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    „Denzerheide“

    Chronologie zum Ringen um die Golfer-Idylle Denzerheide: Alte Verträge, Macht und Millionen (Stand: 1/2016)

    Lange stand dieser Name in der Golfszene für einen der schönsten Golfplätze in Deutschland. Längst wird damit aber auch ein erbitterter Streit verbunden, der mit Sportsgeist und Etikette nichts mehr zu tun hat. Wir zeigen auf, wie es dazu kam.

    Der Golfplatz auf der Denzerheide zwischen Bad Ems, Koblenz und Montabaur ist der älteste in ganz Rheinland-Pfalz. Für viele Golfer zählt er zu den schönsten Parkland-Kursen in ganz Deutschland. Seit einigen Jahren aber wird die Idylle auf der Denzerheide von einem endlos anmutenden Ringen um die Zukunft des Platzes sowie des dort seit 1938 ansässigen Golfclubs getrübt.

    Bernhard Ehl, seit 2007 Eigentümer des 80 Hektar großen Platzes, und der Mittelrheinische Golfclub Bad Ems, seit Jahrzehnten als Pächter dort ansässig, sind die Kontrahenten. Ihr Konflikt ist komplex und für Außenstehende schwer zu verstehen. Es geht um alte Verträge und auch um Politik, es geht um Macht und Millionen.

    Ein Blick in die Chronologie des Platzes - und vor allem in die Entwicklung des Konfliktes um den Platz - hilft beim Verständnis:

    1928: Das Staatsbad Bad Ems will den Kurbetrieb durch einen Golfplatz fördern. Die in Berlin ansässigen „Vereinigten Golfarchitekten“ Major Charles A. Mackenzie, Major a. D. F. G. Fahrenholtz und Regierungsbaumeister Karl Hoffmann werden beauftragt, nahe Eitelborn einen 18-Loch- Meisterschafts-Golfplatz zu bauen.

    1928 - 1930: Auf der Denzerheide wird für 600.000 Reichsmark ein 18-Loch-Golfplatz gebaut. Am Design maßgeblich beteiligt ist der international erfahrene Platzbauer Major Charles A. Mackenzie (unter anderem Pebble Beach, Monterey Peninsula Country Club und Rungsted Golf Klub Kopenhafen), der jüngere Bruder des weltberühmten Golfplatzarchitekten Alister MacKenzie (unter anderem Royal Melbourne, Cypress Point und Augusta National).

    Aus dem Prospekt Preußische Staatsbäder 1935
    Aus dem Prospekt Preußische Staatsbäder 1935
    Foto: Deutsches Golf Archiv, Köln

    1930: Der zunächst 6020 Meter lange Meisterschaftsplatz auf der Denzerheide wird eröffnet. Er ist einer der ersten 18-Loch-Golfplätze in Deutschland und wird als „Deutschlands größter Golfplatz“ beworben. In den Folgejahren werden auf dem Kurs etliche German Open ausgerichtet.

    1931: In Ermangelung eines Golfclubs wird der „Staatliche Golfplatz Bad Ems“, vertreten durch das Preußische Staatsbad Bad Ems, Mitglied des Deutschen Golf Verbandes.

    1932 - 1938: Der Deutsche Golf Verband legt die jährlich ausgetragenen German Open 1932 bis 1935 und 1937 so wie die meisten international ausgeschriebenen Länderwettspiele auf das idyllisch oberhalb von Lahn und Rhein gelegene Areal. Die Presse nennt den Platz einen der schönsten Europas.

    1933: Das Clubhaus von „Germany’s Championship Course Bad Ems“ ziert die Titelseite der August-Ausgabe der in New York verlegten Golf-Zeitschrift „Golf Illustrated“. Im Mai 1933 bezeichnet Golf Illustrated den Bad Emser Platz in seinem Beitrag „Golf on the Continent“ als „being one of the finest courses in Continental Europe“.

    1935: Die Denzerheide ist Austragungsort des Länderspiels Deutschland-Spanien.

    „Beste (Golfrunde), die je in Deutschland gespielt wurde“: Der englische Berufsgolfer Henry Cotton gewinnt die German Open 1937 mit acht Pars, neun Birdies und einem Eagle.
    „Beste (Golfrunde), die je in Deutschland gespielt wurde“: Der englische Berufsgolfer Henry Cotton gewinnt die German Open 1937 mit acht Pars, neun Birdies und einem Eagle.
    Foto: Deutsches Golf Archiv, Köln

    1937: Der englische Berufsgolfer Henry Cotton gewinnt auf dem zwischenzeitlich auf 6200 Meter verlängerten und mit Par 74 gerateten Platz die German Open mit einer fantastischen 63er Runde. Cotton, in den 1930er und 1940er Jahren zur absoluten Weltspitze zählend, gelangen auf dem Kurs acht Pars, neun Birdies und ein Eagle. Seine Golfrunde war damals „die beste, die je in Deutschland gespielt wurde“. Cotton gewinnt diese German Open 1937 mit sensationellen 17 Schlägen Vorsprung auf den viermaligen German Open Sieger Auguste Boyer (Frankreich).

