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    MainzVon Fliege lernen heißt siegen lernen

    Wahrscheinlich habe ich mal wieder eine Krankheit, die niemand interessiert. Ich leide unter homiletischen Stresssymptomen.

    Zeichnung: Klaus Wilinski
    Zeichnung: Klaus Wilinski

    Mainz - Wahrscheinlich habe ich mal wieder eine Krankheit, die niemand interessiert. Ich leide unter homiletischen Stresssymptomen.

    Kennen Sie nicht? Homiletik ist die Lehre davon, wie man predigt. Am nächsten Sonntag ist es bei mir so weit. Ich predige. Zum ersten Mal. In Mainz-Marienborn. Schwups, haben mich die homiletischen Stresssymptome am Wickel. Einige, wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe oder eigenartige Träume passen eigentlich zur Aktionswoche Seelische Gesundheit, die heute anfängt. Andere Symptome gehören mehr zur inneren Medizin oder dem weiten Feld der Gastro-Erkrankungen, meine Tante würde sagen: De Jong hät Schiss.

    Es sind ja auch große Namen, die sich in Marienborn die Klinke in die Hand gegeben haben. Nehmen wir allein das Jahr 1793 (ich weiß es noch, als wenn es gestern gewesen wäre): Die französische Belagerung von Mainz. Wer war da nicht alles in Marienborn? Der preußische General von Clausewitz oder die Schriftsteller Heinrich von Kleist und Johann Wolfgang von Goethe. Clausewitz gegenüber marschiere ich als Kabarettist ja mehr oder weniger außer Konkurrenz (obwohl von ihm der Satz stammen soll, Kabarett sei die "Fortsetzung der Politik mit unterhaltsamen Mitteln"), aber die beiden anderen sind mir von der Branche her schon deutlich näher und damit bedrohlicher.

    Das Schlimmste aber: Predigen! In einem ökumenischen Gottesdienst! Die Rituale eines katholischen Gottesdienstes, all das Hinknien, Aufstehen, Hinsetzen und wieder Hinknien, das erledigen meine Gelenke ganz alleine, da muss ich nicht nachdenken. Das sind Prägungen aus Kinderzeiten. Aber: ökumenisch und predigen, das ist eine echte Herausforderung. Und zwar nicht für meinen Bewegungsapparat.

    Bei allem Stress: Die Predigt bietet auch große Chancen. Jürgen Fliege hat’s mir vorgemacht. Er verhökert seine von ihm geweihte "Fliege Essenz" für 39,95 das Fläschchen. Wenn meine erste Predigt erst mal rum ist, mach ich auch so was. Merken Sie es sich schon mal vor: Käzmanns Kekse®. Sind deutlich schmackhafter als Flieges geweihtes Gebräu und außerdem sind noch kleine Zettelchen eingebacken. Spirituelle Botschaften. Kostprobe? "Wenn du jemanden kritisierst, solltest du erst mal zehn Kilometer in seinen Schuhen gehen. Das hat zwei Vorteile: Du bist zehn Kilometer weg, wenn er die Kritik hört. Und er hat keine Schuhe."

    Büb Käzmann alias Markus Höffer-Mehlmer ist Kabarettist und lebt in Mainz ( www.bueb-kaezmann.de)

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