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  • RZ schaut Dschungel (1): Latrinen-Parabeln und ein Würfelspiel, das krabbelt

    Coolangatta. Endlich wieder Dschungelcamp, sagen die einen. So ein Schwachsinn, die anderen. So oder so: Weite Teile Deutschlands sitzen seit dem Wochenende vorm Fernseher, wenn RTL seine Stars (oder solche, die gerne welche wären) bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" aufeinander hetzt und zur Krönung mit Ekelprüfungen malträtiert. Auch die RZ schaut genauer hin und fasst die Höhepunkte der Sendung von Montagabend zusammen.

    Hatten wie immer Spaß im Dschungel: die Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow.
    Hatten wie immer Spaß im Dschungel: die Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow.
    Foto: dpa

    Von unserem Reporter Christoph Erbelding

    Was für ein Start in den Tag. Oder in den Abend. Je nachdem, welchen Blickwinkel man wählt. Abend ist's für die Zuschauer vor den Fernsehern, für die Stars beginnt im Dschungel der Tag. Einerlei. Was man ganz sicher weder abends noch morgens, weder hier noch dort gern hat, ist eine in Gemeinschaft genutzte Toilette, mit deren Nutzung es andere etwas laxer nehmen als man selbst.

    Womit der erste Disput des Montagabends (oder Morgens) eingeleitet wäre. In den Hauptrollen: Thorsten Legat und Rolf Zacher. Der eine: Ex-Fußballer und Bodybuilder. Der andere: Schauspieler und immerhin Synchronsprecher von Nicolas Cage und Robert De Niro. Was ihm im Wortgefecht mit der personifizierten Verbalgrätsche Legat indes keine große Hilfe ist. Der nämlich verdächtigt Zacher, seine Notdurft im Stehen verrichtet zu haben, und das kann Legat ungefähr so gut leiden wie eine Hantelbank ohne Gewichte.

    Rausschmeißen würde er selbst seine Kumpels aus seinem Haus in der Heimat, wenn diese sich einen ähnlichen Aussetzer auf dem Lokus leisten würden. Rausschmeißen kann er Zacher, der die Vorwürfe zwar bestreitet, aber auch nicht entkräftet, diesmal natürlich nicht. Das müssen schon die Zuschauer erledigen. Es bleibt bei bösen Blicken des Ex-Kickers.

    Gabriel, Harris - und Barry Manilow

    Wie es auch anders, nun ja, laufen kann, beweisen Gunter Gabriel und Ex-Talkmaster Ricky Harris. Der Schlagersänger mit der Haut eines weitgereisten Apachen-Häuptlings zieht sich in eine Hütte zurück, die sein Tipi sein könnte. Sie ist für ihn aber mehr als ein reiner Rückzugsort. Sie ist ein Hort der Erleichterung. Und diese möchte er mit der Welt teilen, schier in die Welt hinausschreien. Was insbesondere für Ricky Harris fatale Folgen hat.

    Der hat sich zwar ein paar Meter Sicherheitsabstand erkämpft, doch das ist entschieden zu wenig, um den eindringlichen Monologen seines Kompagnons gänzlich zu entfliehen. Harris bleibt also nichts anderes übrig, als Gabriels Werk geduldig ins Land ziehen zu lassen. Als Gabriel dann wieder ins Licht tritt, empfängt ihn der sichtlich irritierte Harris und wechselt verlegen das Thema, indem er aus dem Nichts Songs des Balladen-Barden Barry Manilow zum Besten gibt. Mit schiefen Tönen, aber immerhin: Gabriel fügt sich. Die beiden trotten davon.

    Sind diese beiden Latrinen-Parabeln bereits die Höhepunkte des Abends? Es scheint fast so. Gabriel und Legat haben auch weiterhin starke Auftritte. Der Ex-Kicker, als er sich als Haudrauf-Psychologe den Problemen des Dauer-DSDS-Kandidaten Menderes Bagci annimmt und ihn zu Geständnissen über seine Darmerkrankung Colitis ulcerosa zwingt, was zur Folge hat, dass dieser sich immer mehr Manöverkritik gefallen lassen muss, schließlich gibt es ja auch noch mehr Leid und Elend auf dieser Welt. Und Gabriel, der sich so lange in Frauengeschichten verliert, bis er auch den letzten Zuhörer vergrault hat. Da sind sie wieder, die Monologe.

    Spinnen, Schlangen, Skorpione, das volle Programm

    Ansonsten sind Streitereien an der Tagesordnung, ehe sich die Zuschauer auf den Blondinenwitz unter den Ekelduellen freuen dürfen: Moderatorin Jenny Elvers gegen Moderatorin Helena Fürst. Beide sind mit Glaskästen an Kopf und Armen versehen und müssen auswürfeln, welche Tiere ihnen in ihre Behälter gelegt werden - Krebse, Spinnen, Grillen, Schlangen, Skorpione, das volle Programm. Es zwickt, es zwackt, und als eine Kakerlake ins Ohr von Helena Fürst krabbelt, muss sogar Camparzt Dr. Bob eingreifen. Ein Würfelspiel, das kribbelt und krabbelt.

    Parallel dazu gilt es für die beiden, Fragen zu beantworten. Nur mit richtigen Lösungen und ordentlich Durchhaltevermögen gibt’s die begehrten Sterne - am Ende liegt Jenny Elvers vorne, insbesondere, weil sie beim Würfeln das glücklichere Händchen beweist. Vier von fünf Sternen sind der Lohn - und Widersacherin Helena Fürst fasst, den Tränen nahe, einen Entschluss: "Ich mache keine Prüfung mehr." Was die Zuschauer, die sie direkt für die nächste Prüfung wählen, herzlich wenig interessiert. Immerhin: Mit Thorsten Legat erhält sie demnächst starke Unterstützung.

    Ihren Entschluss darf Helena Fürst übrigens in anderer Umgebung überdenken. Die 12 Dschungelbewohner, bis dato in zwei Camps untergebracht, werden zusammengezogen. Das kann viele Nachteile mit sich bringen, man denke nur an die Streitereien, die die Campteilnehmer schon voneinander getrennt vom Zaun gebrochen haben. Das erste Aufeinandertreffen der 12 Furchtlosen offenbart schon einmal erste Konflikte, insbesondere was die Aufteilung des Essens betrifft. Und welche Reibereien es künftig um die Toiletten gibt, mag man sich gar nicht ausmalen ...

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