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  • Bestes Ergebnis seit 20 Jahren: Angela Merkels größter Erfolg

    Berlin - Um 18.40 Uhr steht Angela Merkel mit entrücktem Lächeln auf der Bühne der Berliner Parteizentrale der Union. Minutenlang rufen die jungen Leute ihres Wahlkampfteams "Angie, Angie, Angie".

    Angela Merkel ist auf dem Zenit ihrer Macht angelangt.
    Angela Merkel ist auf dem Zenit ihrer Macht angelangt.
    Foto: dpa

    Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann

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    Die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin blickt staunend im Saal umher. Sie wirkt erleichtert, wie beseelt. Koalitionen sind jetzt nicht wichtig. Sie hat geschafft, was ihr niemand zugetraut hat. Die CDU fährt ihr bestes Ergebnis seit 20 Jahren ein. Angela Merkel ist auf dem Höhepunkt ihrer politischen Karriere.

    Schon als die ersten Hochrechnungen im Konrad-Adenauer-Haus über die Bildschirme laufen, brandet Jubel auf. Bei den Spitzenleuten der Union sieht man auch ungläubige Blicke. Erst nach und nach kommen Vertreter der Parteiführung in den Saal und vor die Kameras. Viele hatten hier befürchtet, dass es wieder einmal so laufen könnte wie bei den vergangenen Bundestagswahlen: Die Union steht in Umfragen gut da - und bleibt am Wahlabend weit hinter den Erwartungen zurück. 2009 war das so, 2005 sowieso.

    Es wurde auch Angela Merkel persönlich angelastet, dass die Union nie mehr an frühere Zeiten mit Wahlergebnissen von mehr als 40 Prozent heranreichte. Parteiinterne Kritiker warfen ihr vor, die Union glattzuschleifen, im Wahlkampf nicht genügend Profil zu zeigen, sich von der eigenen Partei zu distanzieren. Die Partei fremdelte mit der Kanzlerin. 2009 reichte das Ergebnis von 33,8 Prozent zwar, um mit einer damals starken FDP (14,6 Prozent) die schwarz-gelbe Wunschkoalition einzugehen. Ein fulminanter Wahlsieg war es nicht. Merkel wurde als Kanzlerin geschätzt, als Parteichefin war sie umstritten. Ihr Wahlkampf von 2009, der nicht einmal die eigenen Anhänger mobilisierte, kam nicht gut an. Jetzt aber wird Merkel als Parteichefin in die Geschichte eingehen, die die Union wieder deutlich über 40 Prozent führte.

    Als der Jubel nicht aufhören will, neigt sie den Kopf und legt die Hände ineinander. An der Wand gegenüber hängt ein Bild ihrer Hände, zur "Merkel-Raute" geformt. Sie ist zum Markenzeichen dieses Wahlkampfs geworden, auch zum Sinnbild ihres abwartenden Regierungsstils. "So, jetzt", beginnt sie schließlich ihre Ansprache, die trotz des Ergebnisses kurz ausfällt. Sie dankt den Wählern dafür, "dass sie der Union ein so überragendes Vertrauen ausgesprochen haben", und verspricht, "damit sorgsam umzugehen". Sie dankt ausführlich Wahlhelfern und Mitarbeitern. An diesem Abend blitzt wie selten ein wenig "Merkel privat" auf. "Es waren keine einfachen vier Jahre", sagt sie jetzt offen über ihre vergangene Amtszeit. "Ich danke auch meinem Mann", fügt sie bestimmt hinzu. Dann wird sie rasch wieder pragmatisch. "Die Union ist Volkspartei", stellt sie fest und klingt dabei fast ein wenig trotzig.

    Horst Seehofer hatte eine Woche zuvor in Bayern die absolute Mehrheit für die CSU zurückerobert, Merkel stand unter Druck, ein demgegenüber wenigstens beachtliches Ergebnis einzufahren. Über eine mögliche absolute Mehrheit der Union auf Bundesebene wagte bei der CDU niemand zu spekulieren. An diesem Wahlabend jedoch scheint plötzlich alles möglich. Merkel ist wie immer vorsichtig. Viele Beobachter im Konrad-Adenauer-Haus sind überrascht, dass sie so früh auftritt. Sie wartet sonst gern auf verlässliche Zahlen. Zu Regierungsmöglichkeiten sagt sie dann auch nur den einen Satz: "Es ist zu früh zu sagen, wie wir vorgehen." Fest steht aber: "Feiern dürfen wir heute schon."

    Das Ergebnis von deutlich über 40 Prozent verblüfft nicht nur sie selbst. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sagt, man habe ja gehofft, aber die Umfragen hätten doch anders ausgesehen. "Eine große Freude" sei das nun. Auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer räumt ein, dass sie mit einem solchen Ergebnis "nicht gerechnet" hat. "Es war ein guter Wahlkampf, der durch Angela Merkels Arbeit der letzten vier Jahre unterlegt war", stellt sie fest.

    Das Mitleid über das schlechte Abschneiden des Koalitionspartners FDP hält sich in der CDU-Zentrale in Grenzen. Einige Buhrufe sind zu vernehmen, als die ersten Hochrechnungen die FDP nicht mehr im Bundestag sehen. Viele haben den Liberalen die Zweitstimmen-Kampagne der vergangen Tage übel genommen. Die Erinnerung an die Niedersachsen-Wahl im Januar ist vielen CDUlern in Erinnerung. Damals holte die FDP in der Folge 8 Prozent, zusammen reichte es aber nicht mehr für ein Regierungsbündnis. Jetzt feiert die Union nichts als die eigene neue Stärke. Angela Merkel - so viel steht fest - kann aus dieser Wahl gestärkt in eine dritte Amtszeit gehen.

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