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    MainzBitteres Ende: SPAZ entlässt 28 Mitarbeiter

    Die städtische Beschäftigungsgesellschaft SPAZ ist so gut wie am Ende. In einer Betriebsversammlung haben am Mittwoch 28 Mitarbeiter der gemeinnützigen Einrichtung erfahren, dass sie zum 31. Dezember betriebsbedingt gekündigt werden

    Foto: mrz

    Nur ein Bereich, die technischen Dienste, bleibt erhalten. Das teilte gestern die Zentrale Beteiligungsgesellschaft der Stadt (ZBM) mit.

    ZBM-Geschäftsführer und Mainzer Finanzdezernent Günter Beck sprach gegenüber der MRZ von einer "tragischen Entwicklung". Die drastischen Einschnitte seien aber zwangsläufig.

    Die vor 25 Jahren gegründete gemeinnützige "Mainzer Gesellschaft für berufsbezogene Bildung und Beschäftigung" SPAZ schreibt seit Jahren rote Zahlen. Bereits 2011 wurde die Zahl der Beschäftigten von 110 auf 80 reduziert, Arbeitsbereiche wurden dicht gemacht. Derzeit laufen untern anderem noch die Schuldnerberatung, Berufseinstiegsprogramme für Frauen, besonders mit Kindern, sowie Ausbildungsförderung für Jugendliche.

    Ende November 2012 hatte die städtische Beteiligungsgesellschaft ZBM die SPAZ übernommen. Ziel war, sie zu sanieren und ihr eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive zu geben. Das ist offenkundig nicht gelungen.

    Im laufenden Jahr ist laut ZBM mit einem Verlust von 1,5 Millionen Euro zu rechnen. Für 2014 habe sich ein noch höheres Minus abgezeichnet. Als Ursache nennt die ZBM massive Fördermittel-Kürzungen der EU sowie beim Bund. So seien innerhalb von drei Jahren die Leistungen der Jobcenter für die Eingliederung in Arbeit um etwa die Hälfte gekürzt worden. Dagegen spricht der zuständige Fachbereichsleiter der Gewerkschaft Verdi, Peter Schmitt, auch von hausgemachten Fehlern: "Die Geschäftsführung hat bei der Akquise neuer Projekte versagt." Zudem sei versäumt worden, für auslaufende Förderung von Projekten eine Verlängerung zu beantragen; so hätte die Chance gewahrt werden können, dass neue Projektträger die Förderung und auch die Fachkräfte der SPAZ übernehmen.

    Um die SPAZ von staatlicher Förderung weniger abhängig zu machen, wurden nach Angaben der ZBM in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Beschäftigten Projektideen für Kooperationen mit der Wirtschaft entwickelt. Gespräche mit regionalen Unternehmen über diese Ideen und Konzepte blieben "ohne nennenswerte Erfolge". In den vergangenen Wochen hätten sich die Rahmenbedingungen "dramatisch verschlechtert": Fördermittelgeber kündigten weitere Kürzungen an, und der Landkreis Mainz-Bingen habe die Zusammenarbeit in der Schuldnerberatung an den Standorten Ingelheim und Oppenheim ab 2014 gekündigt.

    "Die seit Jahren schwelende Krise um die Finanzierung kann nur noch mit drastischen Einschnitten sowie dem Verzicht auf weitere Geschäftsbereiche bewältigt werden, wenn die SPAZ-Gesellschaft eine Zukunft haben soll", schreibt die ZBM. Wie diese Zukunft aussieht, ist offen. Laut Verdi wird die SPAZ nach den aktuellen Entlassungen nur noch einen Mitarbeiter beschäftigen. Er leite die technischen Dienste, ausgeführt würden diese von rund zehn Kräften in staatlich finanzierten Beschäftigungsmaßnahmen, so Schmitt.

    Für die Entlassenen gebe es einen Sozialplan und einen Abfindungstopf mit insgesamt 400 000 Euro. Ihre Chancen, etwas Neues zu finden, schätzt Schmitt unterschiedlich ein. Gute Aussichten hätten die Spezialisten für Schuldnerberatung. Auch für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter sei der Arbeitsmarkt derzeit nicht so schlecht. Sorgen mache er sich um die Verwaltungskräfte, so Schmitt, da in den Verwaltungen überall gespart wird. Claudia Renner

    Mainzer Rhein-Zeitung
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