    1938: Auf Initiative des seit dem Vorjahr als Clubsekretär und Spielführer agierenden Miterbauers Karl Hoffmann (Berlin) wird der Rheinische Golfclub Bad Ems gegründet. Dieser pachtet den Golfplatz von der Kurverwaltung Bad Ems.

    Golfplatzprospekt Bad Ems 1938
    Golfplatzprospekt Bad Ems 1938
    Foto: Deutsches Golf Archiv, Köln

    August 1939: 14 Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges finden auf der Denzerheide für lange Zeit die letzten German Open statt. Das Preisgeld von umgerechnet 120 Pfund Sterling erhält der Sieger Cotton 1948 ausbezahlt, da er es 1939 aufgrund von Devisenbeschränkungen bei seiner Ausreise nicht mitnehmen durfte.

    1939: Im Jahrbuch des Deutschen Golf Verbandes wird der im Vorjahr gegründete Club als Mittelrheinischer Golf Club Bad Ems geführt. Der Club hat zwölf Mitglieder. Während des Zweiten Weltkrieges wird der Golfplatz geschlossen. Die Mitarbeiter werden entlassen, die meisten Golfbahnen werden landwirtschaftlich genutzt, teils als Kartoffelacker, teils als Baumschule. Nur fünf Bahnen (1, 2, 3, 9 und 10) werden nicht umgepflügt.

    1946: Der Golfplatz wird als 6-Loch-Anlage zaghaft wieder in Betrieb genommen.

    1948: Der Mittelrheinische Golfclub Bad Ems (MGC) wird als Nachfolger der Rheinischen Golfclubs gegründet und Pächter des Golfplatzes. Anfangs hat er 60 Mitglieder. In den Folgejahren setzt der MGC den Platz mit erheblichen Investitionen wieder instand. Zug um Zug wird die Anlage erweitert.

    1949: Der Platz hat vor allem dank der aufopfernden Tätigkeit von Karl Hoffmann wieder neun bespielbare Löcher. Neben unzähligen alliierten Golfern nutzen bereits wieder bis zu 60 deutsche Spieler regelmäßig den Golfplatz auf der Denzerheide - zu einer Zeit, als die meisten Golfplätze in Deutschland noch für Deutsche gesperrt sind. Hoffmann genießt es, als Dagmar und Rosemarie von Rexroth auf dem ersten Abschlag des neueröffneten 9-Lochplatzes stehen und sagen: „Die Golfkinder Deutschlands rühmen die Tat, dass Ems nun wieder neun Löcher hat.“

    1951: Im November verstirbt der seit 1937 ununterbrochen auf dem Emser Golfplatz tätige Karl Hoffmann während der Vorbereitungsarbeiten für die Rückgewinnung des 18-Lochplatzes.

    1955: Der Golfplatz hat wieder 18 Bahnen. Bei der Wiederherstellung orientiert sich der MGC bewusst an der ursprünglichen Anlage - was Basis dafür ist, dass der Platz heute neben Frankfurt-Niederrad als die einzige historische 18-Loch-Anlage in Deutschland gilt, die im ursprünglichen Routing erhalten geblieben ist. Der Club zählt nun 150 Mitglieder. Der Deutsche Golf Verband veranstaltet viele Jahre Deutsche Meisterschaften auf der Denzerheide.

    23. September 1977: Der MGC erwirbt vom Staatsbad für 100.000 Mark das Clubhaus am Eingang des Platzes. Es gehört dem Club bis heute. Der Verein verpflichtet sich mit dem Kauf, „das Gebäude als Clubhaus zu erhalten, solange auf der Denzerheide das Golfspiel betrieben wird“.

    10. Dezember 1977: Das Staatsbad Bad Ems und der MGC Bad Ems schließen einen neuen Pachtvertrag, der bis Ende 2000 gilt. Die Pacht beläuft sich ab 1978 jährlich auf 1500 Mark. Das Staatsbad honoriert damit, dass der MGC für den kompletten Unterhalt aufkommt und auch laufend in den Platz investiert. Im Pachtvertrag wird auch festgeschrieben, dass der Club bei Pachtende Ausgleichsansprüche für seine wertsteigernden Investitionen auf dem Platz hat.

    11. Dezember 1985: Die Jahrespacht steigt ab 1986 von 1500 Mark jährlich auf 6000 Mark jährlich.

    Die 18 Bahnen des Mittelrheinischen Golfclubs Bad Ems.
    Die 18 Bahnen des Mittelrheinischen Golfclubs Bad Ems.
    Foto: Sascha Ditscher

    9. Oktober 1990: Der Pachtvertrag zwischen Staatsbad und MGC wird bis Ende 2020 verlängert. Ab 1991 klettert die Jahrespacht von 6000 Mark auf 35.000 Mark und danach in Jahreschritten auf 72.000 Mark im Jahr 1999. Dem Club wird bei einem Verkauf des Golfgeländes ein Vorkaufsrecht eingeräumt - das aber nie ins Grundbuch eingetragen wird.

