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Neue Funktechnik Schmalband kommt: Selbst das Urinal wird digital

Alles, was sich digitalisieren lässt, wird auch digital. Auf diese einfache Formal lässt sich der wichtigste Trend der Cebit 2017 reduzieren. Jüngster Schrei: Auch das Urinal kann künftig mit einer App verbunden werden – und der Urin auf Anomalien untersucht werden. Das wird nur ein weiteres Beispiel für das Internet der Dinge.

Im Schmalband wird das Internet der Dinge miteinander vernetzt. Sensoren halten viel länger, Batterien müssen seltener ausgetauscht werden.  Foto: obs
Im Schmalband wird das Internet der Dinge miteinander vernetzt. Sensoren halten viel länger, Batterien müssen seltener ausgetauscht werden.
Foto: obs

„PeeWin“ und „Peelytics“ heißen die merkwürdigen Ideen hinter dem Produkt eines Start-ups aus Heidelberg, das erst noch in Serie gehen soll und auf der Cebit in Halle 11 präsentiert wird. „Es misst unter anderem, wie lange der Mann ,Lulu' macht“, sagt ein Sprecher von Peelytics am Stand. Gekoppelt mit einer Zielerkennung, misst ein Sensor, wie genau der Mann am Urinal pinkelt – und bei wem am wenigsten danebengeht, winken Chancen auf Preise. Vorausgesetzt, es finden sich alsbald Sponsoren für das Spiel und Investoren für die Idee.

Weniger skurrile und abseitige Geschäftsideen haben da wahrscheinlich mehr Chancen auf Erfolg. Im Internet der Dinge werden bald mehr Geräte und Sensoren miteinander vernetzt sein, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Deutsche Telekom will zum Beispiel die Vernetzung aller möglichen Techniken im Internet der Dinge mit einem speziellen Schmalbandnetz ankurbeln. Der Service soll im zweiten Quartal starten, kündigte der Chef der Geschäftskundensparte T-Systems, Reinhard Clemens, an. Die Sensoren müssten nicht mehr verkabelt werden, weil das Funkformat extrem stromsparend sei. Und das Signal reiche bis zu fünf Etagen tief in ein Parkhaus hinein, betonte Clemens.

Parkplätze vernetzt und von unterwegs buchbar

Der Bonner Konzern macht sich diese Merkmale zunutze, um etwa Parkplätze in Hamburg zu vernetzen und von unterwegs aus buchbar zu machen. Die Akkus der Sensoren im Boden der Parkplätze hielten 15 Jahre, sagte Clemens. Im Lauf des Jahres will die Telekom das Schmalbandnetz (Narrowband) deutschlandweit anbieten. Die Sendeanlagen können in heutige LTE-Systeme und auch in künftigen 5G-Datenfunk integriert werden.

Die Telekom vertreibt für die Technik auch eine Box mit Sensoren, die zum Beispiel Temperatur und Vibrationen messen kann. Die Idee ist, die Boxen an bestehender Technik wie Industriemaschinen oder Fahrstühlen anzubringen. Die Batterien der Box halten drei Jahre.

„Das wird in der Industrie das Sammeln und Auswerten von Daten massiv vorantreiben“, zeigte sich Clemens überzeugt. Man müsse auch nicht auf neue Produkte warten, „sondern das kann auch auf bestehende Technik geklebt werden“.

Bei einer anderen Funktechnik agiert Deutschland dagegen nicht an vorderster Stelle. Die Mobilfunkgeneration 5G soll deutlich höhere Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung bringen, gepaart mit sehr kurzen Reaktionszeiten. Damit können zum Beispiel auch Fahrzeuge übers Mobilfunknetz kontrolliert und medizinische Operationen durchgeführt werden. In Südkorea startet das Netz 2018, in Japan 2020. In Europa soll der neue Standard bis 2020 in mindestens einer Stadt in jedem Mitgliedstaat angeboten werden, flächendeckend erst bis 2025. msc/dpa

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