40.000
  • Startseite
  • » Antike Axt macht sich auf den Heimweg
  • Aus unserem Archiv

    MainzAntike Axt macht sich auf den Heimweg

    Es ist ein Zeichen gegen Antikenhehlerei und Raubgrabungen: Im Römisch-Germanischen Zentralmuseum wurde eine viereinhalbtausend Jahre alte Streitaxt an den Irak übergeben.

    Zur Übergabe der Streitaxt kam der irakische Botschafter Hussain Mahmood Fadhlalla Al-Khateeb (im Bild vorn) nach Mainz. Das antike Stück wiegt 488 Gramm und hat eine Länge von etwa 15 Zentimetern. 
Foto: dpa
    Zur Übergabe der Streitaxt kam der irakische Botschafter Hussain Mahmood Fadhlalla Al-Khateeb (im Bild vorn) nach Mainz. Das antike Stück wiegt 488 Gramm und hat eine Länge von etwa 15 Zentimetern.
    Foto: dpa

    Mainz - Eine viereinhalbtausend Jahre alte Streitaxt aus Mesopotamien ist am Mittwoch an den Irak zurückgegeben worden.

    Die antike Waffe war 2004 bei einer Razzia vom Bundeskriminalamt und des Bayerischen Landeskriminalamtes bei einem Münchener Antiquitätenhändler sichergestellt und zur Begutachtung an das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) in Mainz geschickt worden. Der Händler konnte keine offiziellen Dokumente vorweisen und keine Angaben zur Herkunft des Artefakts machen, teilte das Museum mit. Untersucht wurde die Bronzeaxt, deren Wert auf einige tausend Euro geschätzt wird, von Michael Müller-Karpe, Archäologe am RGZM. Der Wissenschaftler hat in seinem Kampf gegen Raubgrabungen schon häufiger für Aufmerksamkeit gesorgt, zuletzt 2009 mit einem Streit über ein antikes Goldgefäß, das er im Katalog eines Münchner Auktionshauses entdeckt und deren Beschlagnahmung er veranlasst hatte. Über Monate hinweg hatte sich der Forscher geweigert, das Stück aus der Obhut des RGZM herauszugeben (wir berichteten).

    Müller-Karpe entdeckte an der Axt deutliche Kratzspuren, an deren Stelle sich vermutlich eine Inventarbeschriftung befand. Er vermutet, dass sie aus einem Museum gestohlen oder bei einer Grabung entwendet wurde.

    Seine Untersuchungen ergaben weiter, dass die Axt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Irak stammt, vergleichbare Stücke hat man unter anderem im Königsfriedhof in Ur (Südirak) gefunden. Nach irakischem Gesetz gehören alle archäologischen Fundstücke dem Staat, falls eine Ausnahme nicht durch amtliche Dokumente nachweisbar ist. Wie nahezu alle Staaten mit Fundstücken antiker Hochkulturen hat der Irak den Handel verboten. Daher übergab die Staatsanwaltschaft München I auf Vorschlag von Müller-Karpe die Axt an die Republik, zumal der Händler inzwischen "freiwillig" auf sie verzichtet hatte.

    Müller-Karpe kritisierte bei der Übergabe der Axt an den irakischen Botschafter Hussain Mahmood Fadhlalla Al-Khateeb, dass der illegale Handel für die Täter in Deutschland keine strafrechtlichen Folgen habe: "Die haben durchsetzungsstarke Anwälte. Aber Antikenhehlerei ist ein Verbrechen und darf sich nicht mehr lohnen." Die Unesco und das FBI schätzen den jährlichen Umsatz mit geplündertem Kulturgut auf bis zu acht Milliarden Dollar. Giovanna Marasco

    Lokal Z-Szene
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Wetter in Mainz und Region
    Dienstag

    15°C - 27°C
    Mittwoch

    17°C - 30°C
    Donnerstag

    17°C - 28°C
    Freitag

    17°C - 27°C
    Sporttabellen
    Radball

    Alle Sportarten, alle Ligen, alle Plätze im Überblick

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach