Nach einer abrupt abgerissenen Nachweisserie im April 2025 hat man im November bei Deimberg im Landkreis Kusel den Wolfsrüden GW4433m erneut nachweisen können, teilt das im pfälzischen Trippstadt bei der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) ansässige Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) mit: „Mehrere nicht individualisierbare Nachweise mit dem hierzulande eher seltenen Typ lassen auf dessen länger währende Anwesenheit schließen.“
Diese Nachweise erfolgten teilweise in unmittelbarer Grenznähe des Präventionsgebiets (PG) Hunsrück. Weitere Proben aus dieser Region seien in Bearbeitung: „Aufgrund der Nachweise dieses Wolfs bis in den Raum Bad Sobernheim sowie der Nähe zur Grenze des Präventionsgebiets (Glan/Bundesstraße B420) ist gemäß Managementplan eine Ausweitung des Präventionsgebiets Hunsrück erforderlich, um im potenziellen Lebensraum des Tiers die ansässigen Weidetierhaltenden bei der Ergreifung von Herdenschutzmaßnahmen fördertechnisch zu unterstützen“, heißt es seitens des Kluwo.

Die Erweiterung des PG Hunsrück für vorläufig ein Jahr erweitert das bestehende Gebiet nach Osten. Als Grenze sollen vom bestehenden PG Hunsrück aus ab Kirn der Fluss Nahe bis nach Bad Münster am Stein-Ebernburg, von dort aus die Bundesstraße (B) 48 bis zur Anschlussstelle Winnweiler, die Autobahn (A) 63 bis zur Anschlussstelle Kaiserslautern, die A6 bis zur Landesgrenze zum Saarland fungieren: „Damit werden die stärksten, prägnantesten Barrierestrukturen dieser Region angewendet.“
Der Kernlebensraum des gemeldeten Wolfs liegt nach aktuellem Stand im bestehenden PG Hunsrück. Er gilt mit dem Nachweis vom November als ein in Rheinland-Pfalz ansässiges Einzeltier. Davor war er zuletzt Anfang April oberhalb des Truppenübungsplatzes Baumholder in der Nähe von Sien in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen an einem Nutztierriss nachweisbar. Das Tier stammt laut Kluwo aus der italienischen oder der Alpenpopulation.
Flankiert wird die vorerst temporäre Ausweitung mit zwei digitalen Herdenschutzveranstaltungen und einem Vor-Ort-Termin mit den entsprechenden Zaunelementen und einem Vortrag. Weidetierhalter haben ab sofort die Möglichkeit, Anträge zur Förderung von Präventionsmaßnahmen beim Kluwo zu stellen, teilt das Koordinationszentrum mit.
Online-Sprechstunde zum Thema „Herdenschutz“
Eine Online-Sprechstunde zum Thema „Herdenschutz – Schutzmaßnahmen und Förderung“ findet am Mittwoch, 21. Januar, von 18 bis 20 Uhr statt. Geplant ist ein Einführungsvortrag mit anschließender Fragerunde. Der Einwahl-Link: https://meet.wald.rlp.de/rooms/cel-2fb-d57-17n/join Das Kluwo bittet um eine Anmeldung mit Klarnamen.
Wölfe sind in Rheinland-Pfalz seit gut zehn Jahren wieder heimisch und haben sich seit 2022/23 mit mehreren Rudeln vor allem im Westerwald und im Hochwald fest etabliert. Dazu kommen durchziehende Einzeltiere, die immer wieder nachgewiesen werden. Die Population wird durch Monitoring erfasst, es gibt Managementpläne zur Förderung des Herdenschutzes, aber auch zur Klärung von Wolfs-Weidetier-Konflikten. red
Fragen und Antworten zum Leben mit dem Wolf, zu Herdenschutz und Förderung sowie rechtliche Fragestellungen können auf der Internetseite www.wolf.rlp.de nachgelesen werden. Sichtungen und andere Nachweise können auf dieser Seite oder unter der Telefonnummer 06306/911 199 gemeldet werden. Neueste Entwicklungen zum Wolf in Rheinland-Pfalz und im Raum Hunsrück/Pfalz erhalten Interessierte über den Newsletter des Kluwo: Anmeldung per E-Mail an kluwo@wald-rlp.de

Spaziergänger entdeckt bei Sienhachenbach einen Wolf
In der Region rund um Sien und Sienhachenbach mehren sich die Hinweise, auf einen Wolf. Ob es sich um ein einzelnes Tier handelt oder mehrere durch die Gegend streifen, ist derzeit schwer zu sagen.

Zum Wolf gesellt sich wohl auch noch ein Goldschakal
Schon im Frühjahr deuteten mehrere Risse auf das Vorhandensein eines Wolfes im Raum Sien/Truppenübungsplatz hin. Jetzt ist ein Prachtexemplar vor eine Wildkamera gelaufen. Und er hat auch noch Besuch von einem noch exotischeren Beutegreifer bekommen.

Siener Wolf ist kein Unbekannter
Nun ist es auch amtlich: Das Frankfurter Senckenberg-Institut hat nach der DNA-Untersuchung bestätigt, dass Wolf GW 4433 m für den Tod von insgesamt 13 Stück Damwild bei Sien verantwortlich ist.

