40.000
  • Startseite
  • » Holzpellets: Den Nachbarn in Gonsenheim stinkt's gewaltig
  • Aus unserem Archiv

    MainzHolzpellets: Den Nachbarn in Gonsenheim stinkt's gewaltig

    Neu und schmuck stehen die 89 Einfamilienhäuser an der Karlsbader Straße in Gonsenheim. Für Heizwärme und Warmwasser sorgt ein Blockheizkraftwerk mit Holzpellets. Das Problem: Rauch und Gestank.

    Balkonbenutzer: Auf Nasenhöhe mit dem Kraftwerkskamin. (Großes Foto: privat, Freisteller im Header: Symbolbild)
    Balkonbenutzer: Auf Nasenhöhe mit dem Kraftwerkskamin. (Großes
    Foto: privat, Freisteller im Header: Symbolbild)

    Mainz - Neu und schmuck stehen die 89 Einfamilienhäuser im Areal an der Karlsbader Straße in Gonsenheim.

    Seit dem Frühjahr haben junge Familien ein bezahlbares Eigenheim bezogen. Für Heizwärme und Warmwasser sorgt ein Blockheizkraftwerk an der Straße "An der Sandflora". Gespeist wird es mit Holzpellets. Das ist CO2-neutral, birgt aber ein Problem: Anwohner leiden unter Rauch und Gestank.

    "Meine Wohnung ist eine Räucherkammer", sagt Petra Szablikowski. Sie wohnt in einem der älteren Mehrfamilienhäuser auf der anderen Straßenseite. Wäschetrocknen auf dem Balkon geht nicht mehr: "Beim Bügeln kommt dieser Räuchergeruch raus." Der 18-jährige Sohn ist Asthmatiker und muss jetzt öfter zum Arzneispray greifen. Seit Mai gehe das jetzt so.

    Szablikowski ist nicht als einzige betroffen. Gemeinsam mit Nachbarn hat sie sich schlau gemacht: Obwohl seit Monaten in Betrieb, sei das Kraftwerk noch nicht vom Schornsteinfeger abgenommen - der Kamin ist niedriger als vorgeschrieben. Laut Technischer Anleitung Luft muss der Rauch-Auslass einen Meter höher liegen als das höchste Fenster im Umkreis von 33 Metern. Davon kann keine Rede sein. "Ich kann vom Balkon aus von oben in den Schornstein gucken", erzählt eine andere Anwohnerin. Bei ihr im Haus leide ein dreijähriges Kind an Husten, ein 17-Jähriger an Atembeschwerden. Nachmessen ergab eine Distanz von nur 28,5 Metern zum Fenster gegenüber.

    In der Neubausiedlung selbst riecht man ebenfalls den Rauch, auch wenn sie wegen der Hanglage tiefer liegt, bestätigt Michel Fuchs von der Eigentümervertretung. Bereits im Mai, bei der Abnahme der Gemeinschaftsflächen mit Bauleiter und Kraftwerksbetreiber, habe man deswegen kritisch nachgefragt. "Es wurde gesagt, dass alles den Vorschriften entspricht."

    Das galt aber nur für die Abgaswerte, nicht für den Kamin. Schornsteinfegermeister Jörg Weber bestätigt auf MRZ-Anfrage, dass er zu niedrig ist, sieht das Problem aber schon so gut wie erledigt: "Die Abnahme ist geschehen." Das Schornsteinniveau werde angehoben, der Betreiber sei informiert.

    Betreiber Heinrich Wengerter erzählt es anders: Erst gestern habe ihm der Schornsteinfeger überraschend mitgeteilt, dass der Kamin höher werden muss. Dabei habe das Unternehmen, das das Kraftwerk baute, vor einem Jahr extra einen Ortstermin mit dem Schornsteinfeger wegen der Kaminhöhe gehabt: Alles in Ordnung, habe es geheißen. Von der MRZ damit konfrontiert, entgegnet Weber: Damals habe nur das Gebäude gestanden; wo der Kamin hin sollte, sei noch nicht klar gewesen. Betreiber Wengerter muss jedenfalls handeln: "Der Kamin wird natürlich höher gebaut. Das ist ja so vorgeschrieben." Claudia Renner

    Mainz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Wetter in Mainz und Region
    Mittwoch

    16°C - 29°C
    Donnerstag

    14°C - 27°C
    Freitag

    17°C - 29°C
    Samstag

    18°C - 31°C
    Sporttabellen
    Radball

    Alle Sportarten, alle Ligen, alle Plätze im Überblick

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach