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    Hund Altenkirchen Betzdorf Kolumne Tipps Nitz Zoe

    Da sind wir seit ein paar Tagen erstmals in unserem Leben Hundehalter, stellen uns der tierischen Verantwortung, sind bestrebt, wenig falsch zu machen – und dann das: Blut. Die Spuren auf dem Boden, auf dem Sofa und auf dem Fell dulden keine Zweifel.

    Von unserem Redakteur Stefan Nitz

    Da sind wir seit ein paar Tagen erstmals in unserem Leben Hundehalter, stellen uns der tierischen Verantwortung, sind bestrebt, wenig falsch zu machen – und dann das: Blut. Die Spuren auf dem Boden, auf dem Sofa und auf dem Fell dulden keine Zweifel. Unser acht Monate junger Welpe blutet. Hat Zoe sich verletzt? Ist es was Ernstes? Oder – ja, ganz so blöd sind wir dank einschlägiger Nachschlagewerke dann doch nicht – ist unsere Hündin läufig?

    Ein Blick auf die Blutaustrittsstelle bestätigt den Verdacht. Ja, Zoe dürfte ihre erste Blutung haben. Dass das in ihrem Alter normal ist, die Tage keine Tage, sondern bis zu drei Wochen andauern und mit mehr oder weniger Blutverlust einhergehen, hatte uns ein schlaues Buch bereits verraten. Auch wies es uns auf Veränderungen im Verhalten hin. Aber: Wie sollen wir eine Wandlung im Benehmen eines Hundes ausmachen, den wir erst seit wenigen Tagen haben und dessen normales Verhalten wir noch nicht kennen? Und: Könnte der Grund für das Blut doch ein anderer sein? Sind wir uns in der Diagnose wirklich sicher genug?

    Nein, sind wir nicht. Wir Angsthasen meiden das Risiko, besuchen die Betzdorfer Tierklinik und überlassen dieselbe Diagnose lieber der Ärztin. Bei der Gelegenheit stellen wir ihr natürlich noch ein paar dumme Anfängerfragen: Woran erkennt man, dass die Läufigkeit „normal“ verläuft? Oder sollen wir unserer Hündin vielleicht ein Höschen kaufen, damit die Blutspuren in drei langen Wochen in der Wohnung nicht überhand nehmen? Wir lassen der Natur freien Lauf, entscheiden uns gegen ein Höschen und bewaffnen uns mit feuchten Wischtüchern.

    Im Dorf sind wir übrigens nicht die einzigen, denen Zoes Läufigkeit zu schaffen macht. Beim Gassigang lösen wir beim Passieren von Grundstücken mit Rüden ungewollte Aufmerksamkeit und Aufregung aus: ein Gebelle, Gerenne und Getöse, dass einem Angst und Bange wird.

    Mehr als einmal hoffen wir, dass ein Gatter wirklich verschlossen, ein Lattenzaun wirklich stabil oder eine Mauer wirklich hoch genug ist. Und wir wünschen uns, dass uns auf freier Strecke eine Begegnung mit einem von zu Hause ausgebüxten Hund erspart bleibt. Der Hinweis einer freundlichen Hundehalterin beim morgendlichen Spaziergang – „Mein Hund ist schon zweimal gebissen worden“ – hilft nicht wirklich.

    Uns passiert nichts. Einige Male kommen tatsächlich nicht angeleinte Rüden wild auf uns zugerannt. Bei diesen sind die Besitzer zumindest in der Nähe und greifen ein. Sicherheitshalber nehmen wir Zoe kurz auf den Arm – auch wenn wir wissen, dass das bei einer Begegnung mit einem „bösartigen“ Hund keine gute Idee wäre.

    Auf den Hund gekommen
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