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Spielerglück mit zwei Hebeln

Neuwied - Für die einen ist es der wohl berühmteste Delfin der Welt, für andere eine nostalgische Erinnerung, für Wikipedia ist es „ein Geschicklichkeits-Spielautomat ohne Geldgewinnmöglichkeit, bei dem es darum geht, eine polierte Stahlkugel mithilfe von zwei Hebeln auf einem abschüssigen Spielfeld möglichst lange im Spiel zu halten“.

Und auch wenn heutzutage kaum noch jemand „Flipper“ spielt, so ist das Gerät doch allen bekannt. Für Axel Hillenbrand und seinen Kompagnon Harald Fleischhauer sind Flipperautomaten mehr. Sie erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. Deshalb haben es sich die beiden zur Aufgabe gemacht, Flipperautomaten zu sammeln und auszustellen. In Neuwied ist so das erste deutsche Flippermuseum entstanden – eine Einladung zu einer Reise durch die Zeit.

„Extraball“, so heißt das Museum, das sich hinter den Mauern des grauen Gebäudes mit den roten Fensterbrüstungen in der Neuwieder Hermannstraße verbirgt. Unscheinbar von außen, fast wie eine Puppenstube von innen. Kleine Räume mit niedrigen Decken, gemütlich, aber irgendwie auch ein bisschen skurril. Denn in diesen Räumen stehen keine Möbel, sondern Flipperautomaten.

 Modelle aus den 30-er Jahren

Weit über 100 sind es, die es zu erkunden gilt. Angefangen bei Vorgängermodellen aus den 30-er Jahren, die gleich neben der Empfangstheke auf Spieler warten, bis hin zu modernen High-Tech-Geräten aus den 90ern, mit denen die Flipperindustrie in einer Art letztem Aufbäumen den Kampf gegen die Videospielwelt verloren geben muss.

Kugelschleuderspiel, Pinball, Humpty Dumpty oder Assimat – das sind Begriffe, mit denen jeder vertraut wird, der sich zur Erkundung aufmacht. Am Eingang nimmt Axel Hillenbrand das Eintrittsgeld in Euro entgegen und gibt im Gegenzug alte Markstücke heraus. Denn nicht nur geschaut werden kann im Extraball, auch gespielt wird hier.

„Sonst macht das doch keinen Spaß“, weiß Hillenbrand, der gern auch Tipps gibt, welcher Automat wie am besten zu spielen ist. „Aber eigentlich bin ich nicht so sehr der Spieler. Mich fasziniert vielmehr die Ästhetik dieser Geräte“, betont der Neuwieder. Und ästhetisch sind sie alle auf ihre Weise. „Auf einem Quadratmeter wird eine Geschichte erzählt – mit Glas, Licht und Effekten“, versucht der Museumschef den Zauber der Flipper zu beschreiben. Comic-Helden, Filmstars oder Motive, die den Zeitgeist widerspiegeln, das alles findet sich auf den Automaten in Neuwied wieder.

Rund 120 sind derzeit auf zwei Stockwerken ausgestellt, mindestens noch einmal so viele stehen im Lager, wo Hillenbrand und Fleischhauer sie restaurieren. „Wir haben gar nicht genug Platz, um alle gleichzeitig zu zeigen“, bedauert Hillenbrand. Und so verändert sich die Ausstellung ständig, sind immer neue Automaten zu sehen.

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