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    MainzProzess: 49-Jähriger gesteht tödlichen Schuss auf seine Mutter

    Ein 49 Jahre alter Angeklagter hat in einem Mordprozess vor dem Mainzer Landgericht gestanden, seine Mutter erschossen zu haben. Zum Zeitpunkt der Tat im April habe er mehr als vier Promille Alkohol im Blut gehabt, wie ein Test ergab.

    Foto: dpa

    Wörrstadt/Mainz - Ein 49 Jahre alter Angeklagter hat in einem Mordprozess vor dem Mainzer Landgericht gestanden, seine Mutter erschossen zu haben. Zum Zeitpunkt der Tat im April habe er mehr als vier Promille Alkohol im Blut gehabt, wie ein Test ergab.

    Es schien ein normaler Nachmittag zu sein. Die 78-jährige Frau ging ahnungslos mit ihrem Rollator über den Hof zu einem Nebengebäude. Es sollte ihr letzter Gang sein. Denn von hinten schlich sich ihr Sohn an und schoss der Mutter mit einer Pistole ins Herz. Danach alarmierte der Winzer aus Wörrstadt die Polizei. So fasst es zumindest die Mordanklage zusammen, die an diesem Dienstag zum Prozessauftakt am Landgericht verlesen wurde. Der 49-jährige Winzer soll zum Tatzeitpunkt einen Blutalkoholgehalt von 4,05 Promille gehabt haben.

    Wirtschaftlicher und persönlicher Niedergang
    Was treibt einen Menschen zu solch einer Wahnsinnstat? Genau das zu erfahren, dürfte eine zentrale Aufgabe sein, die die 1. Strafkammer an den kommenden Verhandlungstagen bewältigen muss. Erste Hinweise, welche Umstände zu dem Mord am späten Nachmittag des 20. Aprils in Wörrstadt geführt haben, ergaben sich auch am Dienstag schon.
    Wenn man den Ausführungen zum Lebenslauf des Angeklagten folgt, fügt sich das Bild eines langsamen wirtschaftlichen und persönlichen Niedergangs zusammen. 1985 starb der Vater und der heute 49-Jährige übernahm als jüngster von drei Brüdern den elterlichen Mischbetrieb, den er zu einem reinen Weingut umbaute.
    Doch im Lauf der Jahre verfiel der Angeklagte offensichtlich immer mehr dem Alkohol. Eine Ehe wurde wohl auch deswegen 2001 geschieden. Dazu kamen wirtschaftliche Probleme: Die Betriebskosten seien gestiegen, der Erlös aber sei gesunken, berichtete der Angeklagte, der seit dem 21. April in Untersuchungshaft sitzt. Zeitweilig arbeitete der Mann als Lagerist. Doch mit der Unternehmensführung sei er nicht einverstanden gewesen: „Wir haben uns gegenseitig nicht verstanden.“

    Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Sohn
    Zuletzt lebte der Angeklagte mit seiner gehbehinderten Mutter von Hartz IV. Zwischen der alten Dame und dem Sohn scheint es zu Auseinandersetzungen gekommen zu sein. Die 78-Jährige hat sich wohl unter anderem über den ausufernden Alkoholkonsum des Sohns beklagt. Die Wortwahl – „Ochs“, „Kuh“ oder „Penner“ - war offensichtlich nicht gerade die freundlichste.
    Doch während der Winzer, der auch von einem gescheiterten Selbstmordversuch sprach, bei früheren Vernehmungen den Eindruck erweckte, dass das Zusammenleben mit der Mutter für ihn unerträglich gewesen sei, wiegelte er am Dienstag ab: „Wir sind eigentlich gut miteinander ausgekommen.“
    Gegenüber der Polizei hatte der Angeklagte die Tat offenbar eingeräumt. Zu einem Geständnis vor Gericht kam es noch nicht, weil der Verteidiger Rafael Pinhas darauf bestand, dass der am Diesntag verhinderte psychiatrische Gutachter anwesend sein sollte. Immerhin gehe es um die Schuldfähigkeit seines Mandanten. Am Montag, 22. Oktober, wird der Prozess fortgesetzt.

    Heiko Beckert

    Siebeneinhalb Jahre Gefängnis für Mord an der MutterMuttermörder gesteht vor Gericht
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