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    KoblenzBuga-Kunstwerke schlagen schon Wurzeln

    Rund um die Festung Ehrenbreitstein wird derzeit überall unter Hochdruck gearbeitet. Dass die Besucher dort in nur 20 Tagen ein üppiges Blumenmeer empfangen soll, ist derzeit allenfalls zu ahnen.Mit ihrem Kunstprogramm ist die Bundesgartenschau auf ihrer Spielwiese mit Blick auf Rhein und Mosel da deutlich weiter.

    Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit: Logistikspezialisten hieven das "Bewegte Tanzgeschmeide" nach Hans Arp auf die Festung. 
Foto: Mieding
    Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit: Logistikspezialisten hieven das "Bewegte Tanzgeschmeide" nach Hans Arp auf die Festung.
    Foto: Mieding - Nicole Mieding

    Koblenz - Egal wohin man auch schaut: Rund um die Festung Ehrenbreitstein wird derzeit überall unter Hochdruck gepinselt, gebuddelt und rangiert. Dass die Besucher dort in nur 20 Tagen ein üppiges Blumenmeer empfangen soll, ist derzeit allenfalls zu ahnen.Mit ihrem Kunstprogramm ist die Bundesgartenschau auf ihrer Spielwiese mit Blick auf Rhein und Mosel da deutlich weiter: Alle sechs Arbeiten, die auf dem hoch gelegenen Buga-Gelände gezeigt werden sollen, sind schon installiert.

    Die schwierigste Aufgabe hatten dabei wohl die Mitarbeiter zweier Handwerksfirmen zu bewältigen. Sie waren damit beauftragt worden, Hans Arps Großplastik "Bewegtes Tanzgeschmeide" von ihrem Sockel vor dem Bahnhof Rolandseck im Kreis Ahrweiler zu heben und auf die Festung zu transportieren. Sorge bereiteten da nicht etwa die rund 1200 Kilogramm Gewicht der Bronze, sondern die Koblenzer Festungstore, durch die sie passen musste.

    Die Transportspezialisten der Leverkusener Firma Niesen haben Erfahrung mit heikler Fracht: Im vergangenen Jahr hatten sie Markus Lüpertz' 18 Meter hohe Monumentalskulptur "Herkules" von Düsseldorf nach Gelsenkirchen gebracht. Da kam ihnen die nach Arps Tod auf 3,54 Meter vergrößerte Plastik offenbar wie ein Knirps vor. Nach fünf Stunden war das Signet des Arp Museums auf die Festung umgezogen, wo es nun für das Haus wirbt und dokumentiert, dass Hans Arps Kunstgedanke sich bis in unsere Tage fortgepflanzt hat.

    Vor allem der prozessuale Gedanke, der vielen Arbeiten Arps zugrunde liegt, hat die Kuratorin Heike Strelow zu ihrem Kunstkonzept für die Festung inspiriert. Denn Hans Arp hat das Prinzip vom Werden und Vergehen ebenso wie seine biomorphe Formensprache der Natur abgeschaut. Nun steht sein "Tanzgeschmeide" auf dem Festungsplateau in einer Blickachse mit der dortigen Brunnensäule und dem Deutschen Eck. Als Dialogpartner zur Seite gestellt hat Strelow ihm eine zeitgenössische Arbeit von Bonnie Collura. Ihre quietschgelbe Plastik ist die ironische Weiterentwicklung einer Galionsfigur, die ebenfalls zu tanzen scheint.

    Von unserer Redakteurin Nicole Mieding

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