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    BerlinMissbrauch: Grünen-Mitarbeiter in Haft

    Die Grünen haben entsetzt auf die Nachricht reagiert, dass ein Mitarbeiter ihres Spitzenpolitikers Tom Koenigs wegen des dringenden Verdachts des Kindesmissbrauchs verhaftet wurde.

    Einem Mitarbeiter des Grünen Spitzen-Politikers Tom Koenigs wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. Foto: dpa
    Einem Mitarbeiter des Grünen Spitzen-Politikers Tom Koenigs wird Kindesmissbrauch vorgeworfen.
    Foto: dpa

    Von unseren Berliner
Korrespondenten Birgit Marschall 
und Eva Quadbeck

    „Wir sind alle sehr erschüttert. Kindesmissbrauch ist ein furchtbares Verbrechen, das natürlich in aller Härte juristisch geahndet werden muss“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

    Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den Leiter des Gießener Wahlkreisbüros von Koenigs, der selbst Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im Bundestag ist. Er teilte mit, dass ihn am 2. Oktober ein anonymer Brief erreicht habe, in dem die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter erhoben worden seien. Er sei „schockiert“ und „überrascht“ gewesen und habe den Brief der Berliner Polizei übergeben.

    Auch der verhaftete Büroleiter ist bei den Grünen aktives Mitglied: Er sitzt im Landkreistag Gießen. Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen erklärten nur, dass einem 61-Jährigen zu Last gelegt werde, sexuellen Missbrauch an mehreren Kindern verübt zu haben. Es geht um Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die insgesamt mehr als 160 Mal missbraucht worden sein sollen.  Ursula Enders, vom Verein „Zartbitter e.V.“, der eine Kontaktstelle für Missbrauchsopfer betreibt, hält es für möglich, dass sich der Tatverdächtige gut getarnt hat. „Die Täter haben zwei Gesichter: Sie sind oft liebenswerte und sehr engagierte Menschen. Ihr zweites Gesicht verbergen sie hinter einer Maske.“

    Für die Grünen ist der Fall auch politisch ein Problem. Seit Monaten stehen sie in der Öffentlichkeit wegen der pädophilen Strömungen während der 80er-Jahre in ihrer Partei unter Rechtfertigungsdruck. Die Spitze der Grünen-Fraktion war bemüht, den Vorwurf des Verbrechens gegen den 61-Jährigen von der Debatte um die pädophilen Strömungen in den 80er-Jahren zu trennen. Die Fraktionschefs Göring-Eckardt und Anton Hofreiter rechneten nicht damit, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen Einfluss auf die heutigen Sondierungsgespräche haben würden.

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