Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 20:03 Uhr
Köln/Mainz

Trainerpreis für Thomas Tuchel

Thomas Tuchel hat am Donnerstag in Köln den Trainerpreis des deutschen Fußballs erhalten. Die Auszeichnung wurde bei der Abschlussveranstaltung des 57. Fußballlehrer-Lehrgangs verliehen.

Köln/Mainz – Thomas Tuchel hat am Donnerstag in Köln den Trainerpreis des deutschen Fußballs erhalten.

Die Auszeichnung wurde ihm im Rahmen der Abschlussveranstaltung des 57. Fußballlehrer-Lehrgangs verliehen. In seiner Ansprache dankte Tuchel vor allem dem FSV Mainz 05. „Es war ein großer Vertrauensbeweis des Vereins, mich auf diese Bühne zu heben“, sagte er.

Im Jahr 2007 absolvierte Tuchel an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln die Ausbildung zum Fußballlehrer, die er mit einer Gesamtnote von 1,4 als Zweitbester seines Lehrgangs abschloss. Seit dem 3. August 2009 ist der heute 37-Jährige Trainer des FSV Mainz 05. In der Saison 2010/2011 stellte er mit seinem Team den Bundesliga-Startrekord von sieben Siegen in Serie ein. Aktuell befindet sich die Mannschaft auf Platz fünf der Tabelle der Bundesliga.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die jährlich von einer DFB-Jury unter Vorsitz von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger verliehen wird, würdigt die herausragende Leistung eines Trainers oder einer Trainerin im Spielbetrieb, in der Nachwuchsarbeit oder für ein besonderes gesellschaftspolitisches Engagement in der Trainertätigkeit. „Es ist selbstverständlich für uns, dass wir dieses Geld spenden. Der komplette Betrag geht an die Kinderhilfe in Haiti“, sagte Tuchel.

„Thomas Tuchel ist im Bereich der deutschen Trainer eine der Entdeckungen des vergangenen Jahres“, sagte Dr. Zwanziger. „Er hat beim FSV eine Mannschaft geformt, die durch ihre sympathische Spielweise auf sich aufmerksam gemacht hat.“ Weiter sagte Dr. Zwanziger: „Zudem verfügt Thomas Tuchel über hohe menschliche und charakterliche Qualitäten, die für einen Fußball-Lehrer in der heutigen Zeit unglaublich wichtig sind. Ich wünsche ihm alles Gute für seine weitere Trainerlaufbahn.“

Nach der Auszeichnung für Tuchel erhielt Dettmar Cramer für sein Lebenswerk aufgrund seiner großen Verdienste um den Fußballsport das “DFB-Ehrenzeichen in Gold mit Brillant“.

„Er hat dem Deutschen Fußball-Bund nicht nur als Trainer vieler Vereine in der Bundesliga national, sondern durch sein Wirken in vielen anderen Ländern vor allem auch international unglaublich viel Anerkennung und Respekt verschafft“, sagte Dr. Zwanziger. „Dettmar Cramer ist nicht nur eine Persönlichkeit des deutschen Sports, sondern eine Persönlichkeit, die die freiheitlichen und demokratischen Grundideen Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg weltweit mit großer Anerkennung und großem Engagement verbreitet hat. Ich gratuliere ihm sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.“

Cramer hatte nach dem zweiten Weltkrieg eine der ersten Fußball-Lehrer-Lizenzen erworben. Sepp Herberger holte ihn zum DFB, wo er bis 1967 Trainer blieb. Cramer ging dann zunächst zur FIFA, bevor er im August 1974 Nationaltrainer in den USA wurde. Am 16. Januar 1975 übernahm er mit dem FC Bayern München erstmals einen Bundesligaverein. Mit den Bayern gewann er zweimal den Europapokal der Landesmeister (1975 und 76), im Jahr 1976 wurde das Team zudem Weltpokalsieger. Später wurde Cramer FIFA-Inspektor, Direktor beim südkoreanischen Fußballverband und technischer Berater für den japanischen Fußball-Verband, für den er schon im Jahr 1964 erstmals gearbeitet hatte. In Japan wird der 85-Jährige deswegen noch heute als Begründer des modernen Fußballs verehrt. 2005 wurde er als einer der ersten in die Japanische Fußball-Ruhmeshalle aufgenommen.

In seiner Ansprache erinnerte Cramer an seine Anfänge und die gemeinsame Zeit mit Sepp Herberger. Seine Rede schloss er mit den Worten:”Ich bin dem Fußball dankbar.”