Archivierter Artikel vom 01.06.2012, 18:22 Uhr
Nürburgring

Neu beim Festival: Die saubere Art zu zelten

Rock am Ring ist im Wandel. Nicht nur das Musikprogramm wird bunter. Auch auf den Campingplätzen um den Nürburgring ist nicht mehr alles auf harte Rocker ausgelegt, die mehrere Tage pausenlos durchfeiern wollen. Es gibt jetzt auch sogenanntes Green Camping (deutsch: Grünes Zelten). Diese Bereiche sind ruhiger und sauberer. Die Flächen waren schnell ausgebucht. Doch nicht alle Festivalfans sind erfreut darüber. Einige sehen ihren Partykult bedroht.

Freuen sich über den sauberen Campingplatz (von links): Lilly, Hannah, Steffi, Sofie, Lydia und Lisa aus Essen. Die Gruppe hat sich bewusst für den umweltfreundlichen Zeltplatz entschieden. Sie fühlen sich total wohl im Green-Camping-Bereich: „Das ist ein bisschen Niveau im Niveaulosen“, scherzt sie. Damit meint sie, dass alle Besucher nach wie vor auf dem Festivalgelände verrückt abfeiern können. Aber auf dem Zeltplatz haben sie dann sauberes, ruhiges Gelände, auf dem sie zwischendurch entspannen und in der Nacht gut schlafen können. Außerdem sei der Umweltschutzaspekt dahinter wichtig. Green Camper hinterlassen nämlich keinen Müll und nehmen alles wieder mit.

Andreas Jöckel

Denn auf anderen Campingplätzen sieht es meist nicht so sauber aus.

Andreas Jöckel

Die Regeln für Green Camping sind streng: Weder Stromaggregate noch Pkw-Anhänger sind erlaubt. Es dürfen ausschließlich Zelte und Pavillons ohne Zusatzbauten aufgebaut werden. Campingstühle sind erlaubt, aber keine Sofas, die hinterher als Sperrmüll zurückbleiben.

Andreas Jöckel

In der Zeit von 1 Uhr bis 7 Uhr herrscht Nachtruhe. Wenn sie abreisen, dürfen die Camper nichts zurücklassen. Ordner kontrollieren, dass die Regeln eingehalten werden.

Andreas Jöckel

Andreas Jöckel

Andreas Jöckel

Hannah aus Essen und ihre Freunde fühlen sich total wohl im Green-Camping-Bereich: „Das ist ein bisschen Niveau im Niveaulosen“, scherzt sie. Damit meint sie, dass alle Besucher nach wie vor auf dem Festivalgelände verrückt abfeiern können. Aber auf dem Zeltplatz haben sie dann sauberes, ruhiges Gelände, auf dem sie zwischendurch entspannen und in der Nacht gut schlafen können. Außerdem sei der Umweltschutzaspekt dahinter wichtig. Green Camper hinterlassen nämlich keinen Müll und nehmen alles wieder mit.

Nachdem das neue Angebot auf der Internetseite rock-am-ring.de bekannt gegeben wurde, waren die Plätze schnell ausgebucht. Die Flächen wurden noch einmal ausgeweitet, sodass bereits bei der Premiere mehr als 4000 Menschen „grün zelten“. Die elfköpfige Gruppe um Hannah hatte sich bereits an Ostern angemeldet.
Die Regeln für Green Camping sind streng: Weder Stromaggregate noch Pkw-Anhänger sind erlaubt. Es dürfen ausschließlich Zelte und Pavillons ohne Zusatzbauten aufgebaut werden. Campingstühle sind erlaubt, aber keine Sofas, die hinterher als Sperrmüll zurückbleiben. In der Zeit von 1 Uhr bis 7 Uhr herrscht Nachtruhe. Wenn sie abreisen, dürfen die Camper nichts zurücklassen. Ordner kontrollieren, dass die Regeln eingehalten werden. Für viele Gäste sind diese Vorschriften von Vorteil: Ein Vater übernachtet dort mit seinem zwölfjährigen Sohn: „Auf einem der anderen Plätze hätte ich ihn nicht mitnehmen können.“

Dennoch blicken viele traditionelle Festivalbesucher abfällig auf ihre grünen Nachbarn: „Die halten uns für langweilige Spießer“, sagt Lisa. Im Internet gab es sogar Aufforderungen, die grünen Bereiche in der Nacht zu stürmen und vollzumüllen. Bislang gab es jedoch noch keine Zwischenfälle.

Mark aus Frankfurt, der sich als Festival-Dinosaurier bezeichnet, hat kein Verständnis für die saubere Art des Feierns: „Ich gehe seit zwölf Jahren zu Rock am Ring, um ein paar Tage alles schleifen zu lassen und Bier zu trinken.“ Die Aussage einer aussterbenden Art?

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel