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    SWR-Tatort: Das Lästermaul wird Kommissar

    Harald Schmidt kommt zurück. In ungewohnter Rolle wird der einstige Moderator, Entertainer und Kabarettist wieder auf den Bildschirmen zu sehen sein. Als Kriminaloberrat Gernot Schöllhammer leitet er von Ende 2016 an die Ermittlungen des neuen "Tatort"-Teams im Schwarzwald. Den Namen hat er selbst erfunden, behauptet der 58-Jährige. "Ich finde, er passt - und klingt schon wie der erste Fall."

    Foto: SWR/Alexander Kl

    Entschieden tritt Schmidt Befürchtungen entgegen, dass es beim "Tatort Schwarzwald" zu klamaukig wird. "Das ist ja für alle nachprüfbar: Ich habe mich vom Lustigen verabschiedet." Er brauche keine kleine Rolle beim "Tatort", um lustig zu sein, der Südwestrundfunk (SWR) aber genauso wenig. Sein Büro schlägt Schöllhammer in Freiburg auf. Er weiß noch nicht genau, was er machen werde, weil er das Buch noch nicht kenne. "Aber ich gebe wohl Befehle: ,Sprengt jetzt das Stadion’ oder ,Wir schließen den Flughafen’ oder ,Wir fluten den Landtag’ - irgendwie sowas." Er verkörpere "einen heterosexuellen, katholischen Familienvater". Das deutsche Fernsehen sei "reif für einen derart radikalen Lebensentwurf".

    SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner wird zum Kabarettanteil im "Tatort Schwarzwald" noch deutlicher: "In die Münster-Richtung wollten wir nicht." Die Krimis von dort werden von Zuschauern oft als zu klamaukig kritisiert. Schmidt outet sich aber als "großer Axel-Prahl-Fan", der als Hauptkommissar Frank Thiel in Münster ermittelt. Er schaue regelmäßig sonntags den "Tatort" - "meist aber, um zu lästern".

    Eva Löbau (43) und Hans-Jochen Wagner (46) sind die Schauspieler, die der SWR als Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg ins Rennen schickt, die aber zwangsweise zunächst mal im Schatten von Schmidt stehen. Man werde "ihn schon runterziehen", sagt Löbau. Und der Star selbst spielt seine Rolle sofort runter: "Es könnte sein, dass ich am Ende gar nicht weiß, wer der Mörder ist." Als Region der Mythen und Sagen preist der SWR den Schwarzwald. Mögliche Themen für den "Tatort" sind nicht schwer zu finden: der erbitterte Streit um den Nationalpark, Trendsportarten im Wald, der florierende Ökotourismus. "Da lassen sich eine ganze Menge Themen denken", sagt Zöllner. Der Schritt aufs Land ist mit Bedacht gewählt worden. Man suchte einen Kontrast zu den beiden "Tatort"-Teams in Stuttgart und Ludwigshafen.

    Mit der Entscheidung für den Schwarzwald als Ermittlungsort geht auch ein beispielloser Wettstreit zu Ende: Dieser begann quasi schon mit dem Moment, als die ARD das Aus für den Bodensee-"Tatort" in Konstanz verkündete und bekannt gab, einen Eins-zu-eins-Ersatz im Südwesten zu suchen. Regelrechte Bewerbungen der Städte gingen ein. Mehr als 100 Bürgermeister aus Städten und Gemeinden im Schwarzwald signalisierten mit ihren Unterschriften Unterstützung.

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