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    MainzFreie Kultur scheitert an hohen Mieten

    Mehr Räumlichkeiten, Foren und Entfaltungsmöglichkeiten für die freie Kulturszene in Mainz. Das fordern derzeit die Aktivisten mit der Besetzung der alten Villa im Industriegebiet. Tatsächlich hat es die freie Szene meist schwer. Oft scheitert sie an zu hohen Mieten.

     Mainz. Mehr Raum für die freie Kulturszene! Was die Hausbesetzer in der Oberen Austraße jetzt sehr öffentlich wirksam fordern, dafür kämpfen viele freie Initiativen schon seit Jahren vergeblich. Die MRZ hörte sich bei ihnen um.

    Das Fazit: Vor allem die hohen Mieten in der Innenstadt machen eine unkommerzielle Kulturarbeit schwierig, teils unmöglich, sagen Künstler, Kreative und Kulturschaffende aller Couleur. Die meisten Vereine und Gruppen müssten sowieso mit Mini-Budgets auskommen, da sei eine hohe Miete nicht zu stemmen.

    Nach Ansicht von Andreas Fitza, Vorsitzender des Peng-Vereins, ist die freie Kulturszene in der Stadt permanent gefährdet. "Da das Hauptproblem vieler Vereine und Gruppen stets die Raumnot ist, bleibt für inhaltliches Arbeiten kaum mehr Kapazität", so Fitza. Neben den hohen Mieten ist für Fitza ein weiteres Problem, dass nur wenige Vermieter bereit seien, kurzfristige und übergangsmäßige Mietverhältnisse einzugehen.

    Der Peng-Verein ist seit seiner Gründung bereits mehrmals umgezogen. Nach langer Suche zu Beginn des Jahres haben die Peng-Leute nun ein vorübergehendes Domizil in der Martinsstraße.

    Neben dem Peng-Verein ist auch die Buchkinderwerkstatt unter dem Dach des Kunstvereins Eisenturm auf Raumsuche. Die Räume an der Mombacher Straße, in denen die kulturpädagogische Einrichtung seit mehr als drei Jahren zu Hause ist, müssen Ende des Jahres geräumt sein. "Wir wissen nicht, ob und wie es weiter geht", sagt Otto Martin, Vorsitzender des Kunstvereins Eisenturm. "Die Räume in der Innenstadt sind so teuer, dass man sie eigentlich nur gewerblich nutzen kann. Da hat man als Kulturschaffender keine Chance."

    Ebenfalls ohne Raum steht das Atelier Zukunft (ehemals Binger Straße) da, die Zukunft des unkommerziellen Zentrums Haus Mainusch auf dem Campus ist unsicher (wir berichteten), das Netzwerk freier Theaterpädagogen sucht Probenräume genauso wie der erst kürzlich gegründete Verein Mainzer Tanzkunst, der unter anderem die Mainzer Tanztage organisiert.

    Nadja Blickle ist freie Theaterpädagogin und genauso wie ihre Mitstreiter vom Netzwerk Theaterraum ständig auf der Suche nach Räumen, die man für Proben und Workshops nutzen kann. "Es wäre einfach schön, wenn es hier in Mainz einen Raum gäbe, wo theaterpädagogische Projekte möglich sind. So ein kulturelles Zentrum wäre für die Stadt ziemlich wichtig", findet sie.

    Genauso sieht es Nic Schmitt vom Performance Art Depot (PAD) in der Leibnizstraße. "Es wäre super, wenn viele Kulturleute unter einem Dach arbeiten könnten. Davon profitieren Künstler und Zuschauer: Wer etwa zum Kindertheater kommt, schaut dann vielleicht noch die Ausstellung im Nebenraum an."

    Nils Hillebrandt von der ehemaligen Künstlergemeinschaft Atelier Zukunft würde sich mehr Orte wie etwa den Peng-Verein wünschen. "Was Peng macht, ist super. Aber es gibt so viel kreative Leute hier, die gern ähnliche Sachen machen wollen. Es ist einfach schade, dass die freien Initiativen es so schwer haben. Die Stadt hat so viel Potenzial." Andrea Wagenknecht

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