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    Kommentar: Es ist Wahlzeit – und Ihre Stimme ist so wertvoll wie noch nie

    Die spannendste Landtagswahl aller Zeiten liegt vor uns Rheinland-Pfälzern. Zwei Jahrzehnte ging es faktisch meist nur darum, wie stark der kleine Koalitionspartner der scheinbar allmächtigen SPD wird oder ob die Sozialdemokraten sogar allein regieren können. In diesem Wahljahr ist alles anders. 

    Chefredakteur Christian Lindner
    Chefredakteur Christian Lindner

    Chefredakteur Christian Lindner zum Auftakt unserer Wahlserie

    Erstmals treten in unserem Bundesland - und damit in der Bundesrepublik überhaupt! - bei einer Landtagswahl zwei weibliche Spitzenkandidatinnen an. Und erstmals nach den langen Jahren der Dominanz der SPD haben beide großen Parteien eine Chance, die Regierung in Rheinland-Pfalz zu führen.

    Dreyer und Klöckner
    Die weiblichen Spitzenkandidatinnen: CDU-Landeschefin Julia Klöckner (links) will Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vom Thron stoßen.
    Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv 

    Wir Wähler werden so viel Einfluss wie noch nie auf die Zusammensetzung des Landtages und auch der Regierung haben - auch dann, wenn wir unsere wertvolle Stimme kleinen Parteien geben: Nach den bisherigen Umfrageergebnissen können bis zu sechs Parteien im neuen Landtag vertreten sein. Doppelt so viel wie bisher. Wer Rheinland-Pfalz künftig regieren kann, ist völlig offen, ja so unklar wie noch nie. Eine klassische Koalition (eine große und eine kleine Partei) scheint am unwahrscheinlichsten. Eine Große Koalition (die vorher immer kein Politiker will) geht in jedem Fall. Kommen auch FDP und Linkspartei in den Landtag, sind diverse unkonventionelle Dreierbündnisse möglich - die dem scheinbaren Sieger des Wahlabends bei der Regierungsbildung sogar das Nachsehen geben könnten.

    Auch mehr Opposition dürfte es im neuen Landtag geben: In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode gab nur die Union der 25 Jahre regierenden SPD samt ihrem grünen Koalitionspartner Contra. Im neuen Landtag wird es - Stand heute - mindestens zwei Oppositionsparteien geben - darunter eine ausgesprochen radikal auftretende: Die AfD kann bislang fest damit rechnen, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg in die ersten westdeutschen Landesparlamente überhaupt einzuziehen.

    So unkalkulierbar alles ist, eines ist klar: Es wird knapp. 0,1 Prozentpunkte mehr oder weniger können am Wahlabend für Jubel oder Entsetzen bei einzelnen Parteien sorgen, können die Möglichkeiten der Regierungsbildung verringern oder vervielfältigen, können einen sicher geglaubten Sieg verhageln oder scheinbar Bedrängte am Ende doch obsiegen lassen.

    Sie sehen: Ihre Stimme ist am 13. März so wertvoll noch nie in Rheinland-Pfalz. Und diese Lage widerlegt die Legende, man habe als Bürger ja doch keinen Einfluss. Das ist Unsinn. Richtig ist: Wer nicht wählen geht, hat definitiv keinen Einfluss in seinem Sinn. Umgekehrt gilt: Wer nicht wählen geht, ermöglicht Kräften, die er nicht will, mehr Einfluss.

    Was hält dieses Land zusammen? Was hindert es am Fliegen? Was behindert sein Sein und Werden? Unsere Zeitung begleitet diese Fragen engagiert - in gedruckter Form ebenso wie auf Rhein-Zeitung.de. (Übrigens: Haben Sie sich dafür schon registriert?) Wir fühlen unserem Land den gesellschaftlichen Puls - und versetzen Sie, unsere Leser, mit bewusst viel Hintergrundinformationen und so nur bei uns zu findenden Einordnungshilfen auf Basis einer unerschütterlichen Neutralität in die Lage, dies ebenfalls zu tun. Besonders am Herzen liegen uns dabei die jungen Rheinland-Pfälzer, die zum ersten Mal wählen dürfen. Wissenschaftler haben herausgefunden: Wer sein erstes Wahlrecht bewusst nutzt, bleibt der Demokratie eher als Wähler erhalten als der, der dieses von unseren Ahnen hart erstrittene Recht in seinem Wert verkennt und nicht wählen geht.

    Deshalb bietet unsere Redaktion auch bei dieser Landtagswahl die einzigartige Aktion Wahlzeit an. 7000 Schüler in rund 300 Klassen informieren sich mittels unserer Zeitung und unseren Internetseiten über die Parteien, Politiker und Programme, ebenso über die Probleme und Herausforderungen unseres Landes. Wir bieten damit etwas, was in dieser Form bundesweit einmalig ist und von der Bundeszentrale für politische Bildung preisgekrönt wurde. Und wie schon vor der Bundestagswahl 2013 ermöglichen wir Schülern wieder, in unserem Wahlstudio Spitzenkandidaten zu interviewen. Jedes dieser Schülerinterviews wird per Video komplett auf Rhein-Zeitung.de dokumentiert - und jeweils auf einer Sonderseite in Ihrer Zeitung aufbereitet.

    Was Erstwähler interessiert, ist erfahrungsgemäß für alle Wähler interessant und auch relevant. Sie alle profitieren also von unserer Wahlzeit - auch wegen der von uns dabei bewusst ermöglichten Vielfalt: Ein Befragen nur der im Parlament vertretenen Parteien kam für uns nie infrage. Wie immer man auch persönlich zu welcher Partei stehen mag: Auch die Liberalen, auch die Linkspartei, auch die Freien Wähler und - ja - auch die AfD gehören zum politischen Leben dieses Landes. Alle werden wir befragen, alle kommen bei uns zu Wort. Alles andere wäre mit unserem Verständnis von Demokratie und Diskurs, von Information und Unabhängigkeit nicht vereinbar.

    Ihr Christian Lindner, Chefredakteur

    P. S.: Es würde uns sehr freuen, wenn Sie Ihre Nachbarn, Freunde und Kollegen, besonders aber Ihre Kinder und Enkel auf unsere Wahlzeit aufmerksam machen könnten.

    E-Mail: christian.lindner@rhein-zeitung.net

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