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    WiesbadenWiesbaden will Welt-Kulturbad werden

    Oberbürgermeister verschiedener europäischer Städte, darunter Helmut Müller aus Wiesbaden, haben sich in Paris verständigt, künftig an einem Strang zu ziehen. Es geht um das Prädikat "Unesco-Weltkulturerbe".

    Wiesbaden mit seinen prachtvollen Gebäuden wie etwa dem Kurhaus könnte schon bald Weltkulturerbe sein.
    Wiesbaden mit seinen prachtvollen Gebäuden wie etwa dem Kurhaus könnte schon bald Weltkulturerbe sein.
    Foto: Michael Schick

    Wiesbaden - Der Entschluss fiel im Keller eines Pariser Hotels, in einem schmucklosen Raum ohne Fenster.

    Einen Dolmetscher gab es nicht. Mit Händen und Füßen und mit einem Englisch-Französisch-Kauderwelsch verständigten sich die Anwesenden, Oberbürgermeister verschiedener europäischer Städte, Gutachter und Begleiter, darauf, künftig gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Und eine gemeinsame Bewerbung um das Prädikat "Unesco-Weltkulturerbe" einzureichen.

    Das war vor etwa drei Jahren. Seitdem läuft es richtig gut, sagt der Wiesbadener Rathauschef Helmut Müller (CDU). Müller ist Optimist, verspricht sich viel von dieser gemeinsamen Bewerbung der elf Bäderstädte. Mehr als von der einzelnen Bewerbung, die derzeit vom Wissenschaftsministerium beraten wird. Denn das Auswahlverfahren in Deutschland um einen Platz auf der sogenannten Tentativliste ist langwierig. Jedes Bundesland darf zwei Bewerber nennen. Ob diese Vorschläge listentauglich sind, entscheidet eine Expertenkommission der Kultusminister-Konferenz. Doch da derzeit noch einige Kandidaten auf der Tentativliste abgearbeitet werden, könnte Wiesbaden frühestens 2018 gelistet werden. Müller hofft, dass die Landeshauptstadt mit der gemeinsamen Bewerbung schneller zum Titel kommt. Neben ihr sind in dem Verbund Baden-Baden und Bad Kissingen sowie Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Luhacovicé (alle Tschechien), Bath (Großbritannien), Spa (Belgien), Vichy (Frankreich) und Montecatini Terme (Italien) vertreten. Die Federführung liegt bei den Tschechen, die per Brief mitgeteilt haben, dass die Bewerbung gesetzt ist und bei der Unesco eingereicht wird - kurz und schmerzlos. "Tschechien hat eben nicht diese föderalen Strukturen wie Deutschland, da gibt es nur ein zentrales Auswahlorgan." 2014/2015 könnte es soweit sein, hofft Müller, der sich von dem Prädikat "Weltkulturerbe" vor allem eins verspricht: einen Anreiz, dass die Bürger sich mehr mit ihrer Stadt identifizieren. Und natürlich auch ein bisschen Werbung. "Der Titel wäre schon toll."

    200 000 Euro pro Jahr investiert die Stadt Wiesbaden in ihre Bewerbung - "überschaubare Kosten", sagt Müller, der darauf hinweist, dass die Unesco keine Gelder für das Prädikat verteile. Und auch von anderer Stelle sei kein Geld zu erwarten. Dennoch lohne sich der Aufwand, ist sich der OB sicher, der auch einen Gestaltungsbeirat angeregt hat. Die Experten, unter anderem Denkmalschützer, Stadtplaner, Ingenieure und Architekten, sollen künftig die Stadt bei Bauvorhaben beraten. Damit der Welterbe-Titel, falls er einmal da ist, nicht wieder - wie dem Dresdner Elbtal - entzogen wird.

    Noch sind keine Experten in den Wiesbadener Gestaltungsbeirat berufen worden. Ursprünglich sollte er bereits im Herbst seine Arbeit aufgenommen haben. Doch Müller hat sich anders entschieden. Vorschläge wolle er erst nach der Wahl machen, sagt er - erneut ganz optimistisch. Ute Fiedler

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