    8. Oktober 1996: Der Landesrechnungshof fordert von allen Staatsbädern des Landes Rheinland-Pfalz den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke und nennt hierbei ausdrücklich den Golfplatz Denzerheide. Danach wird der Platz öffentlich zum Kauf ausgeschrieben, ohne dass sich ein Kaufinteressent findet. Das bleibt auch in den Folgejahren so. Finanzminister Gernot Mittler (SPD) lässt in Gesprächen mit dem MGC verlauten, erst bei einem Angebot von über 3 Millionen Euro wolle er ernsthaft über einen Verkauf verhandeln.

    5. November 1997: Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) taxiert den Wert des Golfplatzes auf 2,91 Millionen Euro (ohne den Waldbestand im Wert von 160.000 Euro).

    1. August 2005: Der LBB schreibt den Wert des Golfplatzes auf nunmehr 3,7 Millionen Euro fort (ohne den Waldbestand im Wert von 330.000 Euro) und ermittelt eine rechnerische Sollpacht von 250.000 Euro jährlich.

    November 2005: Im Auftrag des MGC-Präsidiums unterziehen die Golfplatz-Experten Gunther Hardt und Hartmut Schneider den Platz auf der Denzerheide sowie dessen Betriebshof einer Detailanalyse. In ihrem „Beratungsbericht“ empfehlen die Experten danach unter anderem, „ein Konzept zur Sanierung/Neubau der Grüns“ zu erarbeiten. Auch „Maschinenbestand und Maschinenhalle gehören dringend modernisiert.“ Für die Umsetzung der Sanierungen veranschlagen die Gutachter „in einer ersten Grobschätzung einen Betrag von 2,5 bis 3 Mio. Euro“.

    2006: MGC-Präsident Detlef König will den Club stärker nach Koblenz ausrichten. Dafür strebt er auch eine Änderung des Namens mit der Aufnahme von Koblenz als Zusatz an. Königs Argument: „60 bis 70 Prozent unserer Mitglieder kommen aus Koblenz.“ Ottmar Canz, Bürgermeister von Bad Ems, macht deutlich, dass das von der Bäderstadt strikt abgelehnt wird. Auch das Staatsbad Bad Ems zeigt sich von dem Vorstoß verprellt.

    2007: Der MGC bemüht sich in Gesprächen mit der Staatsbad Bad Ems GmbH um eine Verlängerung des Pachtvertrages bis in das Jahr 2050. Nach zwei Verhandlungsrunden zwischen Aufsichtsrat und MGC-Präsidium am 4. Juni und 6. September 2007 soll ein Gesprächsprotokoll, das eine Verlängerung des Pachtvertrages bis 2050 vorsieht, angefertigt und als Basis für einen entsprechenden Vertrag zum Finanzministerium geschickt worden sein. Haken bei der Sache: Ein Vertrag kam weder aus Mainz noch aus Bad Ems zurück - und eine Kopie des Protokolls hat der MGC nicht mehr. Sein Anwalt führt 2014 an, dass eine Kopie beim Staatsbad Ems vorhanden sein soll.

    31. August 2007: Der LBB ermittelt in einem neuen Gutachten, dass angesichts der Gemeinnützigkeit des MGC Bad Ems eine Jahrespacht von 50.000 Euro angemessen ist.

    2007: Der MGC bietet dem Staatsbad anfangs 710.000 Euro für den Platz (so Finanzminister Ingolf Deubel 2008 gegenüber dem Landtag), ergänzt durch den Verzicht auf jegliche Ausgleichsansprüche für seine Investitionen in den Platz. (Der Anwalt des MGC sprach 2014 von einem Gebot von 790.000 Euro.) Unternehmer Bernhard Ehl (Urbar) hingegen zeigt sich bereit, den Golfplatz bei Freistellung von den Ausgleichsansprüchen des Clubs für 2,25 Millionen zu kaufen. Dem vormaligen Finanzminister Gernot Mittler (von 1993 bis 2006 im Amt) wird nachgesagt, an der Vermittlung des Kaufes an MGC-Mitglied Ehl beteiligt gewesen zu sein.

    Einfach schön: Das Golfclubgelände auf der Denzerheide zwischen Bad Ems, Montabaur und Koblenz. Die Aufnahme machte Leser Karl Hofstätter aus Bad Ems.
    Einfach schön: Das Golfclubgelände auf der Denzerheide zwischen Bad Ems, Montabaur und Koblenz. Die Aufnahme machte Leser Karl Hofstätter aus Bad Ems.

