Rheinland-Pfalz

Mitglieder der Gruppe „Vereinte Patrioten“: Zwei Rheinland-Pfälzer wegen Terrorverdachts festgenommen

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Der Prozess gegen die mutmaßliche Terrorgruppe „Vereinte Patrioten“ läuft schon seit Wochen in Koblenz. Jetzt sind zwei weitere Verdächtige festgenommen worden.

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Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Terrorgruppe „Vereinte Patrioten“ sind am Dienstag ein Mann und eine Frau in Rheinland-Pfalz festgenommen worden. Dem 52-Jährigen aus dem Kreis Trier-Saarburg sowie der 32-Jährigen aus dem Kreis Bad Dürkheim wird unter anderem die Unterstützung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das Landeskriminalamt in Mainz mitteilten. Im Tagesverlauf soll darüber entschieden werden, ob die beiden Festgenommenen in Untersuchungshaft kommen.

Darüber hinaus wird einer weiteren Verdächtigen – einer 53-Jährigen ebenfalls aus dem Kreis Bad Dürkheim – vorgeworfen, von den Planungen gewusst, diese aber gebilligt und nicht angezeigt zu haben. Bei Durchsuchungen gegen die drei Beschuldigten wurden Mobiltelefone, andere Datenträger und schriftliche Unterlagen sichergestellt. Zudem laufen Ermittlungen in fünf anderen Bundesländern gegen mutmaßliche Unterstützter der „Vereinten Patrioten.“

Hochspannungsleitungen ausgekundschaftet

Wegen eines geplanten Umsturzes Deutschlands und der beabsichtigten Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sind bereits vier Männer im Alter zwischen 44 und 56 Jahren und eine 76-Jährige vor dem Oberlandesgericht Koblenz angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, eine inländische terroristische Vereinigung gegründet zu haben oder darin Mitglied gewesen zu sein. Die Gruppe namens „Vereinte Patrioten“ soll einen großflächigen Stromausfall, die Entführung von Lauterbach, einen politischen Umsturz und eine neue Verfassung nach dem Vorbild des Deutschen Kaiserreichs 1871 geplant haben.

Dem am Dienstag festgenommenen 52-Jährigen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zur Last gelegt. Er soll Hochspannungsleitungen ausgekundschaftet haben. Der festgenommenen Frau wird außer der Unterstützung der terroristischen Vereinigung auch zur Last gelegt, die Pläne gebilligt und gefördert zu haben. Sie soll mehrere Chatgruppen betrieben haben, die neben der Anwerbung weiterer Unterstützer auch der Kommunikation der Tatbeteiligten gedient haben. Sie wird ferner beschuldigt, einem Mitglied der Gruppe ihr Auto zur Verfügung gestellt zu haben sowie ihm Dokumente mit Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffen überlassen zu haben.