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    MarienstattEin Ruheraum aus Stein im Tal der Großen Nister

    Vor etwa 800 Jahren soll sich im Hohen Westerwald eine wundersame Begebenheit zugetragen haben: Zisterziensermönche hatten dort ein Kloster gegründet, der Standort erwies sich jedoch wegen des rauen Klimas und kargen Bodens als schwierig.

    Foto: daw

    Daniel Weber

    Bei der Suche nach einem neuen Ort soll Abt Hermann die Gottesmutter im Traum erschienen sein und ihn auf einen mitten im Winter blühenden Weißdornstrauch hingewiesen haben - dort am "Locus Sanctae Mariae", der Stätte Mariens, erbauten die Mönche die Abtei Marienstatt.

    Die Zisterzienser blieben (mit wenigen Jahrzehnten Unterbrechung) im Tal der Nister, unweit von Hachenburg. Anders die Ritter und Edelmänner, die auf der Anhöhe gegenüber residierten: Bereits vor der Gründung des Klosters befand sich dort die Burg Nister. Sie diente der Sicherung der alten Köln-Leipziger Handelsstraße, wurde aber mit dem Bau der Hachenburg entbehrlich. Später ließen die Grafen von Sayn auf dem Fels die Burg Froneck errichten. Selbige wurde auf Klagen der Mönche und unter dem Druck der Bischöfe von Köln und Trier wohl um 1344 ebenfalls wieder abgetragen.

    Geblieben sind einige Überreste dieser mittelalterlichen Feste, allen voran das sogenannte Felsenstübchen, bei dem es sich vermutlich um die Ruine des Burgverlieses handelt. Schroff und wild thront der Fels über Kloster und Fluss - in seinem Inneren stößt man jedoch auf architektonische Geometrie, auf Wände, Winkel, Treppenstufen (Achtung: Zum Abstieg sollte man einigermaßen klettertauglich sein!).

    Von der alten Nisterbrücke sind es nur wenige Hundert Meter bis zu einer Schautafel, die über den Burgberg informiert. Dort beginnt ein schmaler Pfad, der im Schatten der Bäume zum Felsenstübchen hinführt. Nur das Rauschen der Blätter und Vogelgezwitscher: Wem die Stille des Klosters nicht genügt, der findet hier hinauf - zu diesem magischen, in Stein gehauenen "Ruheraum". 

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