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    Hund Altenkirchen Betzdorf Kolumne Tipps Nitz Zoe

    Heute in zwei Wochen knallt es. Obwohl Silvester in diesem Jahr mal wieder auf einen 31. Dezember fällt, stellt der Tag diesmal für uns etwas Besonderes dar. Denn wir feiern unseren ersten Jahreswechsel mit Hund. Oder auch nicht

    Von unserem Redakteur Stefan Nitz

    Heute in zwei Wochen knallt es. Obwohl Silvester in diesem Jahr mal wieder auf einen 31. Dezember fällt, stellt der Tag diesmal für uns etwas Besonderes dar. Denn wir feiern unseren ersten Jahreswechsel mit Hund. Oder auch nicht. Denn wir befürchten, dass unser Dackel bei dem Lärm von Böllern und Raketen wenig zum Feiern zumute sein wird. Was aber können wir tun, damit die Neujahrsnacht für Zoe nicht zur Horrornacht wird?

    Die Broschüre „Stressfrei an Silvester“, die mir eine Mitarbeiterin, selbst Hundehalterin, im Betzdorfer „Fressnapf“ überreicht, weiß Rat. Sie verrät, dass beruhigende Trostworte oder übertriebene Fürsorge zur Knallerzeit überhaupt nicht gut sind. Denn sie erwecken im Hund das Gefühl, dass er sehr wohl allen Grund zur Angst hat. Okay, das hätte ich in 14 Tagen dann wohl vermutlich schon mal falsch gemacht ...

    Rückzugsmöglickeiten in fensterlosen oder abgedunkelten Räumen nehmen Tiere gerne an, erklärt das Heftchen weiter. Hunde, die sich eine Ecke suchen oder unterm Tisch verkriechen, fühlen sich dort am geschütztesten. Beim Gassigang sollten sie angeleint bleiben, damit sie bei einem plötzlichen Knall nicht verstört weglaufen können. Logisch. „Du solltest das Gassigehen auf Zeiten verlegen, in denen noch nicht viel geballert wird.“ Klingt noch logischer und bedeutet: Nachts um zwölf wäre schlecht. Und heißt außerdem: Hunde haben wohl keinen Spaß daran, draußen Feuerwerk zu gucken. Als Hundehalter musst du Vorbild und dir in deiner Leitfunktion bewusst sein, dich an Silvester normal geben und ruhig bleiben, auf Mitleid verzichten und Jaulen ignorieren – und als höheres Wesen in der Rangordnung gelassen reagieren, damit sich der Hund sicher fühlt, appelliert das Faltblatt außerdem. Okay, wird gemacht.

    Mit der Gelassenheit fange ich auch jetzt schon mal an. Denn ich werde mit meiner Familie ganz und gar gelassen den Ratschlag ignorieren, an Silvester doch klassische Musik („...lenkt Hund und Katze ab und wirkt beruhigend auf sie“) aufzulegen.

    Bei aller Liebe zu meinem Tier: Nein, ich möchte mir Silvester Stargeiger André Rieu nicht ansehen müssen und keine klassische Musik hören. Nichts gegen die Brillanz von Mozart, Beethoven, Brahms, Haydn und Bach oder der Russen mit den schwierigen Namen. Aber zumindest an einem Tag im Jahr – nämlich Silvester – wollen das meine Ohren ganz sicher nicht haben.

    Ja, wir verzichten auf Party, lassen unseren Hund in seiner gewohnten Umgebung und natürlich auch nicht allein. Aber das muss dann auch reichen. Wir und unser Hund werden Silvester auch so überleben. Mal schauen: Vielleicht lässt sich Zoe ja von der 1000. Wiederholung von „Dinner for one“ begeistern. Vielleicht findet sie es ja lustig, wenn der betrunkene Butler James immer wieder über einen Tigerkopf stolpert.

     

     

    Auf den Hund gekommen
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