    13. November 2007: Der Golfclub wird laut Finanzminister Deubel (SPD) schriftlich gebeten, sich bis zum 5. Dezember 2007 zum geplanten Verkauf des Platzes an Ehl für 2,25 Millionen zu äußern. Deubel 2008: „Diese Möglichkeit hat der Vorstand nicht genutzt.“ Erst am Abend vor der Aufsichtsratssitzung des Staatsbades, in der über den Verkauf des Platzes an Ehl entschieden werden soll, bietet der MGC ebenfalls 2,25 Millionen Euro - vergeblich. Deubel fünf Monate später: „In Anbetracht des gesamten Verhandlungsablaufs und des widersprüchlichen Verhaltens des Vorstands des Mittelrheinischen Golfclubs ist die Staatsbad Bad Ems GmbH auf das Angebot nicht mehr eingegangen.“ Angesichts der in den Vorjahren erfolglosen Ausschreibungen bestand laut Deubel „keine Veranlassung, eine weitere Ausschreibung durchzuführen“.

    21. Dezember 2007: Bernhard Ehl, als Produzent von Betonsteinen vermögend geworden, kauft den 80 Hektar großen Golfplatz für 2,25 Millionen Euro vom Staatsbad Bad Ems - faktisch also vom Land Rheinland-Pfalz. Beurkundet wird der Kaufvertrag beim Koblenzer Notar Johannes Adams. Der Pachtvertrag mit dem MGC läuft unverändert bis Ende 2020. Der MGC zahlt dem neuen Eigentümer nun 42.000 Euro Pacht jährlich.

    15. Januar 2008: Die Vertreter der Stadt Bad Ems (Minderheitsgesellschafter) widersprechen in der Aufsichtsratssitzung des Staatsbades dem Verkauf des Golfareals an Ehl - was ohne Folgen bleibt.

    März 2008: MGC-Präsident Detlef König gibt im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Clubs bekannt, dass dessen Namen von „Mittelrheinischer Golfclub Bad Ems“ in „Mittelrheinischer Golf Club Koblenz“ geändert werden soll. Ein weiterer Affront für Bad Ems: Der bereits für die Clubversammlung gebuchte Marmorsaal im Kurhaus von Bad Ems wird storniert, die Versammlung wird nach Koblenz in die Rhein-Mosel-Halle verlegt.

    14. März 2008: MGC-Präsident Detlef König attackiert in der Jahreshauptversammlung des Clubs in Koblenz das Staatsbad: „Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen sind von der Staatsbad GmbH mit Füßen getreten worden. Wir sind hingehalten worden. Die GmbH hat sich bereichert. Wir sind unwürdig verscherbelt worden.“ Den Käufer Bernhard Ehl bezeichnet der Clubpräsident als „die beste aller schlechten Lösungen“. Ehl verspricht in der Versammlung: „Ich will gestalten, den Platz voranbringen, investieren.“ König wird von Mitgliedern wegen der gescheiterten Verhandlungen zur Platzübernahme kritisiert. Sein Vorschlag zur Namensänderung wird für ihn zum Fiasko: Gerade mal sechs Mitglieder stimmen für seinen Vorschlag.

    Bernhard Ehl, Eigentümer des Platzes.
    Bernhard Ehl, Eigentümer des Platzes.

    2. April 2008: Finanzminister Deubel beantwortet eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Lammert (Diez) zum Verkauf des Golfplatzes für 2,25 Millionen Euro - also deutlich unter dem von Land 2005 taxierten Wert von 3,7 Millionen Euro plus Waldbesitz - an Bernhard Ehl. Deubel argumentiert, das Wertgutachten von 2005 sei von einer rechnerischen Sollpacht von 250.000 Euro jährlich ausgegangen. Dabei sei nicht berücksichtigt worden, dass der Platz bis 2020 an den MGC Bad Ems verpachtet sei und dessen Pachtzins von 40.000 Euro erheblich unter der angenommenen Sollpacht liege. Deubel: „Damit konnte seitens der Staatsbad Bad Ems GmbH in den späteren Verkaufsverhandlungen mit Herrn Bernhard Ehl aber auch nicht mehr ein Kaufpreis von 3,7 Millionen Euro gefordert werden.“

    2008: Ehl lässt schon in der ersten Saison als neuer Besitzer vier der 18 Bahnen umbauen. Projektleiter Bernd Rasbach: „Der Platz ist ein Rohdiamant, er muss nur noch geschliffen werden.“

    2009: Der Platz geht in den Besitz der von Ehl gegründeten Parkland Golf Course Bad Ems GmbH & Co KG über.

    25. März 2009: Der neue MGC-Präsident Manfred Wendt betont in der RZ, dass einige der aktuellen Umbauten gemeinsam mit Ehl entwickelt wurden. Wendt: „Wenn ein Eigentümer solche Mittel in die Hand nimmt, um den Platz aus seinem 30-jährigen Dornröschenschlaf zu erwecken und wieder in die Top Ten der deutschen Golfplätze zurückzuführen, dann muss man dies nach Kräften unterstützen.“

    2011: Ehl beauftragt den Golfarchitekten Thomas Himmel (Gauting) mit dem Entwurf von Umgestaltungsplanungen für den Platz.

