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    Hund Altenkirchen Betzdorf Kolumne Tipps Nitz Zoe

    Zoe ist einer von Tausenden Hunden im Kreis Altenkirchen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Besondere an ihr ist eigentlich nur, dass sie unser Hund ist. In dieser Serie schildert der Autor, ein absoluter Hundeneuling, seine Erlebnisse mit dem neuen Familienmitglied auf vier Pfoten.

    Von unserem Redakteur Stefan Nitz

    Wir sind auf den Hund kommen. In der Familie gesprochen hatten wir darüber schon häufiger. Aber es in die Tat umzusetzen, ist ein anderes Kaliber. Trotzdem geht auf einmal alles ganz schnell. „Schau dir im Internet mal die Zoe an“, sagt mir eine gute Bekannte aus Neuwied, die ehrenamtlich im Beirat des dortigen Tierheims arbeitet. Zoe sieht süß aus. Okay, fast alle Hunde sehen süß aus. Aber Zoe könnte zu uns passen. Erst ein halbes Jahr jung, nicht zu groß. Sie könnten wir in der Wohnung halten. Für sie wäre unser kleiner Garten gerade groß genug. Aber Zoe ist ein Dackel, genauer ein Mischling. Was exakt außer Dackel da noch drin ist, weiß niemand. Der Welpe stammt aus Griechenland und gelangte über Umwege in die Deichstadt.

    Ein Dackel? Hätte mir vor Kurzem jemand gesagt, dass wir uns einmal einen Dackel anschaffen, hätte ich wohl höflichst erwidert, dass wir einen Hund und nichts zum Drauftreten haben möchten.

    Samstags fahren wir ins Tierheim. Zoe freut sich, ist zutraulich, wedelt vergnügt mit dem Schwanz. Wir gehen mit ihr eine Dreiviertelstunde Gassi, eine große Tour durch den Wald. Der Welpe wirkt aufgeweckt und marschiert stramm. Mit hier und da einem Leckerli steigern wir seine Laune. Die Entscheidung fällt rasch. Wir wollen Zoe ein neues Zuhause geben. Und das Tierheim traut uns zu, dass wir dazu befähigt sind. Wir freuen uns, haben ob der neuen Verantwortung aber auch ein mulmiges Gefühl.

    Eine Woche später unterschreiben wir einen Vertrag, nehmen Papiere entgegen, lassen uns ein paar Fragen beantworten, bezahlen 210 Euro – und holen unseren Hund ab. Und jetzt? Die einstündige Autofahrt nach Molzhain ist kein Problem. Kein Gewinsel, kein Gebelle, kein Theater, nichts. Unsere Wohnung findet Zoe spannend, schnuppert alle Zimmer aus. Das erste Fressen aus dem neuen Napf schmeckt ebenso. Perfekt. Das fängt prima an. Und natürlich verübeln wir Zoe nicht, dass sie noch nicht weiß, dass sie im Wohnzimmer auf dem Teppich künftig kein Pipi mehr machen darf.

    Nachmittags wollen wir im Dauersberger Wald eine größere Runde drehen – die erste richtige mit Familie und Hund –, um danach im Berghof auf Kaffee und Kuchen einzukehren. Aber daraus wird nichts. Nach knapp 100 Metern auf dem Druidensteig legt sich Zoe ohne „Platz“-Befehl einfach neben einen Baum zur Ruhe und macht in der Folge keinerlei Anstalten mehr, den weiteren Weg auf ihren Dackelbeinen eigenständig bewältigen zu wollen. Unsere Hündin ist einfach k.o., im wahrsten Sinne des Wortes hundemüde.

    Verständlich. Denn auch für das Tier ist ja alles neu, fremd und aufregend.

    Trotzdem: Dass ich beim ersten richtigen Gassigang unseren ersten eigenen Hund auf Händen durch die Gegend tragen muss und mir von vorbei kommenden Spaziergängern und Wanderern Fragen wie „Will sie nicht laufen?“ anhören und freundlich kommentieren darf, hatte ich nun doch nicht ins Kalkül gezogen. Nur gut, dass Zoe ein Dackelmischling und nicht schwer ist ...

    Auf den Hund gekommen
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