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    MainzDie GEZ will Geld von längst Verstorbenem

    Die GEZ ist ja für Beharrlichkeit bekannt, wenn es um Gebühren geht - und versucht es auch beim toten Daniel H. Ein Schock für dessen Mutter.

    Petra H. mit Briefen an ihren toten Sohn.
    Petra H. mit Briefen an ihren toten Sohn.
    Foto: Harry Braun

    Mainz - Vorsicht bei der Herausgabe personenbezogener Daten! Was jungen Internetnutzern eingeschärft wird, gilt genauso in der realen Welt - und das schon lange.

    Welche Auswirkungen der schwunghafte Austausch von Personendaten selbst bei öffentlichen Institutionen haben kann, musste die Mainzerin Petra H. jetzt schmerzlich erfahren. Ausgerechnet an Heiligabend findet die 57-Jährige im Briefkasten ein Schreiben der GEZ, der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechlichen Rundfunkanstalten - adressiert an Daniel H., Petra H.'s vor fast zehn Jahren verstorbenen Sohn.

    Ein Anruf, eine Richtigstellung, alles erledigt? Weit gefehlt. Mitte Januar schreibt die GEZ erneut einen Brief an Daniel H.: "Haben Sie unser Schreiben nicht erhalten?"

    "Man kann sich vorstellen, dass solche Schreiben viele alte Wunden wieder aufreißen. Doch die GEZ gibt keine Ruhe", klagt Petra H.s Lebensgefährte Michael W.. Hilfe suchend wandte er sich an die MRZ.

    "Wir bedauern zutiefst, dass wir ein verstorbenes Kind angeschrieben haben", teilt die GEZ unserer Zeitung auf Anfrage schriftlich mit. Grundsätzlich schreibe die GEZ regelmäßig alle Firmen und Privatleute über 18 Jahren an, die keine Rundfunkgeräte angemeldet haben an - basierend auf Daten der Einwohnermeldeämter, ergänzt durch "im Markt erhältliche Adressen von großen Adressanbietern". Rechtsgrundlage hierfür sei der Rundfunkgebührenstaatsvertrag. "Sowohl Adressanbieter als auch die GEZ als deren Kunde müssen davon ausgehen, dass es sich dabei um aktuelle Adressen handelt", so die GEZ.

    Was bei Daniel H. eben nicht der Fall war - und was laut GEZ auch "immer wieder mal" vorkommt. Mittlerweile aber habe man Daniel H. in eine GEZ-interne Sperrdatei aufgenommen, so dass von hier keine weiteren Schreiben mehr versandt würden, sagt die Sprecherin. Die Herkunft der Daten aber, und auch dass sie nicht weiter verbreitet werden sollen, müsse die Familie selbst bei der Firma klären, von der die GEZ die Adresse erhalten hat - namentlich der "AZ direct" der Bertelsmann-Tochter "Arvato" in Gütersloh.

    "Wir sind nur der Vermittler zwischen der GEZ und Anbietern von Adresslisten", erklärt nun Gernot Wolf als Sprecher der "AZ direct". Im Fall von Daniel H. habe die Daten die Firma "Palette Adressenverlag" in Idstein zur Verfügung gestellt. Für die Aktualität des weitergegebenen Adressmaterials sei also nur diese verantwortlich - und folglich auch alleiniger Ansprechpartner wegen einer Löschung von Daniel H.'s Daten. Der "Palette Adressenverlag" wiederum gibt "der Presse grundsätzlich keine Auskunft" - weder zur Herkunft noch zur Qualität der von ihm herausgegebenen Adressen. Warum? Das verbiete ihm "der Datenschutz". Brigitte Specht

    Brigitte Specht zu den Grenzen des DatenschutzesWer hat meine Adresse?
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