „Makroöffentlichkeit“ – die angestammten Medien. Und der Sturm im Wasserglas braut sich sehr viel schneller zusammen, weil im Echtzeitnetz der Moment dramatisch überbewertet werde, wie er kritisiert. „Aktualität ist ein zu großer Wert.“ Der soziale Filter verstelle den Blick und verleite dazu, die Eindrücke dort überzubewerten.  „Wenn 150 schreiben, ,was geht da für eine Scheiße ab´, dann glaube ich das. Dabei kann die hier jeder zweite mobilisieren“. Lars Wienand (RZ)

     

    Lobo macht selbst den Troll (Video aus der Reihe Sixtus vs Lobo) 

     

    Mehr zur re:publica - wieso Jeff Jarvis die Deutschen Datenschutzbedenken nicht versteht

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