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    BI befürchtet Flugkatastrophen

    Mainz - Seit Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest hat Rheinhessen und Mainz nicht nur bei Ostwind mit der Einflugschneise der parallelen Anflüge sowie Abflüge über die Startbahn-West zu kämpfen, auch bei Westwind donnern künftig startende Flugzeuge die ersten 80 Kilometer in einer Höhe von 1500 Metern laut tösend über hessische und rheinhessische Städte und Gemeinden.

    Szenarien wie im schottischen Lockerbie (Kasten) halten die Aktivisten durchaus für möglich. 
Foto: dpa
    Szenarien wie im schottischen Lockerbie (Kasten) halten die Aktivisten durchaus für möglich.
    Foto: dpa - picture alliance / dpa

    Die "stark genutzte Südumfliegung beinhaltet einen bewusst neu geschaffenen, für Fluglotsen wesentlich kritischeren Kollisionskurs" und bei Triebwerksausfall bei einer Maschine aufgrund der niedrigen Höhe mehr Gefahren für einen Absturz, befürchtet die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen. Eine Katastrophe im Lockerbie-Ausmaß könnte demnach die Folge sein, so die Aktivisten in einer Pressemitteilung.

    Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) habe demnach ebenfalls erhebliche Bedenken gegen die neue Südumfliegung geäußert, die im August vom Bundesamt für Flugsicherung (BAF) beschlossen und seit Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn umgesetzt wird. Die Initiative wendet sich damit erneut an die Öffentlichkeit, weil die mit der Flugsicherung befassten Stellen die bereits im März geäußerten erheblichen Sicherheitsbedenken aus ihrer Sicht weder diskutieren, noch in ihre Planungsüberlegungen mit einbeziehen. "Ob dies aus Unkenntnis oder mangelndem Problembewusstsein geschieht, bleibe offen", heißt es weiter.

    Initiative befürchtet Engpässe bei den Fluglotsen

    Engpässe die zu weiteren Unsicherheiten führen könnten, sieht die Initiative bei den Fluglotsen. Dort fehlten Fluglotsen im zwei- oder dreistelligen Bereich für den zeitgemäßen Betrieb des Flughafens Frankfurt. Offensichtlich dominierten, so vermuten die Aktivisten, allein Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bei der Expansion des Flughafens. Politische Parteien verweigerten zudem seit Jahren eine Gesetzgebung, die die Bevölkerung effektiv vor Fluglärm schützt sowie gesundheitliche Auswirkungen einbeziehe. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) arbeite mittlerweile als stark gewinnorientiertes Unternehmen - möglicherweise mit dem Ziel einen zweiten Privatisierungsversuch zu starten, mutmaßt die Initiative.

    Großdemo war ein wichtiger Fingerzeig für die Politik

    Die Fluglotsen erwarten künftig speziell für die Abflüge spürbare Verzögerungen. Wie die Initiative weiter ausführt befürchteten die Lotsen weiter, dass der Flughafen Frankfurt - im Gegensatz zum Londoner Flughafen Heathrow, mit zwei Bahnen - nicht einmal mit vier Bahnen eine reibungslose Abwicklung gewährleisten können. "Heathrow habe effizientere An- und Abflugverfahren und belaste damit die Bevölkerung wesentlich weniger mit Lärm und schädlichen Abgasen", heißt es weiter.

    Die Großdemonstration am vergangenen Samstag habe gezeigt, das die Menschen der Region nicht bereit seien, ihre Gesundheit und ihr Leben einer rücksichtslosen Gewinnmaximierung zu opfern. "Schlimm genug", so die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen, "dass die Bundesregierung plant, Vertreter von Fluggesellschaften in die DFS zu integrieren, damit diese ungehemmter und unbemerkter von der Öffentlichkeit als bisher ihre Interessen verwirklichen können."

    Die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen ruft die Bevölkerung auf, die getroffenen, gegen die Bevölkerung gerichteten Entscheidungen von Bundes- und Landesbehörden nicht hinzunehmen und damit einer Verschlechterung der Lebensqualität in unserer Region entgegenzuwirken.

    Z Weitere Informationen unter www.fluglaerm-rheinhessen.de oder diskutieren Sie mit unter www.facebook.com/fluglaerm-rheinhessen.

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