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    Nitz Hund Kolumne Tipps Ratgeber Erziehung Rhein-Zeitung

    Der Blick in den Impfpass löst bei Herrchen und Frauchen tiefes Seufzen aus. Bei unserer Dackeldame steht die Auffrischungsspritze gegen Tollwut noch aus.

    Von unserem Redakteur Stefan Nitz


    Der Blick in den Impfpass löst bei Herrchen und Frauchen tiefes Seufzen aus. Bei unserer Dackeldame steht die Auffrischungsspritze gegen Tollwut noch aus. Die anderen Impfungen gegen Staupe, Zwingerhusten, Parvovirose, Leptospirose und Hepatitis hatten wir im Herbst termingerecht erledigt. Aber da Zoe bei der letzten Kombi-Impfung wie ein Häufchen Elend in sich zusammen gesackt war und deshalb abends noch einmal mit einer Aufbauspritze in der Tierklinik versorgt werden musste, wollten wir diesmal vorsichtig sein. Sie bekam nicht die ganze Dosis auf einmal und steckte die Impfung insgesamt viel besser weg. Nur die Tollwut-Spritze fehlt jetzt eben noch.

     

    Aber sollten wir in nächster Zeit mit Zoe ins Ausland fahren wollen, führt kein Weg daran vorbei. Wer mit Hund verreist, muss den Impfpass dabei haben. Und außerhalb Deutschlands ist der Nachweis der Tollwut-Impfung zwingend vorgeschrieben. Da Zoe ein Fundhund aus Griechenland ist, war die Sache mit der Impferei bei ihr ohnehin ein bisschen kompliziert. Normalerweise werden Welpen in Deutschland mit acht bis neun Wochen gegen die genannten Krankheiten geimpft. Vier bis fünf Wochen später folgt die Tollwut-Impfung und dann eine jährliche Auffrischung. Wo sich unsere Zoe als Welpe rumgetrieben hat, ist aber unklar. Gegen Tollwut wurde sie erst vor ihrer Ausreise nach Deutschland geimpft, und da war sie schon fünf Monate alt. Die anderen Impfungen bekam sie im Tierheim und dann noch mal welche, als wir mit ihr zum ersten Mal beim Tierarzt waren. Vielleicht war das ein bisschen viel für unseren kleinen Dackelmischling?

     

    Müssen diese jährlichen Impfungen überhaupt sein? Bei uns Menschen halten Impfungen in der Regel doch auch mehrere Jahre, viele sogar ein Leben lang. Und wie bei den Menschen scheiden sich auch bei den Hunden am Thema Impfen die Geister. Das jährliche Impfen sei überflüssig, meinen die einen. Auch bei Tieren würden die Wirkstoffe über Jahre für Immunität sorgen. Einige Tollwut-Impfstoffe seien eigentlich auf eine dreijährige Wirkung ausgelegt. Die regelmäßigen Impftermine seien nur im Interesse der Pharmaindustrie, so die Kritiker. Deswegen den Hund ungeimpft durch die Gegend laufen zu lassen, nennen andere verantwortungslos. Wissenschaftler, die sich mit Seuchenverhütung beschäftigen, haben herausgefunden, dass 70 Prozent aller Hunde voll durchgeimpft sein müssen, um Seuchen vermeiden zu können. Das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe) schätzt die Anzahl der Impfungen an Hunden in Deutschland auf jährlich drei Millionen. Es leben aber etwa sechs Millionen Hunde in Deutschland. Also ist davon auszugehen, dass der Durchimpfungsgrad nur bei 50 Prozent liegt. Der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte (bpt) hat die Devise herausgegeben: „Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier, so häufig wie nötig.“ Das heißt aber auch, dass Herrchen und Frauchen nachfragen müssen, was „so häufig wie nötig“ bedeutet und ob der Tierarzt nicht einen Impfstoff benutzen kann, der mehrere Jahre Wirkung verspricht, was dann auch im Impfpass steht. Zoe – da sind wir uns sicher – ist für jede Spritze, die ihr erspart bleibt, dankbar.

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