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    LondonViagra-„Krieg“ im Supermarkt

    „Ähm … haben Sie … in der Zeitung stand doch …“ Der ältere Mann mit einer Zeitung unter dem Arm wird rot. „… verkaufen Sie Viagra?“ Halb belustigt, halb mitleidsvoll schaut sich die Verkäuferin den Kunden an und sagt mit gesenkter Stimme: „Sorry, wir noch nicht - probieren Sie es doch bei einem anderen Tesco.“ Für manche britischen Männer fing diese Woche nicht gut an. Dagegen brachten andere vom Einkaufsbummel eine Schachtel mit acht blauen Pillen mit, glücklich darüber, ein Schnäppchen gemacht zu haben.

    London - „Ähm … haben Sie … in der Zeitung stand doch …“ Der ältere Mann mit einer Zeitung unter dem Arm wird rot. „… verkaufen Sie Viagra?“ Halb belustigt, halb mitleidsvoll schaut sich die Verkäuferin den Kunden an und sagt mit gesenkter Stimme: „Sorry, wir noch nicht - probieren Sie es doch bei einem anderen Tesco.“ Für manche britischen Männer fing diese Woche nicht gut an. Dagegen brachten andere vom Einkaufsbummel eine Schachtel mit acht blauen Pillen mit, glücklich darüber, ein Schnäppchen gemacht zu haben.

    Die Karikatur in der „Daily Mail“ zeigt eine verstimmte Frau im Ehebett, die ihrem Mann vorwurfsvoll sagt: „Jetzt habe ich keine Lust mehr. Du hättest sie viel billiger von Tesco kriegen können“. Es ist der Beginn des mit Spannung erwarteten „Viagra-Kriegs“ in den britischen Läden. Bislang durfte einzig die Drogeriekette Boots die blaue Pille ohne ärztliches Rezept verkaufen – für jeweils 55 Pfund (66 Euro) pro Packung aus vier Tabletten. Doch gestern stieg der Handelsriese Tesco ins Impotenzgeschäft groß ein.

    Blaue Pille neben dem Grünzeug

    300 Supermärkte im Königreich bieten ab sofort neben Gemüse, Säften und Fleisch in ihren Arzneimittelabteilungen Viagra zum halben Preis (52 Pfund für acht Tabletten) an. Die männlichen Interessenten müssen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren sein, und sie müssen einen kurzen Gesundheitscheck über sich ergehen lassen. Die Supermarktmitarbeiter füllen einen Fragebogen aus, sie prüfen den Blutdruck und messen den Zucker- und Cholesteringehalt im Blut. Wer für fit genug befunden ist, darf sich über den neuen Preisknüller freuen, alle anderen werden zu ihren Hausärzten geschickt.

    Anti-Peinlichkeits-Training

    Tesco hat angeblich seine Mitarbeiter trainiert, potenziell peinliche Gespräche mit den Kunden zu führen. „Wir freuen uns sehr, den Männern bei einem verbreiteten Problem helfen zu können – und das zu einem unschlagbaren Preis“, sagte eine Unternehmenssprecherin dem Sender Sky News.

    Laut den britischen Medien leiden etwa 2,3 Millionen Männer im Königreich an Lustproblemen. Viele sollen die Potenzpille bevorzugt in den Läden kaufen, weil sie sich schämen, mit ihrem Doktor darüber zu reden. Es wird erwartet, dass andere Supermarktketten ins profitable Geschäft einsteigen werden. Nicht alle Experten sind glücklich darüber. „Viagra im Straßenverkauf ist eine gute Idee, weil viele Männer heute im Internet unwissend Fälschungen bestellen“, sagt Nick Tomlinson von der Sexual Advice Association. Dagegen warnen zahlreiche Ärzte vor „Suchteffekten“ für die Briten und Gesundheitsrisiken für Diabetiker und Herzkranke.  

    Alexei Makartsev

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