London (dpa) - Nervenstark hat Tennisprofi Jan-Lennard Struff zum fünften Mal die dritte Runde in Wimbledon erreicht. Seine umkämpfte und tags zuvor abgebrochene Partie gegen den favorisierten US-Profi Brandon Nakashima gewann der Sauerländer in einem Tiebreak-Krimi in fünf Sätzen. 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7) lautete das Ergebnis aus Sicht von Struff. Beim Stand von 2:2-Sätzen war das Duell am Mittag wieder aufgenommen worden.
Nun gegen Medwedew
Mit dem Erfolg stellte der Warsteiner sein bestes Ergebnis beim Rasen-Grand-Slam-Turnier ein und spielt zum dritten Mal in Serie in London um den Einzug ins Achtelfinale. Am Freitag fordert der 36-Jährige den Russen Daniil Medwedew heraus.
«Natürlich möchte ich zum ersten Mal den Schritt in die vierte Runde gehen», sagte Struff. «Es ist ein Grand Slam, es ist Wimbledon, es ist schön, ja klar, da ist man top motiviert.» Die Bilanz gegen den Top-Ten-Spieler Medwedew macht allerdings wenig Mut. Nur einen von neun Vergleichen hat der deutsche Davis-Cup-Spieler für sich entschieden.
45 Asse gegen Nakashima
45 Asse halfen Struff zum Sieg gegen Nakashima in diesem außergewöhnlichen Aufschlag-Duell. Von 41 Assen seines Kontrahenten ließ sich der Warsteiner nicht beirren. Bei Wiederbeginn strauchelte Struff bei 3:3 bei eigenem Aufschlag und gab sein Spiel zum 3:4 mit einem Doppelfehler ab.
Doch der Deutsche strahlte weiterhin Selbstsicherheit aus. Struff glich mit seinem ersten Break im gesamten Match zum 5:5 wieder aus, vergab bei 6:5 schon einen Matchball - und hatte dann im Matchtiebreak trotz eines Rückstandes das bessere Ende für sich. Schon in der ersten Runde hatte sich Struff nach einem Rückstand im entscheidenden fünften Satz zurückgekämpft.
Sieg war schon vor Abbruch greifbar
Gegen Nakashima schien schon am Mittwochabend mit dem Erreichen des Tiebreaks im vierten Abschnitt die dritte Runde ganz nah gewesen zu sein. Doch Struff konnte den Satzausgleich nicht verhindern, die Partie auf Außenplatz 18 wurde wegen Dunkelheit abgebrochen und fand erst mit Verspätung ein erfreuliches Ende für Struff.
Struffs Doppelpartner und Davis-Cup-Kollege Yannick Hanfmann muss dagegen weiter auf den erstmaligen Drittrunden-Einzug bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Der Karlsruher zog gegen den Russen Karen Chatschanow mit 3:6, 4:6, 4:6 den Kürzeren.
Kate zu Besuch in Wimbledon
Unterdessen besuchte Prinzessin Kate das Grand-Slam-Turnier im Südwesten Londons. Sie begrüßte Fans, die sich in der berühmten «Queue», der Warteschlange, angestellt hatten, um Tickets zu bekommen, und schaute sich den britischen Tennisprofi Arthur Fery auf einem der Außenplätze an.
Kate ist Schirmherrin des Londoner Rasenklassikers, im vergangenen Jahr überreichte sie die Siegertrophäen an Iga Swiatek und Jannik Sinner.
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