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    MainzFrauenbüro schlägt Sex-Alarm

    Die Narrenzeit hatte noch nicht begonnen. Im Gegenteil: Das Christkind stand vor der Tür, als Eva Weickart erzürnt zur Tastatur griff, um bei der Kulturdezernentin zu intervenieren. Stein des Anstoßes für die städtische Frauenbeauftragte: Das Plakat zur Ausstellung "Moral hin, Moral her" des Deutschen Kabarettarchivs.

    Auch im Kabarett fallen mittlerweile häufig die Hüllen, wie das Plakat von Klaus Wilinski symbolisiert.
    Auch im Kabarett fallen mittlerweile häufig die Hüllen, wie das Plakat von Klaus Wilinski symbolisiert.

    Mainz - Die Narrenzeit hatte noch nicht begonnen. Im Gegenteil: Das Christkind stand vor der Tür, als Eva Weickart erzürnt zur Tastatur griff, um bei der Kulturdezernentin zu intervenieren. Stein des Anstoßes für die städtische Frauenbeauftragte: Das Plakat zur Ausstellung "Moral hin, Moral her" des Deutschen Kabarettarchivs (bis 14. Februar im Rathaus).

    Die gezeichnete Frau, bekleidet mit Blümchen und Handschuhen, eine Handtasche mit Dollar-Zeichen wedelnd ist für die Gleichstellungsbeauftragte "in jeder Hinsicht sexistisch und frauenfeindlich und in Dümmlichkeit und Klischeehaftigkeit kaum zu überbieten". Und: Das Bild erinnert Weickart an ein PR-Plakat für eine "Porn-Party". Deshalb möge Dezernentin Marianne Grosse das Motiv "in der Öffentlichkeit problematisieren".

    Dies ist, wiewohl die frauenrechtlerische Protestnote vom 20. Dezember 2010 datiert, bisher nicht geschehen. Auch, weil die Adressatin keinen Anlass dafür sieht. Ist doch das vom Frauenbüro gegeißelte Plakat nur eines von fünfen, die die Entwicklung des Kabaretts der vergangenen 100 Jahre abbildet: Die Dame mit Globuskopf ist mit Kleid, Mikrofon, Maulkorb, Megafon, Minirock und eben unbekleidet zu sehen. "Das Motiv symbolisiert die nackte Welt", sagt Grosse. "Die künstlerische Absicht hat mit historischer Entwicklung, aber nichts mit Sexismus zu tun."

    Auch Moralschützerin Weickart scheint an einer "öffentlichen Problematisierung" nicht mehr interessiert. "Mein Brief war intern", erklärt sie wortkarg. Dass die für sie so fürchterliche Zeichnung Teil einer Bilderserie ist, war ihr bis zum MRZ-Anruf nicht bekannt. "Ich hatte nur dieses Plakat gesehen. Und irgendwann muss man ja mal anfangen, sich aufzuregen." Thomas K. Slotwinski

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