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    KoblenzEin Konzert, das glücklich macht: Große Familie singt mit Howard Carpendale

    "Mein 29. Howie-Konzert" meint eine Dame mit strahlendem Lächeln. Mit dieser beeindruckenden Statistik ist die Gute nicht einmal Rekordhalterin. Eine 24-Jährige bekennt freimütig am Mikrofon, dass sie das zehnte Mal dabei ist - während der laufenden Tournee! Willkommen in der Welt von Howard Carpendale und seiner treuen Fans, die am Samstag in der Rhein-Mosel-Halle zukamen, um eine Ära zu feiern.

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Auch das Gastspiel des Südafrikaners in der Sporthalle auf dem Oberwerth war ein großes Familientreffen. Um es vorweg zu sagen: Trotz der happigen Eintrittspreise verließen die Besucher die Conlog-Arena mit einem guten Gefühl – und viele mit einem Lächeln. Denn ein Abend mit Howard Carpendale ist für die meisten mehr als ein Konzert, sondern eine Zeitreise in die 70er- und 80er-Jahre, als sich Paare noch in Tanzlokalen kennenlernten und nicht in virtuellen Welten. Inzwischen wippen auch die Männer, die ihre Partnerinnen früher noch aus reiner Solidarität begleitet haben, fröhlich mit. Auch beim Koblenzer Gastspiel ist das ein klares Indiz dafür, dass der Frauenschwarm von einst längst ein vielseitiger Entertainer geworden ist, der mit Konzerten ohne Schwachpunkte die unterschiedlichsten Zielgruppen anspricht und sich auch noch fünf Jahrzehnte nach seinem Deutschlanddebüt musikalisch weiterentwickelt.

    Immer noch neugierig

    Der Sänger, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte und sich im Laufe seiner langen Karriere immer weiter vom klassischen Schlager entfernt hat, zeigt, dass er immer noch neugierig ist. Neben seinen zahlreichen neuen Liedern bringt er auch seine großen Hits im neuen Gewand auf die Bühne. Sein Rückhalt ist dabei seine zehnköpfige Band mit großer Spielfreude. Einige der Musiker begleiten Carpendale schon seit vielen Jahren. Das spürt und hört man. Selbst die omnipräsenten notorischen Kritiker deutschsprachiger Klänge müssen einräumen, dass es bei Howard Carpendale handgemachte Musik von Profis gibt. Keiner dürfte die Standard-Vorurteile besser kennen als der Künstler selbst. „Auch im Englischen gibt es schlechte Texte. Ich muss es ja wissen“, kontert Carpendale, dessen Karriere als Elvis-Interpret auf den kleinen Bühnen seiner Heimat begann. Elvis Presley hat ihn nie mehr losgelassen, mindestens eines seiner Lieder singt er bei jedem Auftritt.

     

    London sollte später alles verändern. „Hätte ich damals nicht die 30 Pence in eine Musikzeitschrift investiert, wäre mein Weg wohl anders verlaufen“, erzählt er den Koblenzer Fans und erinnert an die Anzeige einer Band, die 1966 einen Sänger suchte. Das erste Engagement der Formation führte nach Düsseldorf in den Liverpool-Club – und Carpendale entwickelte nicht nur ein Gespür für die deutsche Sprache, sondern entdeckte für sich, wie man Menschen überzeugt.

    Hier liegt der Schlüssel zum „Phänomen Carpendale“, der seinem Publikum den Respekt entgegen bringt, den er selbst für sich einfordert. Während „Superstars“ ihre Fans gern mal eine Stunde und mehr warten lassen, steht der Südafrikaner pünktlich um 20.10 Uhr auf der Bühne. Und eine halbe Stunde dreht er eine Runde durch die Sporthalle und schüttelt seinen Gästen die Hände. Das kommt an, und es verwundert nicht, dass die meisten Zuhörer schon bei den ersten Liedern von ihren Stühlen aufspringen.
    Allerdings ist das, was so locker-charmant rüberkommt, das Ergebnis detailverliebter Vorbereitungen. Denn das gut zweieinhalbstündige Konzert folgt einer stringenten Choreografie. Im ersten Teil singt Carpendale, ganz Geschäftsmann, neuere Stücke, vor allem aus seinem aktuellen Album „Das ist unsere Zeit“.

    Appell der Zuversicht

    Unter dieser Devise steht auch die laufende Tournee, mit der der Entertainer seinem Publikum Mut machen will, nach vorn zu blicken und auch in der Mitte des Lebens Neues zu wagen. Ein cleverer Schachzug ist dabei der Kontakt zu heimischen Chören. Und so hat der Singkreis 70 beim schon fast legendären „Ti Amo“ seinen Auftritt. Auch nach der Pause geht es mit zum Teil ungewöhnlichen Arrangements, die mit einer Videoshow untermalt werden, weiter. Mal erklingen Akkordeons, mal rücken die vier Sänger der Band mit nach vorn – und leiten das unverwüstliche „Hello Again“ sogar a cappella ein. So etwas steckt an, und die Fans singen auch bei anderen Klassikern mit. Dazwischen wird der Entertainer immer wieder ernst. Die aktuelle politische Lage ist auch für ihn ein Thema, bei dem man nicht einfach wegsehen kann.

     

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