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    MainzWalburga rettet die Weihnachtsmarktmusik

    Walburga Musekamp mag Musik. Etwa die vom Marienborner Musikverein. Wenn der beim Mainzer Weihnachtsmarkt nicht mehr spielen kann, weil die Stadt kein Geld dafür hat, dann passt ihr das gar nicht.

    Weihnachten steht vor der Tür - samt Weihnachtsmarkt und Musik.
    Weihnachten steht vor der Tür - samt Weihnachtsmarkt und Musik.
    Foto: Gerd Altmann/ pixelio.de

    Marienborn/Mainz - Es gibt das Engagement, das bürgerschaftliche. Sogar wenn's was kostet: Eine Privatfrau rettet die beiden traditionellen Auftritte des Marienborner Musikvereins beim Mainzer Weihnachtsmarkt am Mittwoch, 1. und 22. Dezember. Eine frohe Botschaft also zur Eröffnung des vorweihnachtlichen Treibens auf dem Domplatz am Donnerstag, 25. November.

    Und das kommt so: Wie immer hatte sich der Musikverein für den Weihnachtsmarkt angemeldet. Seit Jahren hatte er zur Freude der Besucher zwei weihnachtliche Auftritte im Schatten des Doms.

    Nachdem von der Stadtverwaltung jedoch überhaupt keine Reaktion kam, forschte Vorsitzender Oliver Wendel nach: "Es hieß, es seien keine Termine mehr frei und es sei auch kein Geld mehr da", berichtet er. In der Regel habe die Stadt 280 Euro Honorar pro Auftritt der im Schnitt 30 Musiker im Alter zwischen 15 und 75 Jahren gezahlt. Essens- und Getränkegutscheine gab's dazu.

    "Es war eine Aufwandsentschädigung, denn wir haben ja auch Auslagen, müssen unsere Proberäume zahlen, haben Noten- und Fahrtkosten", zählt Wendel auf. Außerdem habe er hören müssen, dass es ohnehin werktags kein Weihnachtsmarktprogramm mehr geben solle.

    Jetzt tritt Walburga Musekamp auf den Plan, deren Chef beim Musikverein mitspielt, dessen Auftritte sie selbst erlebt hat und der ihr von dem Schrecken unter den Musikern erzählt: "Die spielen so schön. Das ist ein Erlebnis! Das kann man doch nicht ausfallen lassen", empört sie sich und erklärt sich spontan bereit, die beiden Auftritte der Musiker mit jeweils 300 Euro zu sponsern. "Warum denn nicht? Es geht mir gerade ganz gut", erklärt sie resolut.

    Und siehe da: plötzlich sind dann auch werktägliche Auftritte doch wieder möglich: Der 1. und 21. Dezember sind für die Marienborner gebucht. Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr bestätigt den städtischen Sparkurs beim Weihnachtsmarktprogramm. "Wir sind überall zum Sparen aufgerufen und müssen uns bemühen, für kleines Geld ein Programm auf der Weihnachtsmarktbühne zu leisten." Seit Jahren habe die Stadt für Auftritte von Gruppen und Vereinen aus einem Topf von rund 8000 Euro schöpfen können. "Den haben wir um einige Tausend eindampfen müssen", bedauert Peterhanwahr.

    Musikvereinschef Oliver Wendel weiß von einer Halbierung der Summe.

    Zunächst treffe das Sparen jedoch auswärtige Gruppen, wie etwa "Kosaken aus Weißrussland oder die Ukulelengruppe aus der Ukraine", betont wiederum Peterhanwahr. Das seien Gruppen, für die sich nur ein Auftritt in Mainz nicht rechne. Und das gehe richtig ins Geld. "Wir verzichten lieber auf diese Gäste, buchen die nicht mehr und bespielen unsere Bühne pointierter mit Mainzer Gruppen."

    Aber was nicht mehr gehe, gehe halt nicht mehr. "Da ziehen wir den Hut vor jedem privaten Sponsor", so Peterhanwahr. Auch der Musiker-Vormann freut sich dankbar über die unerwartete Hilfe von Walburga Musekamp: "Das hat uns absolut positiv überrascht."

    Jochen Dietz

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