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    RheinhessenFrühlingssonne soll Spargel sprießen lassen

    Ostermenü mit frischem Spargel? Das könnte in diesem Jahr gerade so klappen. Denn: Die Witterungsbedingungen waren ideal, wie Spargelexperte Frieder Zimmermann von der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer sagte.

    In gut zwei Wochen dürften die ersten Spargel in unserer Region aus dem Boden sprießen. Piotr Dziedzic (links) und Seweryn Rzepa, die für den Finther Spargel- und Obsthof Schmitt arbeiten, haben Folien aufgebracht, damit die Frühlingssonne den Boden aufwärmt. Vielleicht klappt's ja doch bis Ostern.
    In gut zwei Wochen dürften die ersten Spargel in unserer Region aus dem Boden sprießen. Piotr Dziedzic (links) und Seweryn Rzepa, die für den Finther Spargel- und Obsthof Schmitt arbeiten, haben Folien aufgebracht, damit die Frühlingssonne den Boden aufwärmt. Vielleicht klappt's ja doch bis Ostern.
    Foto: seibert

    Rheinhessen - Ostermenü mit frischem Spargel? Das könnte in diesem Jahr gerade so klappen. Denn: Die Witterungsbedingungen waren ideal. Spargelexperte Frieder Zimmermann von der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer sagt: Der trockene Herbst und die brutale Kälte im Februar haben den Pflanzen ein Jahreszeitengefühl vermittelt.

    Jetzt wird Sonne getankt: Die "Spargelbalken" sind zugedeckt, damit sich unter der schwarzen Folie die Erde erwärmt. 
Fotos: Armin Seibert
    Jetzt wird Sonne getankt: Die "Spargelbalken" sind zugedeckt, damit sich unter der schwarzen Folie die Erde erwärmt. Fotos: Armin Seibert
    Foto: seiberta

    Seit Ende der Frostperiode geht es kontinuierlich bergauf, und zusammen mit den technischen Möglichkeiten bringt das Frühlingsgefühle in die Spargelgräben. Zimmermann: "Wenn es nicht noch einmal kalt wird, geht der Spargel ab wie Luzie!"

    Früher wurde Spargel klassisch im Mai und bis 24. Juni gestochen. Doch die Anbautechnik mit mehrschichtigen Folien, Vliesen und sogar Heizschlangen bringt zusammen mit den zunehmend wärmeren Frühjahrsmonaten eine immer frühere Ernte. "Nächstes Jahr rufen die ersten sicher schon kurz nach Neujahr an und fragen nach dem Spargel", scherzt Zimmermann.

    Er weiß aber auch: Bei Spargel lohnt der Aufwand, denn kein anderes Edelgemüse wird so regional nachgefragt. Es gebe zwar außerhalb der Saison Spargel aus Peru, doch heimische Genießer warteten lieber auf regionalen Spargel und seien auch bereit, hohe Preise zu zahlen.

    Lieber im Hofladen vermarkten

    Bauernverbandsvorsitzender Ludwig Schmitt sieht es differenziert. Der Aufwand für Folien, Maschinen und Arbeitskräfte muss sich auch lohnen. Wenn man Spargel im großen Stil anbaut und bei guter Ernte über Genossenschaften vermarkten muss, dann sinken die Kilopreise für die erste Sorte teils unter vier Euro. Dann wird es schwierig. Einen Hektar Spargel anzulegen koste immerhin auch 10 000 Euro. Schmitt selbst beschränkt sich bei Spargel auf rund drei Hektar - das ist über den Hofladen vermarktbar. Die meisten seiner Finther Kollegen denken ähnlich.

    Wird's noch mal kalt?

    "Entscheidend fürs Ostermenü wird sein, dass es nicht noch mal kalt wird", benennt Schmitt die Wetterbedingungen. Tagsüber mindestens zwölf Grad, nachts nicht kälter als zehn Grad, dann könnte es klappen. Aber er hält sich mit Spekulationen zurück. Bilanziert wird nach der Ernte. Doch nicht alle Spargelbauern decken alle ihre Spargelbalken ab. Etliche Kunden fragen auch nach Grünspargel, wollen diesen mit dem klassischen Bleichspargel auf dem Osterteller mischen: was Grünes auf den Tisch. Schmitt: "Es gibt auch Kunden, die die blauen und violetten Köpfe bevorzugen. Außerdem: "Natur pur verlängert auch die Saison." Schmitt: "Wenn ich unter Folien von April an steche, kann ich nicht bis 24. Juni ernten, sonst geht der Stock kaputt. Werden zu viele Sprossen weggenommen, kann die Pflanze nicht genügend Kraft fürs nächste Jahr assimilieren."

    Folien bringen den entscheidenden Vorsprung

    Wer mit Hilfe von Thermofolien seinen Umsatz in der Hälfte der Zeit macht, tut das natürlich, sagt Hans-Jürgen Lang aus dem Ingelheimer Stadtteil Sporkenheim, der in diesen Tagen mit seinen Maschinen für Kollegen in Darmstadt und Dieburg Spargelbalken vorbereitet. Dort wird mit Minitunnels, Vlies, Transparenten und Lochfolien in großem Stil gearbeitet, um auf 2500 Hektar Anbaufläche möglichst früh zu starten. Lang: "Dort wird’s mit Ostern klappen. In unserer Region wird’s hingegen sehr knapp."

    Die meisten heimischen Spargelbauern arbeiten mit "Schwarz-Weiß-Folien". Derzeit sehen Spargelfreunde beim Betrachten der Felder "schwarz", denn die Wärme absorbierende schwarze Oberfläche liegt jetzt oben. Wenn es dann einige Tage richtig warm war, wird die Folie gedreht: Weiß ist dann Trumpf. Schließlich will man die Spargel bei über 20 Grad plus nicht schon auf dem Feld "kochen".

    Armin Seibert

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    Mainzer Rhein-Zeitung
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