    2010 - 2013: Das Verhältnis zwischen MGC und neuem Eigner verschlechtert sich. Der Club strebt eine Verlängerung des Pachtvertrages weit über 2020 an, Ehl zeigt sich dazu nicht bereit. Er möchte die Denzerheide zum „führenden Parkland Course in Deutschland“ machen und deshalb den Betrieb des Platzes in die Hände einer professionellen und wirtschaftlich ausgerichteten Betreibergesellschaft legen. Ehls Vision: Der MGC setzt als Verein „ehrenamtlich die gesellschaftlichen und sportlichen Akzente“, eine neue Besitz- und Betreibergesellschaft ist verantwortlich für Verwaltung sowie Organisation und sorgt stets für möglichst optimale Spielmöglichkeiten auf der Denzerheide“. Ehl plant weitere weitreichende Umbauten, die zwei Jahre dauern würden, laut Pachtvertrag aber der Zustimmung des MGC bedürfen. Der MGC lehnt Ehls Pläne ab. Konflikte mehren sich, diverse „Runde Tische“ bringen keine Annäherung. Stattdessen wird zwischen beiden Seiten viel schriftlich kommuniziert.

    Dezember 2013: Golfplatz-Experte Gunther Hardt (Stuttgart) begutachtet den Platz erneut, dieses Mal im Auftrag von Bernhard Ehl. In seinem Endbericht wird der Zustand der Abschläge, Fairways und Grüns und die Platzpflege insgesamt bemängelt. Der ebenfalls von Ehl eingeschaltete Sportanlagengutachter Georg Armbruster (Stadtbergen) kommt zum Schluss, dass „der Aufbau der überprüften Greens und Abschläge die Mindestanforderungen der FLL-Golfplatzbaurichtlinie nicht erfüllen. Um das Ziel zu verwirklichen, einen Golfplatz mit optimalen Spielbedingungen zu erreichen, ist der Umbau der Greens und Abschläge unabdingbar.“

    7. Januar 2014: Eigentümer Ehl kündigt den Pachtvertrag mit dem MGC mittels eines Schreibens des Koblenzer Anwaltes Peter Sprengart (Kanzlei Caspers Mock) außerordentlich - mit Hinweis auf den Pflegezustand des Platzes. Der MGC sei „außer Stande und wirtschaftlich überfordert, die heutigen Anforderungen an ein angemessenes Clubmanagement zu erfüllen“. Er verweist auf die verschiedenen Gutachten, die er in seiner „Verantwortung als Platzeigentümer eingeholt“ hat. Ehl sieht auf dem Platz „dringenden Handlungsbedarf“. Es wäre „auch im Interesse aller Clubmitglieder, die Dinge nicht bis 2020 treiben zu lassen.“ Ehl verlangt vom Club eine Akzeptierung der Kündigung bis zum 21. Januar 2014, anderenfalls die Räumung und Herausgabe des Platzes bis zum 31. März 2014.

    21. Januar 2014: Eigentümer Ehl verweist in einem Interview mit der Rhein-Zeitung darauf, dass diverse Gutachten einen gravierenden Sanierungsstau auf dem Platz belegt haben. Ehl: „So war es nur konsequent, eine außerordentliche Kündigung des Pachtvertrages auszusprechen.“ Er zeigt sich „wild entschlossen, eine Platzübergabe durch den Club an meine MGC Besitzgesellschaft zu erreichen“. Ehl strebt diesen Wechsel bis Ende 2014 an. Der Eigner sagt zugleich eine Sanierung und einen Umbau des Platzes innerhalb von 16 Monaten bei „zumutbaren Spieleinschränkungen“ ohne Beitragserhöhungen oder Sonderumlagen für die Clubmitglieder zu.

    Januar 2014: Das Präsidium des MGC weist die Kündigung des Pachtvertrages als grundlos zurück und lehnt eine Räumung des Platzes ab - ebenso alle Umbaupläne Ehls. Der MGC schaltet den Anwalt Frank J. Hospach von der Stuttgarter Kanzlei Kasper Knacke ein. Dieser soll auch prüfen, ob der Vertrag von 2007 für den Verkauf des Platzes durch das Staatsbad an Ehl wirksam ist. Der MGC sieht hier „einige Unklarheiten“.

    6. Februar 2014: Ehl reicht über seinen Koblenzer Anwalt beim Landgericht Koblenz Räumungsklage gegen den MGC ein. Er sieht auf Platz und Betriebshof „ganz beachtliche Defizite, die dringend eines Einschreitens bedürfen“. Das Präsidium kündigt an, der Klage energisch zu widersprechen. Der MGC-Anwalt beantragt beim Landgericht, die Räumungsklage abzuweisen und „widerklagend feststellen zu lassen, dass der Kaufvertrag“ zwischen Staatsbad und Ehl „unwirksam ist“.

    Februar 2014: Das internationale Ranking „Top 100 Golf Courses“ zählt die Denzerheide zu den besten Golfplätzen in Deutschland. Der Platz belegt Platz 11 unter den rund 700 deutschen Plätzen.

