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  • Erster Abbruch in Festivalgeschichte: Gewitter statt Musik bei Rock am Ring

    Flugplatz Mendig. Es sollte ein ausgelassenes Festivalwochenende mit Freunden und guter Musik in der Eifel werden. Doch es kam anders. Unwetter machten den Besuchern und Veranstaltern von Rock am Ring einen Strich durch die Rechnung. Zum ersten Mal musste das Festival abgesagt werden.

    Foto: Kevin Rühle

    Bereits der Auftakt von Rock am Ring in Mendig 2015 war von einem schweren Gewitter gezeichnet. In diesem Jahr, dem zweiten Jahr in Mendig, traf es die rund 90.000 Fans noch schlimmer, wie in unserem Liveticker nachzulesen ist: Gegen 20.15 Uhr zieht innerhalb von wenigen Minuten eine dunkle Wolkenfront über dem Festivalgelände auf. Der Veranstalter unterbricht die Konzerte, die Fans werden aufgefordert sich von Metall und Bühnen fernzuhalten. Und dann blitzt und knallt es ohrenbetäubend. Mehre Blitze schlagen auf dem Festivalgelände ein. Nach gut einer halben Stunde ist das Unwetter vorbei.

    Foto: Kevin Rühle

    Von verschiedenen Stellen des Geländes ist Blaulicht zu sehen und zu hören. Ein Rettungshubschrauber kreist. Um 21.45 Uhr wird das Bühnenprogramm fortgesetzt. Während die einen vor den Bühnen mitsingen und tanzen werden hinter den Kulissen noch Verletzte versorgt und Notfallpläne geschmiedet.

    Foto: Kevin Rühle

    Die genaue Zahl der Verletzten wird erst am nächsten Tag bekannt: 82 Fans sind nach dem heftigen Gewitter verletzt. Einige zum Teil schwer. Kritik und Fragen werden lauter. Warum wurde erst so spät vor dem Unwetter gewarnt? Die Frage nach der Sicherheit für die weiteren Festivaltage wird gestellt und ruft neben dem Veranstalter auch die Verbandsgemeinde Mendig und letztendlich das Innenministerium auf den Plan.

    Am Samstag, dem zweiten Festivaltag, fällt die Entscheidung: Rock am Ring wird noch Samstagnacht beendet. Unter den Campern auf dem Platz gehen die Meinungen auseinander. Während den einen der Gewitterschreck noch in den Knochen steckt und sie für einen Abbruch plädieren, vertreiben sich die anderen die Wartezeit mit Schlammschlachten und drängen, das Programm endlich wie geplant fortzusetzen. Auch Veranstalter Marek Lieberberg will das Programm fortführen. Doch da laut Vorhersagen die Gewittergefahr noch nicht gebannt ist, drängen Verbandsgemeinde und Innenminister Lewentz auf den Abbruch. Es ist das erste Mal in der Festivalgeschichte, dass Rock am Ring frühzeitig beendet wird.

    Während viele bereits Samstagnacht schon die Koffer packen und die Heimreise antreten stapft der Rest am Sonntagmorgen bei strahlendem Sonnenschein durch den Matsch zurück zum Auto. Angedrohte Gewitter bleiben zwar aus, dafür müssen viele Fans aber bei Hitze im Auto ausharren, weil ein Großteil der Parkplätze im Schlamm versinkt und die Autos mit Traktoren herausgezogen werden müssen. Rettungskräfte sind im Dauereinsatz und verteilen Wasser an die Wartenden.

    Nach dem Abbruch des Rockfestivals blieben viele Fragen: Ist Mendig doch nicht der geeignete Standort? Könnte es zurück zum Nürburgring gehen? Bekommen die Festivalgänger eine Entschädigung? Nachdem Veranstalter Marek Lieberberg Schadenersatz zunächst ausgeschlossen hat, gab es am Ende doch ein Einlenken. Fans konnten ihre Tickets einschicken und bekamen einen Teil der gezahlten Summe zurückerstattet.

    Nachdem sich mehrere Austragungsorte ins Gespräch gebracht haben ging der Zuschlag wieder an Mendig. Doch es sollte anders kommen: Anfang Dezember dann die überraschende Verkündung, dass Rock am Ring 2017 wieder am Nürburgring stattfindet. Als die Nachricht bekannt wird sind bereits 40.000 Tickets für Mendig verkauft. Als Begründung nennt die Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK) in einer Pressemitteilung "ständig erweiterte Auflagen der Naturschutzbehörden". Auf RZ-Nachfrage betont die SGD Nord als zuständige Behörde jedoch: "Die Auflagen sind seit 2015 bekannt und nicht gestiegen." Am Ende könnte eine Mischung aus vielen negativen Faktoren in Mendig sowie eine erfolgreiche Verhandlungsführung hinter den Kulissen am Nürburgring den Ausschlag gegeben haben. Die Bands spielen auf jeden Fall 2017 am Ring. 

    Von unserer Redakteurin Nina Borowski

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