Archivierter Artikel vom 17.05.2016, 19:09 Uhr
Mendig

Rock am Ring: Mehr Funkmasten auf dem Flugplatz Mendig

Schnell mal ein Foto bei Facebook posten, bei Twitter einen Tweet absetzen – mit dem Handy ist das heute fast von überall aus möglich. Vorausgesetzt, es gibt ein ausreichendes Mobilfunknetz. Bei Großveranstaltungen wie Rock am Ring, wo mehr als 90.000 Menschen zusammenkommen, kann es mit der Netzversorgung allerdings schon mal eng werden. Deswegen haben die Mobilfunkanbieter zusätzliche Basisstationen aufgestellt, um ihre Netzkapazitäten zu erhöhen.

Alles läuft nach Plan: Timo Gnass (von links) und Susanne Taufertshöfer beobachten auf dem Flugplatz Mendig, wie auf dem "Mobile Radio-Trailer" der Antennenkopf an der Mastspitze montiert wird.
Alles läuft nach Plan: Timo Gnass (von links) und Susanne Taufertshöfer beobachten auf dem Flugplatz Mendig, wie auf dem „Mobile Radio-Trailer“ der Antennenkopf an der Mastspitze montiert wird.
Foto: Hilko Röttgers

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

„Jeder Provider ist bestrebt, seinen Kunden bei so einer Veranstaltung einen möglichst guten Empfang zu garantieren“, sagt Paul Gerlach von der Regionalagentur für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland des Anbieters Vodafone. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf errichtet für Rock am Ring vier zusätzliche Masten. Damit können laut Gerlach rund 60.000 Kunden des Anbieters versorgt werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Anfang des Jahres, wie Projektleiterin Susanne Taufertshöfer berichtet.

Vodafone setzt auf sogenannte „Mobile Radio-Trailer“ (MRT). Das sind zweiachsige Anhänger, mit denen ein Container für die Mobilfunktechnik und ein Aluminiummast an den Verwendungsort transportiert werden. Sie kommen beispielsweise auch bei Notfällen und Katastrophen zum Einsatz, wenn das Mobilfunknetz ersetzt oder verstärkt werden muss. Vodafone verfügt bundesweit über 120 dieser MRT.

Je nach Modell kann der Mast pneumatisch auf eine Höhe von 15 bis 30 Meter ausgefahren werden. An der Mastspitze befindet sich ein Antennenkopf, der zuvor am Boden zusammengebaut wird. Der Aufbau dauert – abhängig von der Größe des MRT – sechs bis zehn Stunden. Auf dem Flugplatz Mendig sind gut 15 Mitarbeiter damit beschäftigt.

Sobald der Mast steht, kann er in das bestehende Mobilfunknetz eingeflochten werden. Dann nehmen die Antennen das Handysignal auf und leiten es per Richtfunkverbindung an eine Basisstation weiter. Von dort aus gehen die Daten ins globale Mobilfunknetz.

Auf dem Flugplatz Mendig stellt Vodafone jeweils einen 20 Meter hohen Mast im Nordosten des Areals nahe der Straße „Am Flugplatz“ sowie im Nordwesten in der Verlängerung dieser Straße auf. Ein dritter 20 Meter hoher Mast befindet nördlich des Geländes in einem Bereich nahe der Caravan-Stellplätze. Der vierte und mit 30 Metern höchste Mast steht in der Nähe der Halle 8 im Süden des Flugplatzes.

Mit dieser Aufstellung reagiert der Mobilfunkanbieter auch auf die Erfahrungen, die bei der Premiere von Rock am Ring in Mendig gemacht wurden. Nicht nur stellt das Unternehmen einen Mast mehr auf als im vergangenen Jahr. Zudem setzt Vodafone auch erstmals einen 30-Meter-Mast ein. MRT-Projektleiter Timo Gnass erläutert: „Das ist nötig, damit das Richtfunksignal ungestört über das große Zelt hinweg gesendet werden kann.“ Denn wenn etwas im Weg ist, wird es mit der Funkverbindung problematisch.