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    Mainz/KoblenzCafé Figaro: Ein Hauch von Handkäsmafia

    200.000 Euro Mietrückstand soll der Betreiber des Café Figaro auf dem Marktplatz an die Wohnbau zahlen. Und ausziehen soll er auch. Der Betreiber denkt gar nicht daran, argumentiert mit Versprechungen über die Zahl der Außensitzplätze, die nicht eingehalten worden seien. Jetzt wird der Fall vor dem Oberlandesgericht verhandelt.

    Das Café Figaro nahe des Doms steht im Zentrum eines Mietstreits.
    Das Café Figaro nahe des Doms steht im Zentrum eines Mietstreits.
    Foto: Harry Braun

    Mainz/Koblenz - Das Café Figaro in den Markthäusern am Mainzer Dom steht seit gut einem Jahr im Zentrum eines heftigen Mietstreits - und ein Ende ist nicht in Sicht: Die Wohnbau fordert von Café-Betreiber Ayhan Aslan gut 200 000 Euro Mietnachzahlung. Und: Er soll das Café sofort räumen. Der aber weigert sich. Sein Anwalt Armin Baumgärtner erklärt warum: "Die Miete ist völlig utopisch hoch!" Die geforderten Zahlungsrückstände will er nicht bezahlen. Nach Recherchen unserer Zeitung zahlt der Café-Chef monatlich 16 400 Euro Miete - laut Mietvertrag müsste er aber gut 5000 Euro mehr bezahlen.

    Jetzt kam es vor dem Oberlandesgericht Koblenz zum Prozess. Auch der Vorsitzende Richter nannte die Miete "relativ hoch". Doch im Zentrum des Rechtsstreits steht eine andere Frage: Hat der frühere Wohnbau-Chef Rainer Laub, der derzeit wegen Untreuevorwürfen vor dem Landgericht Koblenz steht, Café-Betreiber Aslan vor der Unterzeichnung des Mietvertrages mündlich zugesichert, dass er auf dem Marktplatz 200 Gäste bewirten kann? Aslan sagt: Ja. Laub sagt: Nein.

    Die Frage ist von zentraler Bedeutung. Denn Aslan darf heute nur 100 Gäste vor seinem Café bewirten. Er behauptet: Wegen der Halbierung der Anzahl, kann er die vertraglich festgelegte Miete nicht erwirtschaften. Und wegen der Halbierung sei der Mietvertrag aus dem Jahr 2007 unwirksam. Er geht juristisch gegen ihn vor. Laut seinem Anwalt gibt es derzeit keinen gültigen Mietvertrag für das Café: "Darum ist unklar, wie viel Miete mein Mandant überhaupt bezahlen muss. Vielleicht zahlt er sogar zu viel." Dies hält Wohnbau-Anwalt Helmut Martin für ausgeschlossen: "Das Café hat eine Eins-A-Lage. Die Miethöhe liegt absolut im Rahmen des Mietspiegels."

    Im Prozess vor dem Oberlandesgericht will die Wohnbau erreichen, dass Aslan das Café räumt. Doch die Richter machten klar, dass sie in dem Rechtsstreit nicht entscheiden werden. Sie werden ihn wohl an das Landgericht Mainz zurückverweisen. Dieses verhandelt derzeit über die geforderte Mietnachzahlung von gut 200 000 Euro. Nach Ansicht des Oberlandesgerichts ist es nicht sinnvoll, über beide Komplexe getrennt zu entscheiden. Das endgültige Urteil gibt es am 5. Januar.

    Hartmut Wagner

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