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  • Die Zeitung – wie das Internet, nur anders

    Und dann kommt diese Frage: "Wollen Sie selbst mal Chefredakteur sein, für eine Zeitung aus Papier, einen Tag lang?" Gestellt auf einer Fachveranstaltung für Lokaljournalisten, von Christian Lindner von der Rhein-Zeitung. Natürlich sage ich ja. Aus Neugier auf eine unbekannte Welt und auch, weil ich mit Papierzeitungen seit zehn Jahren wenig anfangen kann, wenn ich nicht gerade renoviere.

    Chefredakteur Lobo mit seinem iPad. Foto: Jens Weber
    Chefredakteur Lobo mit seinem iPad.
    Foto: Jens Weber

    Und dann kommt diese Frage: "Wollen Sie selbst mal Chefredakteur sein, für eine Zeitung aus Papier, einen Tag lang?" Gestellt auf einer Fachveranstaltung für Lokaljournalisten, von Christian Lindner von der Rhein-Zeitung. Natürlich sage ich ja. Aus Neugier auf eine unbekannte Welt und auch, weil ich mit Papierzeitungen seit zehn Jahren wenig anfangen kann, wenn ich nicht gerade renoviere.

    Beim zweiten Nachdenken über meine schnelle Zusage entdecke ich eine andere Motivation, eine bessere. Es handelt sich um die Vermutung, dass das Internet nicht nur auf sich selbst wirkt, sondern auch auf unserer Köpfe. Die Art, wie Informationen verarbeitet werden, wie man Medien konsumiert, hat sich durch das Netz geändert. Lassen sich diese Erfahrungen auf Papier übertragen? Mein Tag bei der Rhein-Zeitung soll es ans Licht bringen. Denn natürlich ist mein 24stündiges Chefredakteurspraktikum ein Experiment.

    Drei der wesentlichen Eigenschaften des Internet sind eine sehr bildlastige Ästhetik, Subjektivität und damit verbunden das eigene Interesse, das den Wegweiser durch das Netz darstellt. Übersetzt für die Journalisten, die Papierseiten füllen und gestalten sollen, ergibt sich ein einfaches Konzept: eine Zeitung, in der steht, was die Autoren subjektiv interessiert.

    In der Hoffnung, dass es deshalb auch die Leser interessiert - noch mehr als sonst. Verbunden mit vielen Bildern, die nicht nur dazu da sind, dass die Zeitung von weitem bunter aussieht. Und mindestens ebenso wichtig: eine Zeitung, die ganz subjektiv das Gefühl der Menschen in der Region abbildet, mit großen Fotos und kurzen, beschreibenden Zeilen. Technisch ist uns – der gesamten Redaktion – das gelungen, die Zeitung liegt genau jetzt vor mir und sieht gut aus. Gute Fotos, gute Texte, gute Themen.

    Ob es uns auch inhaltlich gelungen ist, das entscheidet der Leser. Komplimente, Anregungen, Kritik und natürlich auch charmante Beschimpfungen können gern unter mail@saschalobo.com an mich gesendet werden. Ich leite es dann an die Redaktion weiter, der ich auf diesem Wege sehr herzlich für die schöne, produktive und unfassbar anstrengende Zusammenarbeit danken möchte.