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    ZürichBöse Anti-Werbung: Sponsoren setzen FIFA unter Druck

    Der FIFA droht Ärger dort, wo es ihr am meisten weh tut: beim Geld. Die großen Werbepartner Druck. Es ist nicht gut, mit dem korrupten Verband in Verbindung gebracht zu werden, der bei Sklavenarbeit wegschaut. Im Netz entstehen auch Anti-Logos gegen Visa, Coca-Cola, Adidas und Co.

    Nach dem neuerlichen FIFA-Skandal mit Festnahmen von Spitzenfunktionären üben die Topsponsoren zunehmend Druck auf den Weltverband aus. Und die stehen selbst unter Druck. Zunehmend bringen Menschen die Weltmarken mit den Verfehlungen in Verbindung.

    Kreditkartenunternehmen Visa mahnte „rasche und sofortige Maßnahmen“ an, um die Probleme innerhalb der FIFA zu beheben. „Sollte die FIFA dies nicht tun, haben wir sie informiert, dass wir unser Sponsoring neu bewerten würden“, teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Im Netz kann sich Visa bereits anschauen, wie Stimmung gemacht wird.

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    Auch der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai betonte in einer Mitteilung, dass man die Lage genau beobachten wolle. „Als Unternehmen, für das ethischen Normen und Transparenz den höchsten Stellenwert besitzen, sind wir extrem besorgt über die eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen bestimmte FIFA-Führungskräfte.“

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    Visa und Hyundai (zusammen mit Schwesterfirma Kia Motors) zählen neben Adidas, Coca-Cola und Gazprom (nur 2018) zu den "FIFA-Partnern". Und auch Adidas und Coca-Cola bekommen Häme ab:

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    Aus diesem Pool waren die Airline Emirates und Sony Ende 2014 ausgestiegen. Sony wird aber offenbar noch als FIFA-Sponsor wahrgenommen. Der Konzern hatte 200 Millionen Euro gezahlt, um bei den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien an Bord zu sein. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen den Vertrag aber nicht mehr verlängern wollen.

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    Nicht "FIFA-Partner", aber Sponsoren sind McDonald's und Anheuser-Busch. Und auch ihre Logos finden sich unfreundlich verfremdet:

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    Proud sponsor of human rights abuses in Qatar.

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    Eine niederländische Zeitung erklärte, Anzeigen von FIFA-Sponsoren zu boykottieren. Die Firmen müssten ihre Macht einsetzen, um die Korruption in der FIFA zu beenden, sagte der Chefredakteur des "Nederlands Dagblad" im niederländischen Radio. Die Zeitung rief auch die Leser zum Boykott von Firmen wie Coca Cola, McDonald's, Adidas, Visa, Hyundai, Kia, Budweiser und Sony auf. "Die einzige Sprache, die diese Organisationen verstehen, ist Geld, und das Geld kommt von uns", sagte der Chefredakteur.

    Bereits vor Bekanntwerden der Korruptionsermittlungen gegen zahlreiche Fußball-Spitzenfunktionäre hatten Coca-Cola und Visa die FIFA in der vergangenen Woche schon aufgefordert, sich entschiedener gegen Menschenrechtsverstöße im WM-Gastgeberland Katar einzusetzen. Das geschah auch unter dem Druck von Berichten, in denen die Missstände immer wieder thematisiert und deutlich vorgeführt wurden. (law)