    März 2014: In einer „Kurz-Chronik mit Ausblick für MGC-Mitglieder“ listet Bernhard Ehl die Einschätzungen und Empfehlungen der Gutachter zum Platz auf. Ehl regt eine „zukünftige Organisationsstruktur in einem kooperativen Miteinander von MGC-Club und MGC-Besitzgesellschaft“ an. Bei einer gütlichen Einigung könnte die MGC-Besitzgesellschaft in der Rolle des Betreibers schon vor 2020 Verantwortung auf der Denzerheide übernehmen. Ehl gibt mehrere Garantien ab. So garantiert er „allen MGC-Mitgliedern eine Spielberechtigung auf Lebenszeit“, für seine Baumaßnahmen „wird es keine Umlagen geben“, „Platzmannschaft sowie Büroangestellten wird ein Übernahmeangebot gemacht“.

    6. März 2014: Das Präsidium des MGC beschließt, Ehl aus dem Club auszuschließen, „da dessen Verhalten massiv gegen die Interessen unseres Clubs verstößt“.

    28. März 2014: Die Mitgliederversammlung des MGC gibt dem Präsidium das Votum, die Räumungsklage abzuwehren, die vorzeitige Beendigung des Pachtverhältnisses zu verhindern und in diesem Zusammenhang die Wirksamkeit des Kaufvertrages näher zu beleuchten. Beim Kaufpreis stellt sich für dem MGC die Frage, ob es sich hier um eine „unzulässige Beihilfe im Sinne des europäischen Rechts handelt“.

    2. April 2014: Ehl zeigt in einem Schreiben an die Clubmitglieder Bereitschaft, „die Räumungsklage ruhen zu lassen“. Ehl: „Wir sollten golfen statt streiten.“ Seine Klage nimmt er gleichwohl nicht zurück.

    Juni 2014: Marc Biber, Leiter des DGV-Bereiches Umwelt und Platzpflege, bescheinigt dem MGC nach einer Begehung am 3. Juni 2014, dass „die Entwicklung des Platzzustandes große Fortschritte gemacht hat“. Der Experte testiert im Detail: „Abschläge: gutes Gesamtbild. Fairways: befriedigendes Gesamtbild. Bunker: in Ordnung. Grüns: guter Zustand.“

    Juli 2014: Der Deutsche Golf Verband veranstaltet auf der Denzerheide die Internationalen Amateurmeisterschaften der Senioren von Deutschland. Der MGC wertet dies als Beleg für den guten Pflegezustand des Platzes. Der Verband hatte dem MGC den Zuschlag für diese Meisterschaft für drei Jahre gegeben - nach eingehender Begutachtung des Platzes.

    MGC-Präsident Jürgen Kohns mit Partnerin.
    MGC-Präsident Jürgen Kohns mit Partnerin.
    Foto: Heil

    Juli 2014: Es wird öffentlich, dass der Anwalt des MGC die Frage aufwirft, ob der Verkauf des Platzes an Ehl „sittenwidrig“ war und damit unwirksam ist. Im Zentrum steht dabei die Verpflichtung des Staatsbades, Ehl von jeglichen Ausgleichsansprüchen des Clubs für die Zeit vor 2007 freizustellen. Stattdessen verpflichtet sich das landeseigene Bad, dem MGC nach Pachtende diesen Ausgleich zu zahlen. Der MGC schätzt seine Ansprüche auf 4 Millionen Euro, das Land auf weniger als 1 Million Euro. Für den MGC-Anwalt war die Regelung zugunsten von Ehl eine „unerlaubte Beihilfe“ des Landes. Mainzer Regierungskreise - nach dem Nürburgring-Fiasko in Beihilfefragen höchst sensibel geworden - reagieren nervös auf diese Entwicklung, streben dem Vernehmen nach eine geräuschlose Einigung vor der Landtagswahl im März 2016 an.

    Sommer 2014: Ehl und MGC stimmen in puncto Räumungsklage einer vom Landgericht angeregten Schlichtung durch einen außergerichtlichen Mediator zu.

    29. Oktober 2014: Das Finanzministerium beantwortet eine erneute Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Lammert (Diez) zum Platzverkauf. Staatssekretär Salvatore Barbaro verteidigt darin die Freistellung des Platzkäufers Bernhard Ehl von den Ausgleichsansprüchen des Clubs als „sachgerechte und vernünftige Regelung, die vermeidet, dass die Staatsbad Bad Ems GmbH einen möglicherweise überhöhten Abzug bei der Vereinbarung eines reduzierten Kaufpreises hätte hinnehmen müssen“.

    Dezember 2014: Zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 gibt es vier Mediationstreffen. Laut MGC wird dabei deutlich, dass Ehl möglichst rasch die Hoheit über den Platz gewinnen und das Gelände 2016 und 2017 umfangreich umbauen wollte. Der MGC wiederum will eine möglichst langfristige Fortführung des Clubs auf der Denzerheide sichern. Während der Mediation bietet der MGC Ehl auch an, ihm den Platz abzukaufen. Der Preis soll Ehls Kaufpreis und seine Investitionen abdecken sowie einen Gewinn ermöglichen. „Vier Millionen Euro“ kursieren unbestätigt als Kaufpreis.

