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    HeidesheimKaninchen und Wühlmäuse machen den Deich kaputt

    Damit der Deich auch beim nächsten Hochwasser hält, gibt es zweimal im Jahr eine Deichschau. Jetzt ist der Abschnitt zwischen Ingelheim und Mainz dran. Am Mittwoch gehen Experten und interessierte Bürger nochmal los.

    Mit diesem Gerät wird am Deich gemäht. Die Grasnarbe muss dicht und gut verwurzelt sein, damit im Ernstfall alles schön dicht bleibt. 
Foto: Harry Braun
    Mit diesem Gerät wird am Deich gemäht. Die Grasnarbe muss dicht und gut verwurzelt sein, damit im Ernstfall alles schön dicht bleibt.
    Foto: Harry Braun

    Heidesheim - Auf dem feuchten Gras immer wieder abrupt ein Stückchen nach unten rutschend, arbeitet sich der Scheibenmäher in beeindruckender Schräglage langsam durch den Nebel und die steile Böschung des Deichs entlang.

    Normalerweise wird bei diesen Witterungsverhältnissen nicht gemäht. Schon gar nicht mir schwerem Gerät. Doch dieser Einsatz diente nur Demonstrationszwecken und dauerte nicht lange. Es ist Deichschau am Rheinhauptdeich zwischen Mainz und Ingelheim. Zwei Tage lang wird der Deich auf Herz und Nieren geprüft.

    Ein Bild vom Deich

    Unterhalten werden die Hochwasserschutzeinrichtungen von den Deichmeistereien der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd). "Bei der Begehung informieren wir uns über den Zustand der Hochwasserschutzeinrichtungen", sagte Christian Staudt Leiter der SGD-Süd in Mainz. Mit dabei sind Vertreter der jeweiligen Gemeinden sowie Naturschutzbehörden oder auch interessierte Bürger. "Dabei machen wir uns ein Bild vom Zustand des Deiches."

    Was so alles passieren kann erklärt Wolfgang Ludwig, Leiter der Deichmeisterei in Budenheim: "Kaninchen oder Wühlmäuse zum Beispiel. Durch ihre langen Gänge unterhöhlen sie die Deiche und machen sie instabil. Oder das Wurzelwerk von Bäumen oder Sträuchern, daher gibt es unmittelbar neben und auf dem Deich keinerlei Gebüsch oder ähnliches. Mechanische Beschädigungen durch Landwirte und Quadfahrer tragen dazu bei, dass die Grasnarbe verletzt wird. Aber nur eine dichte, gut verwurzelte Grasnarbe gewährleistet die Funktionsfähigkeit der Deichanlage." Alle Mängel werden schriftlich festgehalten und je nach Dringlichkeit behoben.

    Zwei mal im Jahr wird gemäht

    Zweimal im Jahr wird auf dem Rheindeich gemäht, und zwar unter Berücksichtigung ökologischer Belange, betont Thomas Arnold von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. "Es ist wichtig, dass beispielsweise der Blütenhorizont für Schmetterlinge nicht auf einmal abgemäht wird, sondern nur abschnittsweise. Oder dass Bäume, in denen Fledermäuse ihre Höhlen haben, nur in Ausnahmefällen gefällt werden." Der Hochwasserschutz laufe also auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den Deichmeistereien und den verschiedenen Grünbehörden hinaus, fasst Ludwig zusammen. "Zu jedem Baum, den wir aus Hochwasserschutzsicht fällen wollen, holen wir eine Stellungnahme vom Baumgutachter dazu."

    Heute geht die Deichschau in ihre zweite Etappe. Wer Lust hat mitzugehen, kann sich um 9 Uhr an der Bastion in Heidenfahrt einfinden, oder um 14 Uhr an der Fähre in Budenheim.

    Von unserer Mitarbeiterin Antoinette Malkewitz

    Der Deich und sein Meister
    Mainzer Rhein-Zeitung
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