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    Candy Dulfer beweist: Weiße sind funky

    Mainz - Nein, zum Ausruhen ist sie nicht gekommen. Von der ersten Minute an geben Candy Dulfer und ihre sechs Musiker Vollgas. Und so hat auch das Publikum keine Chance, es sich allzu gemütlich zu machen.

    Foto: Harry Braun

    Mainz - Nein, zum Ausruhen ist sie nicht gekommen. Von der ersten Minute an geben Candy Dulfer und ihre sechs Musiker Vollgas. Und so hat auch das Publikum keine Chance, es sich auf den vor der Bühne aufgebauten Stühlen allzu gemütlich zu machen.

    Mit ruhig Sitzen ist bei der blonden Frau aus Amsterdam nix. Das macht Candy Dulfer von Anfang an klar. Die Saxofonistin bedient ihr Instrument, singt und klatscht.

    Funk ist angesagt - jener pulsierende Sound, der direkt in die Beine und in den Bauch geht, und in den 70ern und 80ern durch Formationen wie den Commodores oder Earth, Wind & Fire weltweit für wogende Konzertsäle und wabernde Tanzflächen sorgte.

    Die zierliche Holländerin und ihre hoch kompetente Band, aus dem der schwergewichtige Gastmusiker Chance Howard buchstäblich herausragt, fackeln ein Feuerwerk ab, das Solisten und Zuhörer in euphorische Zustände versetzt und dennoch geordnet, arrangiert und irgendwie diszipliniert wirkt.

    Die 41-Jährige setzt ihre Musiker präzise, fast wie Marionetten ein, gibt ihnen dennoch viel Raum zur persönlichen Entfaltung. Es hat schon einen erotischen Touch, wenn sie mit ihrem Schlagzeuger Oscar Kraal im Duett versinkt.

    Candy Dulfer ist nicht die Musikerin der Massen. Die knapp 1000 Leute, die auf die Zitadelle gekommen sind, die wissen aber, was sie erwartet. Und sie werden nicht enttäuscht. Im Gegenteil.

    Die Band um die Frau im Goldmini gibt alles. Alle Musiker sind Meister ihres Fachs. Gaststar Chance Howard, wirklich ein Fleischberg von einem Mann, gibt dem Sound mit seinem schwarzen Gesang den speziellen Kick, den eben nur farbige Musiker haben.

    Weltbekannte Gassenhauer hat Candy auch zu bieten: "Lilly was here", ihr erster fetter Erfolg aus der Feder von Dave Stewart. Oder den Klassiker "Pick up the Peaces".

    Die Frau aus Amsterdam kann hervorragend unterhalten. In einem deutsch-englischen Mischmasch sucht sie den Dialog mit ihrem Publikum, macht selbstironische Späße über ihren Blondinen-Status und löst ein Blitzgewitter hunderter Fotohandys aus, als sie plötzlich während eines Solos durch die Zuschauerreihen geht. All das mit Spaß und ohne jede Allüren.

    Kein Wunder, dass einige Dauergäste des Festivals "Summer in the City" die Dulfer-Show als den bisherigen Höhepunkt bezeichnen.

    Auch Festivalorganisator Ludwig Jantzer ist begeistert. Er will Candy den Mainzern wieder präsentieren, womöglich schon bald.So bleibt die Erkenntnis, die Candy Dulfer ihrem schwarzen Gegenpart Chance Howard im ironischem Gesangsduett entgegenschmettert: "Du sagst, dass Weiße nicht funky sein können? Doch, sie können!" Die Frau hat recht. Von unserem Lokalchef Thomas K. Slotwinski

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