    2015: Ehl stellt der Parkland Golf Course Bad Ems GmbH & Co KG weitere 3,3 Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung.

    27. Februar 2015: Der MGC teilt mit, dass die Mediation überraschend gescheitert ist und von beiden Seiten abgebrochen wurde. Bruchpunkt war offenbar der Plan von Ehl, dass die von ihm geplante Betreibergesellschaft ebenfalls Mitglied im Deutschen Golf Verband werden sollte. Damit hätte es bei einer Einigung zwei Golfclubs auf der Denzerheide gegeben.

    März 2015: Ehl bestätigt das Scheitern der Mediation - und bekräftigt in einem Schreiben an alle MGC-Mitglieder seine Zusage, „niemand von der Mitgliedschaft in unserer zukünftigen Betriebsgesellschaft oder Nutzung des Platzes als Golfer auszuschließen“.

    23. März 2015: MGC-Präsident Jürgen Kohns erklärt in einem Interview mit der Rhein-Zeitung: „Das Tischtuch“ zwischen Ehl und MGC „ist endgültig zerschnitten“. Ehl wolle „auf Kosten des MGC die absolute Macht auf der Anlage erlangen“, seine Umbaupläne kämen „einer Vergewaltigung dieser wunderschönen Anlage gleich“.

    April 2015: Bernhard Ehl präsentiert eine „Ausarbeitung zur Zukunftsgestaltung auf der Denzerheide“. Kern ist ein „Doppelmodell“ mit dem MGC Bad Ems als „Sportclub“ und einer MGC Parkland Course Gesellschaft als „Platzgesellschaft“ („inzwischen längst als voll handlungsfähiger Partner in den Startlöchern“), in einem Trägerschaftsmodell mit einem gemeinsamen Führungsteam an der Spitze zusammengeführt. Ehl bietet an, zusätzlich zu den bislang für Kauf und erste Umbaumaßnahmen aufgebrachten 3,5 Millionen Euro weitere 2,5 Millionen Euro für den Umbau einzubringen. Als Ausgleich für die Sanierungskosten soll der Club 1,0 Millionen Euro (Vermögen, Clubhaus, Maschinenpark) einbringen. Das Gesamtkapital ginge ab 1. Januar 2016 als Schenkung in die gemeinnützige Anne Ehl Stiftung, die alleiniger Eigentümer der Platzgesellschaft würde. Ein grundlegender Umbau soll den Platz von 2016 bis zum Saisonbeginn 2018 wieder zu einer der „Vorzeigeanlagen in Deutschland machen“.

    27. April 2015: MGC-Präsident Jürgen Kohns wird in der Mitgliederversammlung des Clubs mit großer Mehrheit (175 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen) in seinem Amt bestätigt. Zugleich lehnen die Mitglieder jeglichen Umbau des Platzes durch Ehl vor 2021 ab; auch unterstützen sie eine Prüfung der Rechtmäßigkeit des Verkaufes des Platzes an Ehl. Ehls Doppel- und Stiftungsmodell sowie seine Umbaupläne kommen nicht zum Tragen.

    8. Mai 2015: Völlig überraschend teilt Ehl in einer Mail „für alle MGC-Clubmitglieder“ mit, dass er das Kaufangebot des Clubs aus der gescheiterten Mediation annehmen wird. Ehl wörtlich: „Aufgrund der letzten Mitgliederversammlung habe ich die Entscheidung getroffen, den Golfplatz Denzerheide zu verkaufen und nehme das mir schriftlich vorliegende Kaufangebot des Präsidiums an. Ich denke, dies ist eine gute Lösung für alle Beteiligten.“ 

    <a href="http://www.rhein-zeitung.de/REST/frontend/download/b2IvNi8zMTUzXzFfZ29sZnBsYXR6LnBkZg,,/golfplatz.pdf">Diese Nachricht schickte Bernhard Ehl am 8. Mai 2015 per E-Mail an die Clubmitglieder. </a>

    Am selben Tag erklärt Ehls Anwalt schriftlich, dass die Verkaufsofferte ernst gemeint ist. In politischen Kreisen wird spekuliert, Ehl könne von Seiten der Landesregierung mit Blick auf die Landtagswahl zum Einlenken gebeten worden sein.

    Juni 2015: Die Fachzeitschrift „Golf Magazin“ veröffentlicht ihr Ranking der „Top 50 Deutsche Golfplätze“. Der Golfplatz auf der Denzerheide schafft mit Platz 50 den Sprung in diesen Kreis.

    Juli 2015: Auf der Denzerheide finden im zweiten Jahr hintereinander die Internationalen Amateur-Meisterschaften der Senioren von Deutschland statt. Der ausrichtende MGC bekommt viel Lob für die Organisation und den Pflegezustand des Platzes. Der DGV plant, diese Meisterschaften auch 2016 auf dem Bad Emser Platz auszutragen.

