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    MainzKinderärztin mit Psychose? Gutachter hält Frau für krank

    Es ist eine traurige Geschichte, die am Freitag vor dem Verwaltungsgericht Mainz beraten wurde. Kurz nach den verheerenden Anschlägen auf die Twin Towers in New York 2001 nimmt sie ihren Anfang.

    Foto: dpa (Symbolbild)

    Mainz - Es ist eine traurige Geschichte, die am Freitag vor dem Verwaltungsgericht Mainz beraten wurde. Kurz nach den verheerenden Anschlägen auf die Twin Towers in New York 2001 nimmt sie ihren Anfang.

    Eine Kinderärztin aus Niedersachsen behandelte damals ein kleines Kind, dabei kam es zu einer Unterhaltung mit einem Angehörigen. Was genau bei dieser Gelegenheit besprochen wurde, darüber rätselt noch heute Edwin Lortz, Psychologe am St. Elisabeth-Krankenhaus in Lahnstein und gelegentlicher Gutachter vor Gericht. Sicher ist für ihn aber, dass es sich bei diesem Aufeinandertreffen um „eine Wahn generierende Begegnung“ handelt.

    Jedenfalls gewann die spezialisierte Kinderärztin den Eindruck, dass dieser Angehörige Kenntnisse über „politische Vernetzungen“ und „logistische“ Abläufe habe, die im Zusammenhang mit den Anschlägen stehen. „Seit dieser Zeit veränderte Sie sich“, sagt Lortz, der leitender Arzt der psychiatrischen Abteilung in Lahnstein ist. Sie fühlt sich überwacht, wird reizbar. Das Wort „Psychose“ steht im Raum.

    Das wirkt sich beruflich und auf das Privatleben aus: Die Ehe scheitert, die Kinder wenden sich von der Mutter ab. Ihre Approbation wird, nach Auffälligkeiten im Beruf, für ungültig erklärt. Sie kommt in den Jahren 2006 und 2007 in psychiatrische Behandlung, wird auch betreut. Allerdings lehnt sie das alles bis heute ab, wie Lortz berichtet.

    Ohne Erlaubnis ihren Beruf auszuüben, bewirbt sich die 1956 geborene Frau bei einem Krankenhaus in Bad Kreuznach um eine Stelle als Ärztin – mit Erfolg. Etwa einen Monat später erfährt die Betreuerin davon und informiert die zuständigen Stellen. Die Medizinerin verliert ihre Stelle. Ein „Missverständnis“ nennt sie das Ganze vor Gericht.

    Nun klagt die Kinderärztin auf Wiederzulassung ihrer Approbation vor Gericht. Für sie spreche eine rund 20-jährige Berufserfahrung. Und ein Kind ist, wie auch Lortz sagt, durch sie wohl nicht zu Schaden gekommen. „Es geht mir um meine fachärztliche Tätigkeit“, betont die Ärztin. Krank fühle sie sich auch heute nicht.

    Aus Sicht des Gutachters ist das ein Teil des Problems. Zwar bezweifelt Lortz nicht grundsätzlich das Leistungsvermögen der Klägerin, doch aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit oder unter Belastung könne es zu Behandlungsfehlern kommen. Er empfiehlt eine Therapie, an deren Ende die Wiederzulassung als Ärztin stehen kann. Von diesem Weg will die Klägerin aber nichts wissen.

    „Wir müssen darüber entscheiden, ob sie so krank sind, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können“, betont Richterin Bettina Freimund-Holler. Einfach will sie es sich dabei nicht machen. Erst in 14 Tagen soll das Urteil gefällt werden. Aus dem Rat an die Klägerin – die eine „Kämpfernatur“ sei –, bei einer Ablehnung der Klage „die Flinte nicht ins Korn“ zu werfen, lässt allerdings eine Tendenz erkennen. be

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