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    Nashörner und Seekühe lebten in Mainz

    Mainz - Ein riesiger Hai schwimmt heran. Er jagt. Sein Gebiss sieht blutig aus. Und jetzt schwimmt er auch noch aus dem Bild heraus. Schnell die 3D-Brille abgesetzt! Nun ist das Urviech wieder auf seinem Platz im 360-Grad-Kino.

    "Die Haie vor 31 Millionen Jahren waren größer als die heutigen Exemplare", sagt Michael Schmitz. Als Direktor des Naturhistorischen Museums hat er sich Zeit genommen, um die neue Ausstellung "Klimazeugen - 400 Millionen Jahre Dynamik und Wandel in Rheinland-Pfalz" zu erläutern. Ihm zur Seite steht Kirsten Grimm. Sie ist die federführende Kraft hinter der Schau, die weit in die Vergangenheit führt, aber auch in die Zukunft des Museums weist.

    Drei Abschnitte dokumentieren Klimafaktoren und ihre Auswirkungen: Am Ende eines dunklen Korridors scheint hell und warm die Sonne. "Auf der linken Seite sehen Sie die Faktoren, die aus dem Weltall das Klima beeinflussen", erklärt Krimm. "Rechts die Faktoren auf der Erde selbst." Plattentektonik, Vulkanismus, Wasser- und Luftströmungen sind in kurzen Filmen dargestellt. "Das Klima ist ein gekoppeltes System", sagt Schmitz, "Vorhersagen zu machen, ist ungeheuer schwer."

    Der zweite Raum zeigt vier wichtige Stationen rheinland-pfälzischen Erdgeschichte. Der Klimawandel im Laufe der Zeitalter ist bunt, plastisch und in knappen Texten nachvollzogen: Vor 400 Millionen Jahren bedeckte ein tropisches Meer das Land. 100 Millionen Jahre später ist an selber Stelle Wüste zu sehen, unterbrochen durch Seen. Die Überreste eines großen Dachschädellurchs finden sich hier auch für Kinder auf Augenhöhe. Vor 45 Millionen Jahren bietet sich wieder ein neues Bild: Regenwald und ein subtropisches Meer bedecken Rheinland-Pfalz. Vor 2,6 Millionen Jahren beginnt dann der Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten, Kältesteppen und Waldlandschaften. Dafür steht das große Gehörn eines Wasserbüffels.

    "Wir haben uns bemüht, besondere Exponate zu zeigen", meint Schmitz. Grundsätzlich fehle es nicht an Fossilien, im Gegenteil. "Wir könnten die Räume bis unter die Decke füllen."

    Mainz als Stadt der Wissenschaft 2011 hat auch für das Naturhistorische Museum neue und engere Kooperationen gebracht. Das Institut für Geowissenschaften der Universität und das Institut für Mediengestaltung der Fachhochschule haben mitgemischt.

    "Die Kooperationen werden über das Jahr hinaus weiter geführt", sagt Schmitz. "Darüber hinaus ist die Ausstellung selbst ebenfalls nachhaltig." Ihre Aufteilung spiegelt, wie sich das Museum selbst in den nächsten Jahren verändern wird. "Sie ist das Modell, nach dem wird unsere Abteilungen umbauen. Da ist manches in die Jahre gekommen." Geld sei zwar knapp. "Aber wir haben ein großartiges Team, das viel in Eigenleistung schafft." Teile der Ausstellung sollen dauerhaft im Haus Platz finden.

    Die letzte Station ist die "Mobile stereoskopische Surround-Projektion". Gerade wandern Wollnashörner über die Leinwand des 360-Grad-Kinos. "Wir werden ständig an den Filmen arbeiten. Es kommen weitere dazu, und wir werden die Bewegungsabläufe perfektionieren", verspricht Schmitz.

    Das klingt nach Arbeit für ihn und sein Team, sowohl an der Ausstellung als auch am Museum. Für die Gäste jedoch ist wichtiger: Es gibt viel Neues zu sehen, jetzt und in den nächsten Jahren. Gerd Blase

     Geöffnet: Dienstag, 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis 14 Uhr, Donnerstag bis Sonntag bis 17 Uhr

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