    August 2015: Es wird bekannt, dass der MGC mit dem Land diskret und vertraulich über die Höhe der Ausgleichsansprüche verhandelt, die das Staatsbad dem Club bei Pachtende bezahlen müsste. Diese Gelder würden es dem MGC erleichtern, den Kaufpreis zu stemmen. Für das Land verhandelt Finanz-Staatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) persönlich.

    23. Oktober 2015: Kohns übermittelt Ehl im nach wie vor laufenden Verfahren um die Räumungsklage, dass der MGC bereit ist, die von Ehl geforderten und von ihm als „unverhandelbar“ deklarierten 3,9 Millionen Euro Kaufpreis für den Golfplatz zu bezahlen - vorbehaltlich einer Zustimmung der Mitglieder. Ehls Anwalt sagt zu, sich bis 12. November mit Ehl darüber abstimmen zu wollen. Derweil rechnet der MGC damit, die Verhandlungen mit dem Land über die Ausgleichsansprüche des Clubs im November 2015 abschließen zu können.

    5. November 2015: Kehrtwende von Ehl: In einem Mail an den Club widerruft er völlig überraschend seine schriftliche Verkaufszusage vom Mai. Er beklagt, dass er vom MGC-Präsidium als „Grundstücksbesitzer, dessen Eigentum man gepachtet hat, gnadenlos diffamiert“ werde. Ehl weiter, damit offenbar die Prüfung der Rechtmäßigkeit des Platzverkaufes an ihn meinend: „Ich habe nicht vor (auch nicht für 3,9 Mio. Euro), mich den Rest meines Lebens von diesen Leuten in eine schmutzige Ecke stellen zu lassen.“

    3. Dezember 2015: Das Landgericht Koblenz will sein Urteil in puncto Räumungsklage verkünden. Wegen Krankheit des Richters wird die Verkündung jedoch auf den 7. Januar 2016 verschoben.

    7. Januar 2016: Das Landgericht Koblenz weist die Räumungsklage des Unternehmers Bernhard Ehl gegen den Club ab. Der Vorsitzende Richter der 3. Zivilkammer, Hans-Peter Hoerch, erklärt die Klage für unbegründet. Der Mittelrheinische Golfclub Bad Ems, dessen Pachtvertrag bis Ende 2020 läuft, kann weiter auf dem traditionsreichen Golfplatz Denzerheide spielen. Zugleich aber weist das Gericht die Widerklage des Clubs ab, der geltend machen wollte, die Staatsbad Bad Ems GmbH habe Ehl den Golfplatz „sittenwidrig“ günstig verkauft. Das Landgericht aber kam zur Einschätzung, dass der Kaufvertrag „nicht sittenwidrig“ und „wirksam“ ist.

    15. Januar 2016: Platzeigner Ehl wertet die Gerichtsentscheidung in einem Interview mit der Rhein-Zeitung trotz der Abweisung seiner Räumungsklage positiv: „Das Wichtigste für mich ist, dass die Eigentumsverhältnisse so bestätigt wurden, wie sie sind. Wir haben nun Planungssicherheit und können unser Zukunftskonzept konkretisieren.“ Ehl kündigt an, für Sanierung und Umbau „drei bis vier Millionen Euro zur Verfügung stellen“. Bernd Rasbach, Geschäftsführer der Platzgesellschaft Parkland Golf Course Bad Ems GmbH, sagt, der MGC Bad Ems könne „als e. V. und Sportclub bestehen bleiben.“ Er müsste „nur seine Satzung den neuen und nun vom Gericht bestätigten Eigentumsverhältnissen anpassen.“ Rasbach hält es für sinnvoll, wenn die Platzgesellschaft künftig den Präsident des MGC Bad Ems stellt. Ehl avisiert im Gespräch mit der Rhein-Zeitung, die Platzgesellschaft Parkland Golf Course Bad Ems GmbH zeitnah in die gemeinnützige Anne-Ehl-Stiftung zu übertragen.

    29. Januar 2016: MGC-Präsident Jürgen Kohns teilt allen MGC-Mitgliedern in einem Rundschreiben mit, dass das Präsidium des Clubs beschlossen hat, gegen die Abweisung der Widerklage durch das Landgericht Berufung einzulegen. Der Club will nun vom Oberlandesgericht Koblenz prüfen lassen, ob der Verkauf des Golfplatzes an Bernhard Ehl rechtens war. Zudem informiert Kohns über den Beschluss des Präsidiums, Bernd Rasbach aus dem Club auszuschließen. Grund: Rasbach, Geschäftsführer von Ehls Platzgesellschaft Parkland Golf Course Bad Ems GmbH, hatte am 16. Januar in einem Interview mit TV Mittelrhein behauptet, der Club befinde sich „in finanziellen Schwierigkeiten“.

    Zusammenstellung: Christian Lindner

    Sollte etwas fehlen, unstimmig oder unkorrekt sein, sind wir für Hinweise per E-Mail an christian.lindner@rhein-zeitung.net dankbar. Dies gilt auch für die Frühzeit des Platzes sowie für die Zeit nach dem Krieg. Auch für historische Fotos sind wir dankbar.

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