Archivierter Artikel vom 09.09.2011, 17:00 Uhr
Paris

Post-it-War: Büromaterial mal anderes

Erst in Frankreich nun auch in Deutschland heißt es kleben was das Zeug hält, der Post-it-War hat begonnen. Dabei handelt es sich um Kunstwerke aus Post-its die Angestellte an ihrem Arbeitsplatz an die Fenster kleben.

Paris (dpa) – Erst in Frankreich nun auch in Deutschland heißt es kleben was das Zeug hält, der Post-it-war hat begonnen. Dabei handelt es sich um Kunstwerke aus Post-its, die Angestellte an ihrem Arbeitsplatz an die Fenster kleben.

Diese kreative Beschäftigungstherapie begann im Pariser Vorort Montreuil, dort schmückten Mitarbeiter des Computerspielriesen Ubisoft im Juni ihre Büros mit kleinen Aliens, aus den besagten Merkzetteln. In den kommenden Wochen sprach sich die Idee schnell herum, und ist nun auch in deutschen Städten wie Köln oder Hamburg zusehen. Auf Facebook zeigen die „Künstler“ ihre Werke und entfachen so einen regelrechten Wettstreit, um das größte und beeindruckendste Kunstwerk an den Fenstern der Außenfassade. Viele der zum Teil riesigen Bilder zeigen Figuren aus alten Videospielen wie Super Mario oder Pac-Man. Aber auch Marilyn-Monroe-Porträts im Stil des Pop-Art-Art-Künstlers Andy Warhol oder Asterix und Obelix werden aus den kleinen Zetteln geklebt.

Größere Beschwerden von Arbeitgebern über den hohen Klebezettelverbrauch oder liegengebliebene Arbeit wegen der Nebenbeschäftigung wurden bislang nicht bekannt. Manche Unternehmenschefs haben sogar entschieden, die Werke ihrer Mitarbeiter zu konservieren. Bevor die Fensterputzer kommen, werden sie einfach auf riesige Papierbahnen geklebt.

Die Haftklebezettel wurden in den letzten 30 Jahren schon in unterschiedlichen Kunst-Projekten verwendet, wie beispielsweise die Künstlerin Melynda Schwier-Gierar. Sie ordnete in 150 verschiedenen Faltungen fließbandartig riesige Objekte an.