Archivierter Artikel vom 13.10.2011, 14:15 Uhr

Ökostrom: Einstieg in den Ausstieg hat begonnen

Schnelle Einigung zwischen Bund und Ländern: Die 17 Atomkraftwerke in Deutschland werden bis zum Jahr 2022 in klar festgelegten Stufen definitiv abgeschaltet. Die Kernkraft soll sukzessive vor allem durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien kompensiert werden.

Ökostrom: Einstieg in den Ausstieg hat begonnen

Schnelle Einigung zwischen Bund und Ländern: Die 17 Atomkraftwerke in Deutschland werden bis zum Jahr 2022 in klar festgelegten Stufen definitiv abgeschaltet. Die Kernkraft soll sukzessive vor allem durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien kompensiert werden.

„Wir können die AKW bis spätestens 2020 sicher und bezahlbar ersetzen“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) Björn Klusmann.

Bundesbürger zuversichtlich

Auch die große Mehrheit der Bundesbürger geht davon aus, dass ein breiter Ökostrom-Mix die Atomenergie in Deutschland verzichtbar macht. Das ergab eine aktuelle, repräsentative Umfrage. 90 Prozent der Befragten vertrauen demnach darauf, dass umweltfreundliche Kraftwerke die entstehende Versorgungslücke schließen werden. Fast jeder Zweite (49 Prozent) hält Windenergie für eine tragende Säule der künftigen Energieversorgung. Je 40 Prozent setzen zudem auf Sonnenkollektoren und Wasserkraft, 20 Prozent auf Biomasse.

Immerhin fast jeder Dritte (29 Prozent) ist überzeugt, dass auch effiziente, gasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke eine weitere wichtige Alternative sind. Die Umfrage ergab zudem, dass 70 Prozent der Deutschen die Atommeiler am liebsten sogar noch schneller abschalten wollen. 41 Prozent halten einen Ausstieg bis 2015 für möglich, weitere 29 Prozent spätestens bis 2020.

Die Bundesbürger haben ihre ganz persönliche Energiewende schon in Angriff genommen, bevor die Politik die Abkehr vom Atomstrom offiziell beschlossen hat. So ist nach Berechnungen der Zeitschrift „Energie & Management“ die Zahl der Ökostrom-Kunden in Deutschland allein 2010 von 2,3 auf 3,2 Millionen Haushalte gestiegen.

Allerdings gibt es in der Öffentlichkeit nach dem beschlossenen Umstieg auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Energieversorgung Befürchtungen, dass sich der Strompreis erheblich verteuern wird. Mit einer seriösen Betrachtung und Bewertung von Kosten und Nutzen der Energiewende hätten solche Berechnungen nichts zu tun, betont der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Tatsächlich müssten der hohe ökonomische Nutzen der erneuerbaren Energien sowie die wahren Kosten der fossilen Energieträger gegengerechnet werden. So hätten die erneuerbaren Energien nach Berechnungen renommierter Forschungsinstitute im Auftrag des Bundesumweltministeriums allein 2010 Umweltschäden in einer Höhe von 8,4 Milliarden Euro vermieden. (djd)